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Nächster Akt im Perler Trauerspiel

Nächster Akt im Perler Trauerspiel

Was Bürgermeister und Rat in Perl sich abhalten, spottet jeder Beschreibung: Seit anderthalb Jahren schon zofft sich Rathauschef Bruno Schmitt mit CDU und FDP darum, ob im Mitteilungsblatt jeder Ratsfraktion Platz eingeräumt wird, in der diese ohne Eingriffe des Herausgebers (ergo: Bürgermeisters) ihre Sicht zur Kommunalpolitik kund tun darf.

Und ein Ende ist nicht in Sicht: Statt im amtlichen Teil, was die Kommunalaufsicht abschmetterte, sollen die Fraktions-Mitteilungen nun im nichtamtlichen Teil erscheinen - neben jenen von Sportvereinen, Chören und der Kirche. Dieses Possenspiel wäre nicht so traurig, gäbe es keine anderen Probleme in Perl. Doch dem ist nicht so: Die Gemeinde schlittert in eine Schuldenfalle , die ihr bald jeden Handlungsspielraum nimmt. Die Frage, wie Neubürger aus Luxemburg integriert werden können, ist ebenso unbeantwortet wie jene nach der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Perls. Alles elementare Dinge, die geklärt werden müssten. Doch Bürgermeister und Ratsmehrheit, in heilloser Zerstrittenheit, sprechen mit diesem Polit-Kasperletheater der kommunalen Selbstverwaltung Hohn und liefern starke Argumente dafür, die Eigenständigkeit der Gemeinde in Frage zu stellen. Bravo!