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Ausblick
Neue Routen und sportliche Premieren

Bürgermeister Ralf Uhlenbruch.
Bürgermeister Ralf Uhlenbruch. FOTO: SZ / CDU
Perl. Was bringt das Jahr 2018 den Städten und Gemeinden im Landkreis? Das haben wir die Bürgermeister der sieben Kommunen im Landkreis gefragt. Sie blicken auf die wichtigsten Neuerungen des neuen Jahres voraus. Heute: der Perler Bürgermeister Ralf Uhlenbruch.

Läuft alles nach Plan, soll der  Schandfleck Bahnhof, wie ihn die Fraktionen im Perler Gemeinderat charakterisiert haben, bald Vergangenheit sein. Der Verwaltungschef der Gemeinde an der Obermosel  ist optimistisch, dass die Ruine bald in neuem Glanz erscheint. „Der Perler Bahnhof und das Bahnhofsumfeld wurden für ein Städtebau Förderprogramm angemeldet“, sagt Ralf Uhlenbruch. Das Gebäude und dessen Umfeld sollen nach seinen Worten zeitnah saniert und neu gestaltet werden.


„Vor allem die touristische Nutzung von Bahnhof und Umfeld als erster Anlaufpunkt stehen im Fokus der Bemühungen.“ Auch die Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs nennt er einen wichtigen Aspekt. „Hierzu laufen gerade verschiedene Gespräche.“ Das Bahnhofsgebäude soll an einen Investor verkauft werden. Die Vertragsverhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss. „Es liegt ein sehr interessantes Umbau- und Nutzungskonzept vor. Angedacht sind zum Beispiel eine Erlebnisgastronomie, ein Bett&Bike-Betrieb, eine Kulturspielfläche und ein Tourist-Infopoint“, verrät er.

In den kommenden Monaten soll auch der Bau verschiedener, neuer Sportanlagen im Bereich des Schengen-Lyzeums. „Die entsprechenden Durchführungsverträge und Vereinbarungen sind bereits unterschrieben.“ Im Zuge des Projektes werde Victors als Investor im Bereich des jetzigen Sportplatzes Perl eine neue Seniorenresidenz und Domizile für betreutes Wohnen bauen.



Parallel dazu kündigt Uhlenbruch  neue zwei Rasenplätze mit modernem Sportlerheim nahe des Schengen Lyzeums. „Einer der beiden Plätze wird dem FC Perl als Heimstätte dienen. Der zweite Platz wird von Victors als Trainingslager-Sportstätte für höherklassige Mannschaften in Verbindung mit dem Hotelbetrieb in Nennig vermarktet.“ Zudem werde im Rahmen eines Förderprojektes zusätzlich eine professionelle Mountainbike-Infrastruktur mit verschiedenen Modulen umgesetzt. „Einzelne Module im Urban-Bike werden dabei ebenfalls im Bereich Schengen Lyzeum angesiedelt“ – ein Zusatzangebot, das für Touristen wie für Bürger interessant ist.

„Ein weiterer möglicher Baustein in der Sportstättenentwicklung könnte eine Leichtathletikanlage sein“, sagt der Rathauschef. Die Anlage könnte dem Schengen Lyzeum als Außenanlage mit Lauf-, Sprung- und Wurfanlage, den Perlern, den Vereinen – auch grenzüberschreitend - sowie weiteren Interessenten zur Verfügung stehen. Doch nicht nur der Kernort soll laut Uhlenbruch aufgemöbelt werden. Er spricht von einem Sportstättenentwicklungskonzept für die gesamte Gemeinde. Als weitere größere Projekte nennt er den Neubau des Feuerwehrgerätehauses und des Bürgerhauses in Besch, die Weiterführung der Sanierung des Schulgebäudes von 1928 in Perl, die Sanierung der Kita Oberleuken, die Weiterentwicklung und den Ausbau des Bescher Gewerbegebietes, den Endausbau in Wochern und Sinz sowie die Renovierung verschiedener Hochbehälter.

Ein Pilotprojekt steht der Gemeinde laut Uhlenbruch im Frühjahr ins Haus: „Ein Großinvestor wird ab März oder April den Standort Perl mit einer mobilen Radiologie-Anlage testen. Bei erfolgreicher Probephase möchte der Investor ein Radiologie-Zentrum errichten.“

Auch in Sachen Tourismus will die Gemeinde nach seinen Worten einiges auf den Weg bringen. Für die erste Jahreshälfte kündigt er die Sanierung und den Umbau der ehemaligen Polizei-Inspektion im  Rathaus-Nebengebäude an. „Die Tourist-Information sowie die Sachgebiete Tourismus- und Kulturförderung dorthin ausgelagert werden. Ziel ist es vor allem eine Qualitäts- und Servicesteigerung im Bereich der Gästebetreuung zu erreichen“ – nicht das einzige Engagement, mit dem die Gemeinde Gäste anlocken will, wie er sagt.

So soll das Portefolio an Premiumwanderwegen ausgebaut werden. „Neu sind der Dolinenweg als Traumschleife, der Traumschleifchen Villa-Borg-Trail und Katzenberg und der Seitensprung Sinzer Bannwanderweg“, zählt er auf. Zudem lege die Gemeinde mit dem Projektbüro SHS einen sogenannten Nature Campground im Umfeld der Villa Borg ganz neu an. „Auf dem Platz haben Wanderer die Möglichkeit, naturnah direkt am Saar-Hunsrück-Steig zu übernachten – auch ohne eigenes Zelt.“

Ab Sommer wird laut Uhlenbruch die neue E-Velo-Route ausgeschildert sein. „Diese führt über 65 Kilometer rund um die gesamte Gemeinde und ihre Sehenswürdigkeiten. An fünf Standorten besteht die Möglichkeit, Lade- und Abstelleinrichtungen für Elektroräder zu nutzen. Die Ladeinfrastruktur wird am Rathaus in Perl, an den beiden Bahnhöfen Perl und Nennig, im Bereich Schengen-Lyzeum und an der römischen Villa Borg eingerichtet“, zählt Uhlenbruch auf. „Ziel ist es auch, den Alltagsradverkehr damit optimal zu bedienen.“ Zudem soll der Park von Nell ein Generationen-Park werden, in dem der Barockgarten integriert werde. Mit Gästen aus nah und fern rechnet der Verwaltungschef auch bei dem ersten Ultratrail-Etappenlauf von Donnerstag, 10 Mai, bis Sonntag, 13. Mai, durch die Mosel-Saar-Hunsrück Region. Start und Ziel der 260 Kilometer langen Strecke wird die Gemeinde an der Obermosel sein.

Eine weitere Premiere kündigt er für September an: das erste Sportfest der Großregion. Bei der zweitägigen Veranstaltung ist die Gemeinde ebenso im Boot wie bei  dem Trail im Frühjahr.