| 20:06 Uhr

Tagung
Neue Technologie für alte Schätze

Bei der Tagung (v. l.): Jan Schneider; Dr. Bertram Nickolay (beide Fraunhofer IPK), Dr. Bettina Birkenhagen (Villa Borg), Rainer Raber (Saarländischer Museumsverband), Dr. Marc von der Linden (Muster-Fabrik Berlin).
Bei der Tagung (v. l.): Jan Schneider; Dr. Bertram Nickolay (beide Fraunhofer IPK), Dr. Bettina Birkenhagen (Villa Borg), Rainer Raber (Saarländischer Museumsverband), Dr. Marc von der Linden (Muster-Fabrik Berlin). FOTO: Gerd Schmidt
Perl/Borg. Das Fraunhofer-Institut aus Berlin bot in der Villa Borg einen Workshop zum Thema Kulturgutsicherung. Von Tina Leistenschneider

Neuartige Technologien zur Digitalisierung und Rekonstruktion kultureller Güter stellte der Workshop des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) Berlin kürzlich im Archäologiepark Römische Villa Borg vor. Zusammen mit dem Saarländischen Museumsverband und den angereisten Archäologen, Restauratoren, Museumsmitarbeitern und Archivaren präsentierte der Ableitungsleiter der Sicherheitstechnik Bertram Nickolay und seine Kollegen Jan Schneider, ebenfalls vom Fraunhofer IPK, und Dr. Marc von der Linden (Muster-Fabrik Berlin) die neue Rekonstruktionstechnologie und diskutierte das Anwendungspotenzial. Neben den technischen Möglichkeiten des sogenannten ePuzzlers, dem Herzstück der Technologie, und den neuen Scan-Verfahren für Schriftgut und mehrdimensionale Kulturgüter gab es anhand von Anwendungsszenarien einen Einblick, wie das Programm arbeitet. Im Zusammenspiel mit Digitalisierungs- und Restaurierungsmodulen lassen sich so alte Schätze der Gesellschaft retten, langfristig sichern und zukünftig erleben.


Neben der Rekonstruktion der zerrissenen Stasi-Akten, für die die Technologie ursprünglich entwickelt wurde, ergaben sich auch Anwendungsmöglichkeiten für den Kulturbereich. Sie wurden anhand von bereits durchgeführten Projekten dargestellt, wie der Rettung der Bestände aus der durch einen Brand schwer beschädigten Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek und dem stark in Mitleidenschaft gezogenen Material des Kölner Stadtarchivs sowie der Rekonstruktion von zerstörten Glasmosaiken in einer Begräbniskapelle in Brandenburg. Aus den Diskussionen ergaben sich schon Projektvorschläge, die Bestandteil neuer europäischer Initiativen sein können, wie etwa im Bereich Wandmalereien, Keramik oder Steinreliefs.

Ziel des Workshops war es, im Jahr des kulturellen Erbes der Europäischen Union mit richtungsweisenden Projekten die Region Saar-Lor-Lux zu präsentieren.