Perler Rat fordert mehr Polizei vom Land

Perler Rat fordert mehr Polizei vom Land

Vor dem Hintergrund der landesweit höchsten Einbruchrate hat der Perler Rat eine stärkeren Polizeipräsenz gefordert. Einer Resolution zufolge soll die Saar-Regierung den Polizeiposten personell aufstocken.

Die Angst vor Einbrüchen grassiert schon lange in Perl . Autodiebe schlagen immer wieder zu, Langfinger machen Beute in Supermärkten. Wohnungseinbrüche sind fast an der Tagesordnung. Ende September sprengten Unbekannte den Geldautomaten der Sparkassen-Filiale in Perl und flüchteten mit der Beute.

Jetzt hat der Perler Gemeinderat in einer gemeinsamen Resolution mehr Polizei vom Land eingefordert. CDU- und SPD-Fraktion hatten nach Worten von CDU-Fraktionschef Ernst Rudolf Ollinger Anträge auf die Tagesordnung der Sitzung des Gemeinderates gestellt. "Die CDU-Fraktion hat eine Resolution in den Rat eingebracht, und auf Antrag der SPD-Fraktion wurden Vertreter der Polizeiinspektion in Merzig, des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken und des Innenministeriums zu der Sitzung eingeladen", sagt der Christdemokrat.

"Neben der höchsten Einbruchrate des Saarlandes kam es zum Diebstahl eines Postfahrzeuges und anderer Fahrzeuge", heißt es in der Resolution. Diebstähle von Taschen werden ebenfalls aufgezählt. Was die Fraktionen ebenfalls beunruhigt, war der spektakuläre Banküberfall auf die Sparkassen-Filiale. Einen unmittelbaren Zusammenhang sehen sie in dem Raub eines Fahrzeuges, das sich Unbekannte zuvor unter den Nagel gerissen hatten. Dafür hatten die Täter nach ihrer Einschätzung bewusst einen Unfall herbeigeführt.

Herausforderung für Polizei

Alle diese Straftaten zeigen, "dass die Situation in der Gemeinde Perl eine besondere Herausforderung für die Polizei zur Gewährleistung der Sicherheit der Perler Bürger darstellt". Daher steht für die Fraktionen fest: Landesregierung und Bundesregierung müssen die Sicherheit verstärken. So soll die Landesregierung den Perler Polizeiposten personell aufstocken, so dass zumindest eine Streife zu Kontrollgängen aufbrechen kann, während die Dienststelle besetzt ist. Zudem mahnt die Resolution eine "Erhöhung der sichtbaren polizeilichen Präsenz in Perl ein".

Hierzu werden die Landesregierung und die Bundesregierung zu kurzfristigen Anstrengungen zur Stärkung der öffentlichen Sicherheit aufgefordert. Neben der personellen Verstärkung des Polizeipostens Perl zur Gewährleistung eines ständigen Vorhalts von mindestens einer Streife und gleichzeitiger Besetzung der Dienstelle, wird die Landesregierung aufgefordert, "eine möglichst durchgehende Präsenz außerhalb von deren Öffnungszeiten" vorzuhalten. Dafür sollen Landes- und Bundespolizei in einem Gebäude arbeiten.

Zudem fordern die Perler die Landesregierung auf, die Einrichtung einer staatenübergreifenden, gemeinsamen Polizeiarbeit zu forcieren. Diesen Antrag hatten die Christdemokraten im Perler Rat laut Resolution bereits 1997 gestellt. Er war jedoch von der damaligen Landesregierung abgelehnt worden. Ziel der grenzüberschreitenden Kooperation sei die Errichtung eines internationalen Polizeipostens Perl . "Als Vorbild kann hier das international erfolgreiche Modell des Schengen-Lyceum in Perl sein, wo die Freundschaft und Zusammenarbeit der Partner aus Luxemburg, Frankreich und Deutschland bereits gelebt wird", heißt es.

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