Nennig feiert rundes Jubiläum mit viel Prominenz

Jubiläum in Nennig : Erfolgsgeschichte feiert goldenes Jubiläum

Ob bei Übernachtungen, bei Radtouren, bei Buchungen von eines Standplatzes für den Floh- und Trödelmarkt: Seit 50 Jahren ist der Verkehrsverein Nennig Ansprechpartner für Gäste an der Obermosel. Das runde Jubiläum wurde gefeiert.

Musik, Ehrungen und ein Blick in die Vergangenheit standen im Mittelpunkt der Feier zum 50-jährigen Jubiläum des Verkehrsvereins Nennig. Nach dem Geburtstagsständchen, das die Concordia Live-Band spielte, gab Thomas Hellbrück, Vorsitzender des Vereins, einen Rückblick. „Als am 14. März 1969 unser Verkehrsverein Nennig, damals als Fremdenverkehrsverein gegründet wurde, dachte sicherlich keiner der Gründungsmitglieder, dass sie damit eine Erfolgsgeschichte auf den Weg bringen würden.“ Es sei eine Erfolgsgeschichte für einen Verein, sich dem Tourismus zu verschreiben – eine Aufgabe, der sich in anderen Kommunen die Tourismusförderung des Grünen Kreises widme. „Wir als Verein sind einzigartig und beispielhaft“, sagte er stolz. Es habe etliche Mühen und Überzeugungsarbeit gekostet, bis man sich bei den Verantwortlichen der Gemeinde und den Skeptikern durchgesetzt habe. „Heute gilt es, den Gründern und ihren Nachfolgern Dank zu sagen für ihre Beharrlichkeit, an die Zukunft für den Fremdenverkehr zu glauben und ihn auszubauen“, sagte er.

Sein Dank galt den Mitarbeiterinnen des vereinseigenen Info-Büros am Bahnhof Nennig unter der Leitung von Lilly Weiler. Sie ist laut Hellbrück seit über drei Jahrzehnten als Motor in Sachen Tourismus unterwegs ist und wie das Info-Büro nicht mehr aus dem Verein wegzudenken ist. Skeptisch blickte Hellbrück in die Zukunft. „Unserem Verein geht es ebenso wie vielen anderen landauf und landab, für die es immer schwieriger wird, Kräfte für das Ehrenamt zu gewinnen.“ Daher müsse man sich Gedanken um die weitere Ausrichtung und den Fortbestand des Vereins machen, um den Zielen auch gerecht werden zu können.

Auf Dauer könne sein Verein mit den Mitgliedsbeiträgen, den Erlösen von Flohmarkt und Fahrradverleih sowie einem Zuschuss von 5000 Euro von der Gemeinde das Büro am Bahnhof mit Miete, Heizung, Strom und Personalkosten für das Allgemeinwohl nicht mehr finanzieren. Neidvoll blicke man auf die Nachbarkommunen im Kreis und auf die andere Moselseite hinüber, in denen Tourismusarbeit einen ganz anderen Stellenwert habe. „Es wäre bedauerlich, wenn wir aus Kostengründen unser Büro, das von Rheinland-Pfalz oder Luxemburg aus erste Anlaufstelle im Saarland ist, schließen müssten.“

Er warb um finanzielle Unterstützung – einen Appell, den Kreisbeigeordneter Thorsten Rehlinger aufgriff. „Hier im Verkehrsverein Nennig wird gute Arbeit geleistet, sodass der Landkreis sogar froh und stolz darauf sein darf, denn ihm wird durch den Verein vielfache Arbeit weggenommen und zur Zufriedenheit erledigt.“ Rehlingers Vorschlag: Der Verein solle schleunigst einen Antrag beim Landkreis stellen. Sicherlich werde man Möglichkeiten finden, den Verein für seine tolle Arbeit zu unterstützen. Er werde dies auf jeden Fall befürworten.

„Die Mosel und die Region im Dreiländereck haben mit Wein, Wasser, Sonne sowie netten Menschen alles zu bieten, was Tourismus ausmacht“, sagte Heinrich Kreft, Deutschlands Botschafter in Luxemburg. „Dies alles gilt es über die Ländergrenzen hinaus zu nutzen.“ Ralf Uhlenbruch, Bürgermeister der Gemeinde Perl, der mit dem Bürgermeister der Gemeinde Remich, Jacque Sitz, die Schirmherrschaft übernommen hatte, sagte. „Der Verkehrsverein engagiert sich seit 50 Jahren mit Begeisterung und Leidenschaft für den Tourismus in unserer Grenzregion. Das verdient größten Respekt und Anerkennung, zumal es nicht selbstverständlich ist.“ Laut Verwaltungschef müssen gemeinsam alle Anstrengungen unternommen werden, um den Tourismus ausbauen zu können. DRK, THW, Feuerwehr und Bauhof stünden zur Unterstützung bereit. „Die Gemeinde wird ebenfalls mehr Engagement zeigen“, versprach er.

Jacque Sitz, zugleich Vorsitzender des lokalen Fremdenverkehrsvereins, wies auf ein gutes Zusammenleben zwischen Nennig und Remich hin. Die harmonische Zusammenarbeit im Tourismusbereich werde in Zukunft noch stärker in den Vordergrund treten. „Durch die Unterzeichnung des Abkommens im Tourismusbereich verschiedener Gemeinden aus dem Dreiländereck wird sich der grenzenlose Tourismus in den nächsten Jahren verstärken“, sagte Sitz.

Mit Blumen und Wein dankte Hellbrück den beiden Gründungsmitgliedern Adelheid Zimmer und Adi Schmitt für ihre Arbeit in den Anfangsjahren. Blumensträuße gab es auch für die Mitarbeiterinnen Lilly Weiler und Brigitte Cichon für ihre Arbeit im Infobüro des Vereins. Die Schiffsglocke läutete den großen Trödel- und Flohmarkt ein – eine Aufgabe, die Mosel-Weinkönigin Chiara und ihrer Prinzessin Mariella vorbehalten war. Drehorgelspieler Willy Engel spielte zur Unterhaltung auf.

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