Perler Grundschüler in Raumnot

Perler Grundschüler in Raumnot

Es gibt keinen Gruppenraum, und der Schulhof ist zu klein: Um die Perler Grundschule ist ein politischer Streit entbrannt. Grund hierfür ist die vorangegangene Schließung der Dependance im Ortsteil Besch.

Wegen der Raumnot an der Perler Grundschule sollte die seit Beginn des Schuljahres geschlossene Dependance in Besch zumindest vorläufig wieder eröffnet werden. Das hat die Landtagsfraktion der Grünen gefordert. Grund für ihren Vorstoß: ein Schreiben aus dem Bildungsministerium an die Gemeindeverwaltung, in dem die Raumsituation an der Perler Schule bemängelt wird.

"Der Bereich der Freiwilligen Ganztagsschule am Standort Perl ist räumlich nicht ausreichend im Sinne des Förderprogramms für die Ganztagsschulen ausgestattet", lautete nach Mitteilung der Grünen-Fraktion ein Kritikpunkt aus dem Hause von Ulrich Commerçon . Eine Frist sei der Gemeinde ebenfalls gesetzt worden. Bis zum 3. Februar soll sie Lösungsvorschläge vorlegen (wir berichteten). "Bereits bei einer Ortsbesichtigung der Perler Grundschule im Herbst vergangenen Jahres mussten wir feststellen, dass die räumliche Situation für die Schüler vollkommen ungenügend ist", erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Klaus Kessler . Er monierte, dass ein Gruppenraum für die Freiwillige Ganztagsschule fehlt. Auch bietet der Schulhof nach Ansicht zu wenig Platz für die Schüler.

Zudem sieht Kessler einen großen Sanierungsbedarf an dem im Jahr 1928 errichteten Gebäude. Seine Prognose: Für die Dauer dieser Sanierungsarbeiten dürfte sich die Raumsituation noch weiter verschärfen. Als Grund für "den untragbaren Zustand", wie Kessler dies bezeichnet, nennt er die Schließung der Bescher Dependance. Der Gemeinderat hatte in seiner März-Sitzung das Aus für die Schule mehrheitlich beschlossen. Seit Beginn des neuen Schuljahres drücken auch Bescher Kinder in Perl die Schulbank. "Einerseits ist hier der Gemeinderat in die Verantwortung zu nehmen, der sich vor der Schließungsentscheidung über deren Konsequenzen hätte Gedanken machen müssen", stellt Kessler klar.

Andererseits stiehlt sich nach Ansicht des Grünen-Politiker Bildungsminister Ulrich Commerçon ein Stück weit aus seiner Verantwortung, indem er jetzt die Gemeinde Perl in einem Schreiben ermahnt und ihr eine Frist setzt, um eine Lösung für die Raumproblematik zu erarbeiten. "Es gelingt ihm offenbar nicht, auf die beim CDU-geführten Innenministerium angesiedelte Kommunalaufsicht einzuwirken, um eine Lösung im Sinne der Schüler zu finden", mutmaßt der stellvertretende Fraktionschef.

Ein Ausweg muss nach Kesslers Worten darin bestehen, die Schließung der Dependance Besch zumindest vorläufig aufzuheben, bis die erforderlichen Sanierungsarbeiten an der Perler Grundschule abgeschlossen sind. "Das bisherige Verhalten von CDU und SPD bei diesem Thema, die sich in der Vergangenheit gegenseitig die Schuld für die Situation zugeschoben haben, ist ein Armutszeugnis. Es zeigt, dass es der Großen Koalition nicht gelingt, in einem zentralen Politikfeld wie der Bildung, in dem es um die Zukunft der Kinder geht, an einem Strang zu ziehen", findet Kessler.

Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch (CDU ) bestätigte gegenüber unserer Zeitung den Eingang des Schreibens aus dem Hause Commerçon. Die Gemeinde arbeite derzeit an der geforderten Stellungnahme.