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Schulstreit in Perl-Besch spaltet nun auch die CDU

Perl. In Perl-Besch bleibt am Montag die Grundschule zu. Das Bildungsministerium prüft, ob und welche rechtlichen Schritte es gegen diese von der Kommunalaufsicht genehmigte Schließung einleiten wird. Derweil kritisiert auch die CDU in Besch das Vorgehen der Behörde, für die das CDU-geführte Innenministerium zuständig ist. Cathrin Elss-Seringhaus,Christian Beckinger (SZ)

Herbert Weber (CDU ), Ortsvorsteher in Besch, geht wegen der Vorgänge um die Schulschließung in seinem Ort hart mit seinen Parteifreunden ins Gericht: "So kann man als Volkspartei mit den Leuten nicht umgehen", so Weber an die Adresse der CDU-Mehrheitsfraktion im Perler Gemeinderat. Die hatte mit ihrer Mehrheit im März durchgesetzt, dass die Dependance Besch zum neuen Schuljahr geschlossen wird. Danach entbrannte ein Streit, der mittlerweile sogar das Einvernehmen zwischen den Koalitionspartnern in der Landesregierung gefährdet (die SZ berichtete). Weber sagte der SZ: "Es gab einen einstimmigen Ortsratsbeschluss, in dem der Bürgermeister aufgefordert wurde, nach Möglichkeiten zu suchen, um die Bescher Schule zu erhalten." Doch das sei politisch offenbar nicht gewollt gewesen. Argumente und Vorschläge aus dem Ortsrat wie von Seiten der Bescher Eltern seien nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden. "Wie man mit uns umgesprungen ist, kann ich nicht gutheißen", so Weber.



Wie das Kultusministerium der SZ gestern auf Nachfrage mitteilte, wird derzeit geprüft, in welcher - auch juristischen - Form man gegen die genehmigte Schließung der Schule vorgehen könne. "Da die Gemeinde Perl bis zum heutigen Tag weder ein Konzept für die Beschulung aller Schüler in Perl vorgelegt hat, noch ein Konzept zu den Räumlichkeiten für die dann erheblich größer werdende Nachmittagsbetreuung im Rahmen der Freiwilligen Ganztagsschule, wird es unerlässlich sein, dass Mitarbeiter der Schulaufsichtsbehörde zeitnah in einem Ortstermin die Situation bewerten."

Ab Montag sollen alle 94 Kinder, die bisher in der Dependance Besch waren, in Perl unterrichtet werden. Dadurch werde Perl "zu einer der größten Grundschulen des Saarlandes", darauf weist die Bürgerinitiative der Eltern hin. Die angedachte Auslagerung eines Teils der Bescher Kinder bereits im laufenden Schuljahr habe nicht stattgefunden. Deshalb sei die gestern in der SZ genannte Zahl von nur 50 Kindern falsch.