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Ralf Uhlenbruch aus Perl wegen kranker Tochter gegen Corona geimpft

Aus Angst um seine Tochter : Perls Bürgermeister gegen Corona geimpft

Nein, vorgedrängelt hat sich Ralf Uhlenbruch nicht. Und es ging ihm bei der Impfung auch nicht um ihn selbst. Sondern um seine Tochter.

Den Termin zur Corona-Impfung hat Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch als Whatsapp-Nachricht auf sein Handy erhalten, ebenso die Erinnerung daran. Am Freitag bekam der Verwaltungschef die erste Impfung, Ehefrau Heike ist ein paar Tage später dran – um ihr Nesthäkchen vor einer möglichen Ansteckung mit Corona zu schützen.

Um alle Eventualitäten auszuschließen, hat sich das Ehepaar zu getrennten Impfterminen entschlossen. „Wenn einer die Impfung nicht gut verträgt, ist immer noch der andere da, der sich um unsere Tochter kümmern kann“, sagt er. Grund für die Vorsichtsmaßnahmen: Die fünfjährige Greta leidet unter Trisomie 21 und zählt nach den Worten ihres Vaters allein schon aus diesem Grund zur Risikogruppe. Denn für Menschen mit Down-Syndom endet nach Untersuchungen von Wissenschaftlern eine Infektion mit Covid-19 oft tödlich. Zudem gehöre sie auch zu den 50 Prozent der Menschen mit Down-Syndrom, die mit Herzproblemen auf die Welt kommen. Bei dem Mädchen hätten die Ärzte zwei Löcher im Herzen festgestellt. Die Folge des Herzfehlers: Ständig werden Kontrollen an der Uniklinik Homburg anberaumt. 

„Wir wollten uns keinesfalls einen Impftermin erschleichen oder uns vordrängen. Die Angst um das Leben unserer Tochter hat uns dazu bewogen“, sagt er. Um einen Termin zu erhalten, haben die Uhlenbruchs ein Attest des Arztes vorlegen müssen, eine Bescheinigung, welche Krankheiten vorliegen, und eine des Pflegegrades. „In der Empfehlung des saarländischen Gesundheitsministeriums vom Dezember, wer vorrangig zu impfen ist, sind die Menschen mit Down-Syndrom als Risikogruppe aufgeführt und sollen vorrangig geimpft werden, ebenso wie deren Pflegepersonen“, sagt er. Dies bestätigt ein Sprecher aus dem Ministerium. Um sich auf die Impfliste einzutragen, benötigten die Pflegepersonen keinen Priorisierungscode, zitiert er aus dem Schreiben, das die Voraussetzungen auflistet, die erfüllt sein müssen, um als Kontaktperson Anspruch auf Schutzimpfung zu haben „Um den Impftermin im Impfzentrum wahrnehmen zu können, müssen beide einen unterschriebenen Nachweis als Kontaktperson vorweisen.“

Beim Impftermin sei ein Nachweis als Kontaktperson vorzulegen, ebenso ein Bescheid der Pflegekasse über die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit. Wenn die pflegebedürftige Person jünger als 70 Jahre ist, sei eine Diagnose vom Hausarzt mitzubringen.