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Rudi machte seine Visionen wahrTourismus kann Arbeitsplätze schaffen

Rudi machte seine Visionen wahrTourismus kann Arbeitsplätze schaffen

Nennig. Neugierig blättert Rudolf Gelz in der Chronik, die ihm Lilly Weiler gerade überreicht hat. "Wir sind nur geschäftlich' zusammen", wehrt die Geschäftsführerin des Touristikbüros von Nennig schmunzelnd ab und hat die Lacher auf ihrer Seite. "Rund 20 Jahre habe ich mit ihm eng zusammengearbeitet, das prägt

Nennig. Neugierig blättert Rudolf Gelz in der Chronik, die ihm Lilly Weiler gerade überreicht hat. "Wir sind nur geschäftlich' zusammen", wehrt die Geschäftsführerin des Touristikbüros von Nennig schmunzelnd ab und hat die Lacher auf ihrer Seite. "Rund 20 Jahre habe ich mit ihm eng zusammengearbeitet, das prägt." Rudolf Gelz, von seinen Freunden liebevoll Rudi genannt, hatte sich nach fast zwei Jahrzehnten an Spitze des Verkehrsvereins Nennig vor wenigen Monaten aus seinem Amt verabschiedet. Die Verdienste des engagierten Nennigers waren Nachfolger Thomas Hellbrück eine Ehrung wert - samt einer Feier im Nenniger Hotel "Zum Mosaik". Auch für die langjährigen Vorstandsmitglieder Alois Boesen, Josef Herber und Martina Colling gab es ein dickes Dankeschön vom Verkehrsverein. In einem sind sich der neue Chef des rund 150 Mitglieder zählenden Vereins und Perls Bürgermeister Bruno Schmitt einig: Gelz habe erkannt, dass der Tourismus für die Gemeinde Perl von besonderer Bedeutung sei. "Man kann sagen, die Keimzelle des Tourismus für die Gemeinde Perl liegt in Nennig, und dies ist dem Verkehrsverein Nennig zu verdanken", wie der Verwaltungschef betont. In seiner Antrittsrede habe er eine Vision beschrieben, die mittlerweile Wirklichkeit geworden sei. Sein unermüdlicher Einsatz habe dafür gesorgt, dass auch die Politik für dieses Thema sensibilisiert worden sei. Für die Ziele motiviert "Ohne dich würde die Gemeinde Perl heute touristisch nicht da stehen, wo sie steht." Gelz habe erkannt, dass Tourismus Arbeitsplätze schaffe und dass die weiße Industrie nur grenzüberschreitend eine Zukunft habe. Zudem habe er die Gabe, Menschen für Ziele zu motivieren und zu sensibilisieren, wie der Verwaltungschef ergänzt."Du hast den Verkehrsverein vorangetrieben, ohne die logistische Unterstützung und des Kreises", meint Hellbrück. Nicht nur wegen der vielen Kontakte, sondern auch wegen seiner reichhaltigen Erfahrung sei er froh, auf den Rat von Gelz zurückgreifen zu können. Nach der Erstgründung des Verein am 14. März 1969 ("meinem Geburtstag", so Hellbrück) sei der Verein 1986 reaktiviert worden. Nach dreijährigen Vorsitz von Harald Nickmann habe Rudi Gelz den Verein übernommen. "Das zeugt von Kontinuität. Und du hast Verkehrsverein wie Tourismus gut vorangebracht." Unter dem Beifall der Gäste überreichte Hellbrück Gelz, Herber, Boesen und Colling die Geschenke. Vom Bürgermeister gab's für den langjährigen Vorsitzenden zum Schluss noch etwas Hochprozentiges - mit Perler Wappen. Was hat Sie motiviert, das Amt des Vorsitzenden anzunehmen?Rudolf Gelz: Zuvor war ich lange Jahre Vorsitzender des Sportvereins. Als man mich dann 1989 gefragt hat, den Vorsitz im Fremdenverkehrsverein zu übernehmen, habe ich Ja gesagt.Was waren damals Ihre erklärten Ziele?Rudolf Gelz: Von Hause aus Versicherungskaufmann, wollte ich meine Heimat, die ich sehr liebe, touristisch vermarkten. Wie bereits unsere Vorgänger, die sich um Vorsitzenden Nikolaus Fischer am 14. März 1969 zusammenfanden, um den Verkehrsverein zu gründen, hatten wir die Vision, den Tourismus in der Region anzukurbeln und Gäste anzulocken. Zudem sollten durch den Tourismus Arbeitsplätze in der Gemeinde geschaffen werden. Was hat Sie damals schon bewogen, im Tourismus Grenzen zu überschreiten? Rudolf Gelz: Die Stadt Remich ist für uns sehr, sehr nahe. Daher habe ich die Zusammenarbeit mit den Luxemburgern angestoßen.Was war Ihr schönstes Erlebnis als Vorsitzender?Rudolf Gelz: Der gemeinsame Flohmarkt 1993 mit den Remichern auf der Brücke. mst

 Lilly Weiler, Rudolf Gelz und Christa Fox (von links). Foto: SZ
Lilly Weiler, Rudolf Gelz und Christa Fox (von links). Foto: SZ

Auf einen BlickEin paar Daten: 14. März 1969 fanden sich 30 Vordenker zusammen, um den Verkehrsverein zu gründen." Vorsitzender wurde Nikolaus Fischer. 1986 ergriff der damalige Ortsvorsteher Adi Schmitt die Initiative und reaktivierte mit Gleichgesinnten den Fremdenverkehrsverein. Vorsitzender wurde Harald Nickmann. Den Durchbruch brachte der Umbau von Schloss Berg zum Spielcasino 1989. Im gleichen Jahr übernahm Rudolf Gelz den Vorsitz, vier Mal wiedergewählt, bis er 2008 sein Amt an Thomas Hellbrück abgab. 1992 richtet der Verein die Nikolausfeier in Schloss Berg mit aus, 1993 startete der erste internationale Flohmarkt, 1994 baut der Verein ein Holzhaus für Fahrräder, gibt das erste Gastgeberverzeichnis heraus, 1997 wurde das Infobüro mit der Touristikfachfrau Lilly Weiler besetzt. Heute, im Jahr 2008 zählt der Verein 150 Mitglieder. mst