Ökonomierat Helmut Herber brachte Mongolen den Wein näher

Reise in die Mongolei : Weinkunde für die Erben von Dschingis Khan

Ökonomierat Helmut Herber hat bei einem Besuch in der Mongolei Mitarbeitern aus Hotels und Gaststätten allerlei über Wein erzählt.

In der mongolischen Steppe kam der Ökonomierat Dschingis Khan sehr nahe. Viele Schnappschüsse erinnern Helmut Herber an seine Tour in das zentralasiatische Land, viereinhalb Mal so groß wie Deutschland und mit 2,75 Millionen Einwohnern sehr dünn besiedelt.

Die Aufgabe des Winzers von der Obermosel: in der Hauptstadt Ulaanbaatar Mitarbeitern aus Hotels und Gaststätten den Wein näher zu bringen und sie mit Geheimnissen des edlen Rebensafts vertraut zu machen. Als Mitglied der Organisation Senior Experten Service (SES, siehe Info) sieht er es nach seinen Worten als Aufgabe an, jungen Menschen Wissen zu vermitteln – Kostproben mit spritzigen Tropfen eingeschlossen.

„Die SES organisiert jährlich über 6000 Einsätze weltweit“, sagt er – so wie den in der kältesten Hauptstadt der Welt. „An den ersten Tagen lagen die Temperaturen noch im Plus-Bereich. Doch dann sanken sie bis auf Minus 28 Grad“, beschreibt er die Temperaturunterschiede, die er bei seiner Visite im November miterlebt hat. „Es gibt viele Hochhäuser, dazwischen immer wieder Jurten“, sagt er über die Metropole, in der mit rund 1,3 Millionen Mongolen rund die Hälfte der Bevölkerung lebt. „Und es wird gebaut ohne Ende.“ Cafés und Restaurants in der Peace Avenue, der Hauptverkehrsader der Stadt, lassen an Angeboten keine Wünsche offen – Annehmlichkeiten, die auch Touristen zu schätzen wissen.

Es seien vor allem die jungen Leute, die es in die Hauptstadt ziehe – wie seine Schüler, die aufmerksam und interessiert an seinen Lippen gehangen hätten. „Sie wissen, dass sie was können.“ Seine Tour ins Land von Dschingis Khan war auch irgendwie eine Reise in die Vergangenheit: „Wenn dort Wein getrunken wird, dann ist es süßer Rotwein wie bei uns in den 60er Jahren“, sagt er. Importiert werde der Wein containerweise aus Frankreich, Australien und Kalifornien.

Karge Böden und raues Klima sorgen nach seinen Worten dafür, dass es keine guten Voraussetzungen für die Entwicklung des Ackerbaus gibt. Hauptsächlich lebten die Mongolen von der Tierzucht mit Yaks, Pferden, Schafen und Ziegen. Aus Stutenmilch wird das traditionelle Nationalgetränk gewonnen, das ihm sein Schreibtischnachbar als freundschaftliche Geste einschenkte. „Es schmeckt wie Sauermilch.“ Gemundet haben ihm auch die deftigen Suppen aus Fleisch und Gemüse. „Die meisten waren handgemacht“, sagt er über die Spezialitäten des Landes, das er in gut elf Flugstunden mit einem kurzen Zwischenstopp erreicht hat.

Für ihn unvergessen: sein Ausflug zu Dschingis Khan, dem Mann, der das größte Reich der Geschichte eroberte. In der Steppe, dort, wo der Mongolenfürst einer Legende nach eine goldene Gerte gefunden haben soll, wurde ihm ein Denkmalmal errichtet. „Die Statue ist rund 30 Meter hoch und wurde auf einem gut zehn Meter hohen Gebäude mit 36 Säulen errichtet, das als Sockel dient“, beschreibt er das Denkmal. Das Sockel-Gebäude beherberge ein historisches Museum, eine Kunstgalerie sowie Restaurants und Souvenirläden. Von dort aus gebe es für die Besucher die Möglichkeit, den Rücken des Pferdes zwischen den Beinen des Reiters zu erreichen. Eine Treppe führe über den Hals des Pferdes zu einer Aussichtsplattform auf dessen Kopf.

Helmut Herber blickt aus dem Hotel auf die Hauptstadt der Mongolei Ulaanbaatar, wo mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern rund die Hälfte der Bevölkerung der Mongolei, die knapp fünf Mal so groß wie Deutschland ist, lebt. Foto: Ruppenthal

Nach drei Wochen hieß es für den Ökonomierat Koffer packen. Für ihn steht jetzt fest: Es wird nicht die einzige Reise in Sachen Wein bleiben – zumal es im vergangenen Jahr schon mehrere Anfragen gab. Eine erste Schulung hätte ihn nach Nepal gebracht, eine zweite von Mitte September bis Mitte Oktober nach Moldawien. Doch beide habe er absagen müssen, schließlich werden sein Sachverstand und sein Können auch zu Hause gebraucht.