Verkehrssicherheit: Perl setzt auf „Gelbe Füße“ für Sicherheit

Verkehrssicherheit : Perl setzt auf „Gelbe Füße“ für Sicherheit

Bald sollen die leuchtenden Markierungen auf den Straßen an der Obermosel Kinder animieren, sich achtsam zu verhalten.

() „Gelbe Füße“ sollen künftig Schulkindern in Perl einen sicheren Weg weisen. Das hat ­Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch angekündigt. Das Verkehrskonzept, das in Kommunen in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz Schule gemacht hat, soll jetzt in dem Ort an der saarländischen Obermosel Jungen und Mädchen helfen, günstige Wege und Straßenüberquerungen zu finden. „Wenn Sie in naher Zukunft gelbe Fußabdrücke auf dem Bürgersteig sehen, ist das nicht die Schuld eines Malers oder Anstreichers, der seine Schuhe nicht ordentlich geputzt hat“, sagt der Verwaltungschef. Die Symbole sollen vielmehr Jungen und Mädchen im Straßenverkehr helfen und sie vor Gefahrenstellen warnen.

Füße in Schrittstellung zeigen laut Uhlenbruch den Weg, dem die Kinder folgen sollen. Stehende Füße zeigen den Kindern „Stellen, an denen sie die Straße am besten überschauen können und zügig überqueren sollen“. Zusätzlich visualisieren laut Bürgermeister gelbe Hilfslinien auf dem Gehweg Gefahrenstellen für andere Verkehrsteilnehmer und warnen: „Achtung! Hier sind Kinder unterwegs.“

Das Konzept verfolgt nach Worten von Uhlenbruch mehrere Ziele. Der empfohlene Schulweg soll für die Schüler nachhaltig sicherer gestaltet werden. So mahnen die Symbole zur Aufmerksamkeit von Kindern und Autofahrern. In der Einführungsphase werden sich die Füße nach Darstellung des Rathauschefs auf wesentliche Verkehrspunkte beschränken. Markierungs-Schablonen seien bereits erstellt. „Die Umsetzung erfolgt in den nächsten Wochen.“ Das Projekt sei langfristig angelegt und werde Stück für Stück ausgebaut. „Entsprechende Fragebögen werden zeitnah verteilt.“

„Die Aktion der Perler ist die erste im Saarland, die mir bekannt ist“, sagt Gerlinde Weidner-Theisen von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. Seit acht Jahren ist die Unfallkasse nach Worten von Weidner-Theisen, zuständig für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, in dem Projekt engagiert. Jetzt helfe man auch dem saarländischen Perl „auf die Füße“. Premiere habe diese Aktion in Vallendar gefeiert, einer Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz. „Anfang 2011 wurde das erfolgreich umgesetzte Konzept ‚Gelbe Füße für Valler’ mit dem Verkehrssicherheitspreis ausgezeichnet“, erzählt sie. Grund für die Installierung: Die Verkehrssituation vor Ort war für die Grundschulkinder nicht optimal. Elternbeiräte, Schulen und Kitas wollten etwas an der Situation ändern.

2010 habe die Unfallkasse Rheinland-Pfalz Schulen eine Broschüre mit dem Titel „Gelbe Füße“ an die Hand gegeben, um die Projekte vor Ort zu initiieren und zu installieren. Auch bietet sie nach Darstellung von Gerlinde Weidner-Theisen fächerübergreifend die Möglichkeit, das Thema Verkehrserziehung in den normalen Schulunterricht einzubinden. „Die Broschüre mit vielen Anregungen und Tipps macht das Projekt zum Selbstläufer. Unterstützt werden wir dabei vom Forum Verkehrssicherheit (RLP), explizit von den Verkehrsberaterinnen und Verkehrsberatern der Polizei und den Schulen.“

Viele Schulen und Kommunen setzen auf die „Gelben Füße“, um Kindern das Thema Verkehrssicherheit zu vermitteln. Dies entbinde aber nicht die Eltern, mit den Kindern zu üben. „Die an markanten Punkten auf Gehwegen aufgebrachten Fußabdrücke stellen eine Empfehlung für den Schulweg dar. ,Gehende’ Symbole weisen den Kindern die Richtung. ‚Stehende’ Füße zeigen ihnen Möglichkeiten zum Überqueren der Straße an. Aber Achtung: Hier müssen die Kinder sich immer vergewissern, ob die Straße gefahrlos überquert werden kann. Denn nicht jeder, der mit einem Fahrzeug unterwegs ist, hält auch an“, sagt Weidner-Theisen. Daher sei es notwendig, Blickkontakt zu suchen, wenn ein Fahrzeug anhalte.

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