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Nadelöhr nach Luxemburg

Perl. Seit gestern ist der Pellinger Tunnel auf der Autobahn A 8 wegen Sanierungsmaßnahmen voll gesperrt. Deutlich mehr Verkehr drängt jetzt durch die Gemeinden an der Umleitungsstrecke. Ohnehin waren diese seit 20. April stark belastet. Seitdem war eine der beiden Tunnelröhren, jene in Fahrtrichtung Luxemburg, wegen Baumaßnahmen gesperrt Von Christian Beckinger und Dietmar Klostermann (SZ)

Perl. Seit gestern ist der Pellinger Tunnel auf der Autobahn A 8 wegen Sanierungsmaßnahmen voll gesperrt. Deutlich mehr Verkehr drängt jetzt durch die Gemeinden an der Umleitungsstrecke. Ohnehin waren diese seit 20. April stark belastet. Seitdem war eine der beiden Tunnelröhren, jene in Fahrtrichtung Luxemburg, wegen Baumaßnahmen gesperrt. Diese Situation drohe sich nun zum Verkehrschaos auszuwachsen, wenn vom kommenden Montag an auch die Moselbrücke bei Remich wegen Sanierungsarbeiten gesperrt sein wird, nimmt Jürgen Schreier, Fraktionsvorsitzender der CDU im Saar-Landtag, die Kritik vieler Anwohner auf (wir berichteten). Seine Fraktion, sagte Schreier gestern, werde sich deshalb mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Verkehr nach Ende der Vollsperrung wieder durch den Pellinger Tunnel jeweils einspurig in zwei Richtungen durch den Tunnel geführt wird.Beide Baumaßnahmen, am Pellinger Tunnel wie an der Moselbrücke, werden vom Landesbetrieb für Straßenbau in Neunkirchen (LfS) koodiniert. Die Gleichzeitigkeit der Arbeiten war in Luxemburger Medien scharf kritisiert worden. Mit der jetzt vorgesehenen Teilsperrung des Tunnels in Richtung Luxemburg, die durch vorübergehende Vollsperrungen ergänzt werde, habe sich der Landesbetrieb für Straßenbau "für die schlechteste Variante entschieden", legte Schreier nach: "Diese Doppelsperrung an den zwei wichtigsten Verkehrsachsen vom Saarland nach Luxemburg kann nicht so bleiben."



Der Chef des Landesbetriebs für Straßenbau, Michael Hoppstädter, wies die Kritik zurück. "Beide Maßnahmen haben nichts miteinander zu tun. Die Verbindung aus dem Saarland nach Luxemburg ist in keinster Weise unterbrochen", betonte Hoppstädter. Zudem stehe die Vollsperrung des A8-Tunnels diese Woche an, die des Moselübergangs zwischen Perl-Nennig und Remich erst ab kommendem Montag. Der LfS-Chef schloss kategorisch aus, dass die Vollsperrung des Tunnels länger als bis Freitag dauern werde.

Auch die Kritik, die im Raum Merzig/Perl laut wurde, teilt Hoppstädter nicht: "Die A8 ist ja befahrbar. Die Autobahnbrücke bei Schengen ist offen". Und die Baumaßnahmen seien nunmal dazu da, die Sicherheit zu erhöhen. Das habe Vorrang.

Dem Vorschlag, die eine ab kommender Woche wieder freie Tunnelröhre für den Gegenverkehr frei zu geben, erteilte Hoppstädter eine Absage. "Jede Woche bleibt ein gewisser Prozentsatz von Autofahrern, die in Luxemburg tanken wollen, ohne Sprit im Tunnel liegen. Wenn dann Gegenverkehr herrscht, ist das Unfallrisiko zu groß", erläuterte Hoppstädter. Ende September sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Auf einen Blick

Umleitungen im Raum Perl: Wegen Arbeiten an der Technik und Sicherheitsausstattung im A-8-Tunnel am Pellinger Berg ist der Tunnel voraussichtlich bis Freitag, 4. Mai, um 14 Uhr voll gesperrt. Die Umleitung führt zwischen den A-8-Ab- und Auffahrten Wellingen und Borg über die L 170 und B 407 durch Wehingen, Tünsdorf, Büschdorf und Borg.Ab kommenden Montag ist zusätzlich die Moselbrücke zwischen Perl-Nennig und Remich gesperrt. Die Umleitung führt ab Nennig über die B 419 bis zu A-8-Auffahrt Perl, dann Richtung Luxemburg über die Moselbrücke, in der Abfahrt Schengen gleich wieder runter und über die N2 auf luxemburgischer Seite der Mosel bis Remich. red