Perler Rat nimmt sich Einheitsbuddeln in Schleswig-Holstein zum Vorbild

Bäume für Perl : Kostenlose Obstbäume und Rebstöcke für Perler Familien

Gemeinderat beschließt auf Antrag der Grünen einstimmig diese Aktion.

Läuft alles nach Plan, werden Gartenliebhaber aus der Gemeinde Perl in der Woche um den 3. Oktober die ersten kostenlosen Bäume und Rebstöcke pflanzen können. Einstimmig hat der Perler Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Weg für diese Aufforstung freigemacht, die die Fraktion der Grünen vorgeschlagen hatte. Als Vorbild nennen die Kommunalpolitiker von der Obermosel die Schleswig-Hosteiner mit ihrem Einheitsbuddeln. Die Argumente der Landesregierung aus dem nördlichen Bundesland: Wälder sind nicht nur Orte der Erholung, sie helfen auch, den Klimawandel zu bremsen, indem sie langfristig CO2 speichern. Das erklärte Ziel der Nordlichter ist es, neue Bäume zu pflanzen – ein kleiner Wald, der etwa so groß wie 16 Fußballfelder ist.

Und das ist auch das Ansinnen der Initiatoren von der Obermosel: Mit der Aktion soll nach den Worten der Grünen Natur- und Artenschutz gestärkt werden. Für seine Initiative hat sich das Quartett hochstämmige Obstbäume ausgesucht, nach Möglichkeit alte Sorten aus ökologischen Pflanzgut. Den Verantwortlichen im Perler Rathaus falle dann die Aufgabe zu, die Auswahl an Obstsorten im Mitteilungsblatt der Gemeinde oder auf ihrer Internetseite aufzulisten. Interessierte könnten sich dann melden. Zudem haben die Grünen der Gemeindeverwaltung eine Liste des Nabu mit Namen und Adressen regionaler Baumschulen anhand gegeben.

Einen Baum soll es pro pro Jahr und pro Haushalt geben. Für jeden Baum den die Bürger abrufen, soll die Gemeinde im gleichen Jahr spätestens nach sechs Monaten einen Baum pflanzen. Als Beispiel führen die Grünen Dorf- oder Spielplätze auf. Ob in einer Ortslage oder am Rande eines Ortes: Die Ortsräte sollen geeignete Plätze nennen. 40 Euro kostet nach den Berechnungen der Grünen ein Obstbaum.

„Als Weinbaugemeinde steht Perl gut zu Gesicht, wenn auch Rebstöcke gepflanzt werden“, sagte Gerd Petgen von der CDU-Fraktion und Winzer in Sehndorf. „Die Gemeinde hat nichts dagegen“, kommentierte Bürgermeister Ralf Uhlenbruch den Vorschlag. „Die Winzer auch nicht“, sagte Petgen, der auch saarländischer Winzerpräsident ist. Der Beschluss im Rat fiel einstimmig aus: Sowohl Obstbäume als auch Rebstöcke sollen gepflanzt werden.

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