Perler Bahnhof wurde an privaten Investor aus St. Ingbert verkauft

Perl : Schandfleck soll bald aus Ortsbild weichen

Der Bahnhof in Perl soll umgestaltet werden und in Zukunft Wanderer und Rad-Touristen willkommen heißen.

Dreckig, heruntergekommen, eine baufällige Ruine, die scheinbar nur noch von Eisenträgern gehalten wird: Der Perler Bahnhof, Eingangstor zum Saarland und Startpunkt der beiden Fernwanderwege Mosel- und Saar-Hunsrück-Steig, ist ein Albtraum. Doch das soll sich bald ändern: Aus dem Schandfleck will ein Unternehmen aus St. Ingbert ein schmuckes Quartier für Wanderer und Radtouristen machen.

Diese Pläne hat Bürgermeister Ralf Uhlenbruch der Lokalredaktion der Saarbrücker Zeitung verraten. „Ein solches Projekt ist genau das Richtige für diese Stelle“, kommentiert der Verwaltungschef die Idee des Investors. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Gemeinderat laut Uhlenbruch dem Verkauf des Gebäudes, das die Gemeinde vor rund zwölf Jahren erworben hat, zugestimmt. „Wir erhielten die gleiche Summe, die wir damals gezahlt hatten“, sagt er. Einen Betrag wollte er nicht nennen. Dem Vernehmen nach soll es sich um rund 100 000 Euro handeln. Die Bahn, die ihre Technik in dem Gebäude noch untergebracht hat, hat den Worten des Bürgermeisters nach ebenfalls Zustimmung signalisiert und werde nach einer anderen Lösung für die Technik suchen. Das endgültige Ja stehe allerdings noch aus.

Angedacht ist nach den Worten von Uhlenbruch auch, dass die Tourist-Info in dem Gebäude an den Toren von Perl Einzug hält. Das wurde in dem Vertrag festgehalten. „Der Bahnhof ist nach seinem Umbau für Wanderer und Rad-Touristen dann ein wichtiger Ausgangspunkt, an dem wir unseren Gästen Tipps für Touren und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung geben wollen.“

Mit dem Verkauf des Gebäudes und der Idee, ihm neues Leben einzuhauchen, wurde Verwaltung und Gemeinderat sicherlich eine schwere Last von den Schultern genommen. Seit Jahren wird an der Obermosel intensiv über eine Sanierung des Bahnhofs diskutiert und versucht, Fördergelder anzuzapfen.

„Der Bahnhof ist ein Schandfleck“, lautete das Urteil der Fraktionen in der Ratssitzung im Dezember 2016. Damals ließen die Fraktionen keinen Zweifel daran, dass dringend Abhilfe geschaffen werden muss. In so manchen Sitzungen wurden Rückbau oder Renovierung diskutiert. Auch über einen kompletten Abriss wurde laut nachgedacht. Die Bahn sollte ihre Technik in einem Container unterbringen. Wenige Wochen zuvor hatten Bürger mit einem Transparent, das sie über dem Ausgang des Gebäudes aufhängen, entschuldigt: „Liebe Besucher! Wir Perler Bürger schämen uns für diesen Bahnhof!!! Sorry!“ war auf der weißen Leinwand zu lesen. „Ich entschuldige mich auch“, kommentierte Uhlenbruch seinerzeit den Text auf der Banderole.

In der Sitzung im Februar 2017 nahm der Rat einen erneuten Anlauf: Das Gremium beschloss, dass die Bahnhofs-Sanierung bei einem Förderprogramm angemeldet werden soll. „Der Perler Bahnhof und das Bahnhofsumfeld wurden für ein Städtebau-Förderprogramm angemeldet“, sagte Ralf Uhlenbruch Anfang des Jahres 2018. Das Gebäude und dessen Umfeld sollten nach seinen Worten zeitnah saniert und neu gestaltet werden – ein Versprechen, das sich nun erfüllen soll.