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Kirmes und Prozession
Mit Lichtern zur Kapelle

Wahrlich ein schmuckes Gotteshaus: die Fatima-Kapelle, die mitten in den Weinbergen steht.
Wahrlich ein schmuckes Gotteshaus: die Fatima-Kapelle, die mitten in den Weinbergen steht. FOTO: Kurt Petry
Sehndorf. Die Fatima-Kapelle ist am 15. August wieder das Ziel hunderter Gläubiger. Mitten in den Weinbergen gelegen, ist sie das Ziel von Wallfahrten.

Seit 66 Jahren steht mitten in den Sehndorfer Weinbergen eine Wallfahrtskapelle. Bei einer Pilgerfahrt nach Mariafloss fasste der damals 21-jährige Josef Bladt aus Sehndorf den Entschluss, in seinem Heimatdorf Sehndorf eine Wallfahrtskapelle zu errichten.


Mit seinen Gleichgesinnten Katharina Becker und Anna Roth hatte er einen Platz für das kleine Gotteshaus schnell gefunden. am Waldrand „Auf Klopp“ inmitten der Weinberge. Die damals noch selbstständige Gemeinde Sehndorf stellte den Platz zur Verfügung, so wurde im August 1952 mit dem Bau begonnen – durch Maurer Peter Kirsch aus Oberperl und Peter Roth aus Sehndorf. Als „Schablone“ beziehungsweise Vorbild diente den beiden Handwerkern die Kapelle von Fatima. Die Steine wurden mit Pferdewagen aus einem nahegelegenen Bunker herbeigeschafft.

Einen Monat später, am 14. September 1952, wurde in einer feierlichen Prozession die Marienstatue, die in Merzig gekauft worden war, den Berg hinauf zur Kapelle getragen und aufgestellt. Pfarrer Dr. Sudbrack weihte die Kapelle ein. Zwei Jahre später brachte Josef Bladt von einer Pilgerfahrt nach Fatima eine Marienstatue mit, die der kleinen Kapelle in Sehndorf fortan noch mehr Anziehungskraft verlieh.



Die Kapelle wurde 1993 erweitert. Auch bei dieser Erweiterung war Josef Bladt wieder „die treibende Kraft“. Bis zum Jahre 1968 zog die Gemeinde alljährlich am Palmsonntag zur Kapelle und betete den Kreuzweg. Im Mai startete nach einer Marienandacht in der Dorfkapelle eine Lichter-Prozession. Dieser Brauch „schlief“ 1969 ein.

1983, angeregt von Lourdespilger, startete erneut eine Lichterprozession zur Fatimakapelle – am Mariä-Himmelfahrtstag. Seit dieser Zeit ist das Kapellchen am 15. August Ziel  von  hunderten Gläubigen. Diese Tradition setzt sich am Mittwoch fort. Gleichzeitig feiern die Sehndorfer ihre Wein- und Marienkirmes. Nach einem Hochamt um 20 Uhr in Sehndorf führt eine Lichterprozession von der Dorfkapelle hinauf durch die Weinberge zur Fatimakapelle .

(py)