„Notwendige und sinnvolle Bereicherung“

„Notwendige und sinnvolle Bereicherung“

Gleich zwei neue Einsatzfahrzeuge gab es jetzt für die Freiwillige Feuerwehr in Perl. Der Einsatzleitwagen und ein Logistik-Gerätewagen wurden als wertvolle Bereicherung gefeiert und erhielten den geistlichen Segen.

Die Übergabe und Einsegnung eines Einsatzfahrzeuges ist stets ein großer Tag für die Feuerwehr. Ein ganz besonderer und seltener ist es jedoch, wenn gleich zwei solcher Fahrzeuge offiziell in Dienst gestellt werden wie am Samstagnachmittag in Perl . Viele Gäste aus Politik, Kirche, THW, Verwaltung und Feuerwehr, auch aus dem angrenzenden Luxemburg und Frankreich, hatten sich hierzu in der großen Fahrzeughalle des neuen Feuerwehrgerätehauses eingefunden und wurden von Bürgermeister Ralf Uhlenbruch begrüßt.

Der Verwaltungschef bedankte sich bei allen, die an der Beschaffung der beiden Fahrzeuge mitgewirkt haben. "Uns allen ist bewusst, dass sich der Aufgabenbereich der Feuerwehr längst nicht mehr auf die Brandbekämpfung beschränkt. Ihr Zuständigkeitsbereich ist viel umfassender, denn die Ursachen und Gefahren haben zugenommen."

Die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr würden auch bei Unglücksfällen der unterschiedlichsten Art zur Hilfe gerufen. "Dies setzt natürlich auch voraus, dass die Ausstattung unserer Feuerwehr passt und ordentliches Material vor Ort ist. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir nunmehr über zwei weitere, zeitgemäße Feuerwehrfahrzeuge verfügen", sagte Uhlenbruch. Die neuen Fahrzeuge seien eine gute Investition in die Sicherheit der Bürger. Bei den ersten Einsätzen in diesem Jahr hätten sich die Fahrzeuge bereits bewährt.

Wehrführer Manfred Gelz meinte: "Die Feuerwehren im Landkreis Merzig-Wadern leben schon lange das, wovon die große und kleine Politik noch träumt, nämlich eine interkommunale Zusammenarbeit im gesamten Kreis." So ermögliche eine gemeinsame Ausschreibung, Kosten zu sparen. Gelz: "Der Gerätewagen Logistik hat sein Schwesterfahrzeug in Beckingen, der Einsatzleitwagen seine Geschwister in Losheim und demnächst in Merzig." Das Feuerwehrkonzept des Kreises sehe für jede Kommune einen Gerätewagen Logistik (GWL) und einen Einsatzleitwagen (ELW) vor.

Der Wehrführer erläuterte Details zu diesem Konzept und bedankte sich beim Gemeinderat Perl für die Bereitstellung der Mittel, ebenso beim Kreis für den rund hälftigen Zuschuss. Die Grüße des Landkreises und der Landrätin überbrachte der erste Kreisbeigeordnete Frank Wagner. "Mit der Einsegnung dieser beiden Sonderfahrzeuge der Feuerwehren im Landkreis werden auch der zweite ELW und der vorletzte GWL aus den Kreisbeschaffungen ihrer Bestimmung übergeben", betonte er und hob ebenfalls die vorbildliche interkommunale Zusammenarbeit im Bereich des Brandschutzwesens und der Gefahrenabwehr im Landkreis hevor.

In weiteren Grußworten bezeichneten anschließend Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer, der Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Georg Flesch und Löschbezirksführer Michael Foetz unisono die Beschaffung der beiden Einsatzfahrzeuge als "notwendige und sinnvolle Bereicherung der Ausstattung der Perler Feuerwehr". Pfarrer Uwe Janssen, dessen Diakon Benno Wolpertinger, selbst aktiver Feuerwehrmann, und die evangelische Pfarrerin Andrea Zarpetin erbaten Gottes Segen für die beiden Fahrzeuge.

Zum Thema:

stichwort Einsatzleitwagen (ELW 1): Das Fahrzeug ist mit modernster Funk- und Kommunikationstechnik ausgestattet. Es wird bei allen größeren Einsätzen mitalarmiert und von einer speziellen geschulten Gruppe aus Wehrleuten aller Löschbezirke der Gemeinde besetzt. Bei Großschadensereignissen erfolgt der Einsatz auch über die Gemeindegrenze hinaus. Das Fahzeug kostet rund 125 000 Euro, wovon der Landkreis 60 500 Euro trägt. Gerätewagen Logistik (GWL): Dieses Fahrzeug bringt spezielle Einsatzmaterialen zur Einsatzstelle, so unter anderem Schlauchmaterial für die Löschwasserversorgung über weite Wege, Paletten mit Sandsäcken bei Unwettern, Tauchpumpen bei überfluteten Kellern, Absperrmaterial usw. Bei Großschadensereignissen oder im Katastrophenfall wird es ebenfalls kreis- oder landesweit eingesetzt. Die Beschaffungskosten betragen rund 122 500 Euro. Hier zahlt der Kreis 57 000 Euro. nb

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