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Winetrophy
Qualität durch Sorgsamkeit und Pflege

Bei der Berliner Weintrophy überaus erfolgreich - Ralf und Brigitte Petgen vom Sehndorfer Weingut Ökonomierat Petgen-Dahm.
Bei der Berliner Weintrophy überaus erfolgreich - Ralf und Brigitte Petgen vom Sehndorfer Weingut Ökonomierat Petgen-Dahm. FOTO: Ruppenthal
Perl. Das Weingut Ökonomierat Petgen-Dahm hat bei der Berliner Weintrophy erneut zahlreiche Preise abgestaubt.

Sonne satt, Temperaturen um die 30 Grad: Hoch Norbert hat für Traumtage im April gesorgt und die Natur explodieren lassen – anders im vergangenen Jahr. Damals hatte ein warmer März das Wachstum der Natur weit vorangetrieben. Der Spätfrost am 20. April hatte den Weinjahrgang 2017 eiskalt erwischt. Darüber müssen sich die Winzer zurzeit wenig Sorgen machen. „Der Austrieb ist nicht so früh wie im vergangenen Jahr“, verrät Winzer Ralf Petgen. „Daher konnte die Kälte den Reben nichts anhaben“, sagt der Ökonomierat aus Sehndorf, dessen Betrieb zum zweiten Male in Folge zu Deutschlands bestem Produzenten von Stillwein ausgezeichnet worden ist – einer von vielen Preisen, die er auf der Berliner Wine Trophy erhalten hat.


„Stillwein ist ein Tropfen, der keine biologischen Aktivitäten mehr aufweist und der ohne nennenswerten Gehalt an Kohlensäure ist. Er hat seine erste alkoholische Gärung beendet, ist trocken vergoren und weist keine Grundlage für eine weitere Hefe- oder Bakterienaktivität auf“, charakterisiert er den Tropfen. Über 11 530 Proben hatten die Juroren zu bewerten – Weine und Sekte.

Auf der Urkunde hat sich – wie 2017 – das vierköpfige Präsidium der Berliner Wine Trophy verewigt: Edmund Diesler, der Präsident des Bundes Deutscher Oenologen, Wolfgang Haupt, Vize-Präsident der World Federation of Major International Wine & Spirits, Juryleiter Benedikt Bleile und Prof. Dr. Jae Youn Ko, Präsident der Korea International Sommelier Association. „Wir sind wahnsinnig stolz, diese Auszeichnung binnen eines Jahres erneut erhalten zu haben“, strahlen Ralf und Brigitte Petgen um die Wette. „Und das bei einer sehr namhaften und einer großen Konkurrenz“, verrät das Ehepaar stolz.

„Die Sonderpreise wie der des besten Produzenten werden nur in dem Wintermonat vergeben“, sagt Brigitte Petgen. „Da für viele Weine des neuen Jahrgangs die Wine Trophy, die im Februar ausgelobt wird, sehr früh ist, hat das Deutsche Wein Marketing die Sommertrophy eingeführt. Damit die Ergebnisse der prämierten Einreichungen vom Sommer in die Gesamtbewertung einfließen können, werden die in der Sommertrophy erhaltenen Medaillen für Weine für die Ermittlung des Sonderpreises im Februar des Folgejahres hinzugerechnet“, erläutert sie das Verfahren. Was die Zahl an Edelmetall betrifft, so hatten die Petgens einiges vorgelegt: Wurden ihre Weine im Sommer mit acht Mal Gold und ein Mal Silber prämiert, so zeichnete die Jury im Februar ihre Tropfen ebenfalls mit acht Gold- und zwei Silbermedaillen aus.

Doch damit nicht genug. Ihr 2016er Grauer Burgunder vom Perler Hasenberg war den Preisrichtern Großes Gold wert. „Es waren Weine zwischen acht und 13 Euro, die bei diesem Wettbewerb super abgeschnitten haben“, freuen sich die Sehndorfer. „Ich setze auf Qualität statt Quantität“, verrät der Ökonomierat eines seiner Geheimnisse. „Um beste Qualität zu erhalten, müssen die Trauben stark zurück geschnitten werden. Alte Reben reduziere ich extrem.“ Auch Sorgsamkeit und Pflege nennt er ein wichtiges Kriterium. Pilzkrankheiten rücke er nicht mit Giften zu Leibe, sondern ökologisch. „Zum Einsatz kommen Scheibenpflug und Mulchgeräte statt Herbizide und Insektizide“, bringt er seine Methode auf den Punkt, die den Boden gesund erhalte. „Im Keller kommt dann das Talent und die Erfahrung des Winzers ins Spiel – und natürlich jede Menge Spaß an der Materie. „Auch hier gilt Sorgsamkeit und Pflege. Man muss aber auch mal den Mut haben, was zu unterlassen und soll nicht immer steuernd eingreifen.“



Mittlerweile hat das kleine aber feine Weinanbaugebiet an der Obermosel jede Menge bekannter Botschafter. „Außenminister Heiko Maas lobt die Tropfen von der saarländischen Obermosel und wird sie als Gastgeschenk mit auf Reisen nehmen. Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier und CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sind von unseren Weinen begeistern“, erzählen Ralf und Brigitte Petgen.