| 19:49 Uhr

Nenniger Ortsvorsteher erstaunt über Kritik aus eigener Partei

Die Bescher wollen ihre Grundschule behalten. Foto: rup
Die Bescher wollen ihre Grundschule behalten. Foto: rup FOTO: rup
Nennig. Die Kritik aus der eigenen Partei, der CDU, im Zusammenhang mit der Schließung der Dependance der Grundschule Dreiländereck in Besch möchte Nennigs CDU-Ortsvorsteher Karl Fuchs nicht unerwidert lassen. Christian Beckinger

Der Nenniger CDU-Ortsvorsteher und Gemeinde-Beigeordnete Karl Fuchs hat die Kritik seines Bescher Amts-Kollegen Herbert Weber an der eigenen Partei im Zusammenhang mit der Schließung der Grundschule Besch mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Weber hatte gegenüber der SZ erklärt, dass eine Volkspartei wie die CDU sich nicht so gegenüber den Bürgern verhalten dürfe (SZ vom Wochenende). Der CDU-Ortsvorsteher von Besch hatte kritisiert, dass es keinen politischen Willen zum Erhalt des Schulstandortes Besch gegeben habe und sämtliche Proteste aus dem Ort und Vorschläge zum Erhalt der Schule von der CDU-Mehrheitsfraktion im Gemeinderat ignoriert worden seien.


Hierzu erklärt Fuchs am Montag: "Weber macht sich für den Erhalt der Dependance im Schulgebäude Besch stark, ignoriert dabei aber, dass zirka 50 Prozent der Schüler aus Nennig die Dependance besuchen." Diese Nenniger Kinder würden bereits heute mit dem Schulbus nach Besch gefahren. Die jetzige Fahrt zum Schulstandort Perl bedeute für sie nur eine unwesentliche Erhöhung der Fahrzeit. Fuchs weiter: "Bereits seit Jahren fahren Kinder aus Nennig (und auch Besch) zur Grundschule am Schulstandort Perl. Die Eltern begründen dies mit den dortigen pädagogischen und organisatorischen Rahmenbedingungen."

"Gegen den Willen der Eltern "



Er weist in seiner Stellungnahme auch darauf hin, dass Schüler aus Nennig gegen den Willen der Eltern in Besch eingeschult wurden, um die notwendige Klassenstärke zu erreichen. "Auch hier konnte dem Wunsch der Eltern nicht Rechnung getragen werden." Dies würde sich bei einem Erhalt der Dependance in Besch in der Zukunft noch verstärken. "Eventuell müssten auch Kinder aus den anderen Ortsteilen der Gemeinde nach Besch befördert werden." Fuchs betont, der Ortsrat in Nennig habe eine Entscheidung für den alleinigen Schulstandort in Perl getroffen. "Ausschlaggebend war offensichtlich hierfür der Elternwunsch nach Einschulung in Perl sowie die besseren Betreuungsbedingungen für die Schüler der Freiwilligen Ganztagsschule in Perl." Es werde ausdrücklich begrüßt, dass der Bildungsminister Ulrich Commerçon die Schulstandorte überprüft, betont Fuchs. "Dieser Verpflichtung ist er in den vergangenen Jahren in Besch nicht nachgekommen. Ob das wohl am damaligen SPD-Bürgermeister Schmitt lag?", so der CDU-Beigeordnete.

"Es betrifft die ganze Gemeinde"

Aus seiner Sicht "dürfte jedem klar sein, dass allein die Ertüchtigung des Brandschutzes einen geregelten Unterricht in Besch nicht möglich gemacht hätte". Die öffentliche Hand werde verpflichtet, sorgsam und vorausschauend mit den vorhandenen finanziellen Mitteln umzugehen. Dies tue die Gemeinde Perl hier, um die weitere Dorfentwicklung in allen Ortsteilen positiv zu gestalten, findet Fuchs. Und abschließend: "Es ist zu begrüßen, dass Herr Weber sich vehement für seinen Ort einsetzt. Allerdings berücksichtigt er nicht, dass es sich um ein Thema handelt, dass die ganze Gemeinde Perl betrifft." Einige viel diskutierte Themen der vergangenen Zeit stehen auf der Tagesordnung der Sitzung des Gemeinderates von Perl am Dienstag, 30. August, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. So hat die SPD-Fraktion beantragt, dass der Rat über die Grundschule Dreiländereck und hier insbesondere über das so genannte Gebäude 1928 am Standort Perl sprechen soll - die Diskussion steht im Zusammenhang mit der Schließung der Grundschule in Besch. Weiter geht es um das Feuerwehrgerätehaus und das Dorfgemeinschaftshaus für Besch. Auch über das umstrittene Hotel- und Seniorenresidenz-Projekt auf dem Gelände des jetzigen Sportplatzes will die Verwaltung informieren. Zudem geht es um ein neues Windkraft-Projekt bei Büschdorf, das von der VSE und der Firma Ökostrom Saar betrieben wird. Weiterer Tagesordnungspunkt ist das Bürgerhaus Sinz. Auch soll eine neues Ratsmitglied verpflichtet und in diesem Kontext die Besetzung von Ausschüssen neu geregelt werden.