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Seniorenresidenz
Rat bringt Seniorenresidenz auf den Weg

Auf dem Areal des jetzigen Sportplatzes am Perler Hammelsberg soll eine Seniorenresidenz entstehen. 
Auf dem Areal des jetzigen Sportplatzes am Perler Hammelsberg soll eine Seniorenresidenz entstehen.  FOTO: owa
Perl. Seit Jahren wird in Perl über den Bau einer Wohnanlage am Hammelsberg diskutiert. Jetzt nahm das Projekt eine wichtige Hürde im Gemeinderat.

In den rund sechs Jahren, in denen über die Seniorenresidenz in Perl diskutiert wurde, haben die Architekten das Projekt der Victor’s Gruppe immer wieder verkleinert. Jetzt hat der Perler Gemeinderat in der Ratssitzung mit Mehrheit seiner Stimmen die Bauleitplanung für eine weitere abgespeckte Variante auf dem Hammelsberg auf den Weg gebracht. Aus einem Riesenklotz, wie 2012 vorgesehen, wurden kleinteiligere Gebäude. Sieben Beschlüsse waren dafür nötig. Abgestimmt wurde über die Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange, dIe Stellungnahmen der Bürger zum Verfahren, zum  Verkehr, zur Entwässerung, zum Lärm und zum Projekt sowie über den Satzungsbeschluss – fast durchgängig bei einer Gegenstimme.


Auf ein Hotel, das ursprünglich geplant war, wird nach Worten von Diplom-Ingenieurin Sarah End vom beauftragten Planungsbüro Kernplan verzichtet. Ein Seniorencafé mit barrierefreien Appartements und fünf Stadtvillen für betreutes Wohnen werden laut der geschäftsführenden Gesellschafterin der Firma Kernplan hochgezogen. „Die geplante zweigeschossige Seniorenresidenz im südlichen Bereich bleibt bestehen“, sagte End. Die jetzt auf 109 festgezurrten Wohneinheiten (ursprünglich geplant waren 230, die auf 143 reduziert wurden) gliedern sich laut End in 15 Appartements und fünf mal elf Wohneinheiten für betreutes Wohnen sowie 39 Plätze in der Seniorenresidenz. Die Zahl der Parkplätze sei auf 85 erhöht worden. Neben oberirdischen Stellplätzen sei eine Tiefgarage hinzugekommen. Reduziert worden sei auch die Höhe der Anlagen von 13,89 auf zwölf Meter. Zudem war nach Darstellung der Diplom-Ingenieurin eine verkehrsgutachtliche Stellungnahme und ein Lärmgutachten erstellt worden, ebenso die eines hydraulischen Nachweises der Ortskanalisation und Vorgabe der Regenwassereinleitung.

Die Abwägungsvorlage wurde laut End juristisch von Rechtsanwalt Professor Holger Kröninger geprüft. Er habe keine Bedenken. „Wir haben die Abwägungsvorlage geprüft, Beanstandungen haben sich nicht ergeben“, zitierte End den Juristen. „Wir freuen uns, dass die ausführlichen und langjährigen Beratungen endlich abgeschlossen werden können“, sagte  SPD-Fraktionschef Michael Fixemer. Alle relevanten Belange sind nach seiner Ansicht qualifiziert geprüft und abgewogen worden. „Viele Änderungen wurden im Laufe des Verfahrens vorgenommen und vom Investor in seine Planungen eingearbeitet.“ Jetzt müsse es Ziel sein, zeitnah den Bau des neuen Sportplatzes des FC Perl im Bereich des Schengen-Lyzeums umzusetzen. Das sah CDU-Fraktionschef Franz-Rudolf Ollinger genauso. Im Laufe der Zeit habe sich der Investor bewegt und die Planungen immer wieder überarbeitet. Auch die Bürger seien in dem Verfahren eingebunden gewesen. Franz Keren mahnte weitere Infos zum Ableiten von Schmutz- und Regenwasser an: „Wie viel Liter Schmutzwasser können abgeleitet werden?“, wollte er von Sarah End wissen: „Elf Liter pro Sekunde“, antwortete sie. Sie verwies darauf, dass es Aufgabe des Haustechnikers ist, für eventuelle Stoßzeiten Puffer einzubauen.

Auch die Frage der Verkehrsführung der Lkw während der Bauzeit  trieb ihn um. „Diese Frage muss der Durchführungsvertrag klären, nicht die Bauleitplanung“, konterten Perls Beigeordneter Karl Fuchs, der für den erkrankten Bürgermeister Ralf Uhlenbruch die Sitzung leitete, und Hauptamtsleiter Wilfried Steffes. „Das ist Sache der Ortspolizeibehörde, durch welche Straßen die Transporter geleitet werden“, sagten Fuchs und Steffes.