Mieter bezahlen in Perl am meisten

Mieter bezahlen in Perl am meisten

Merzig-Wadern. Wie hoch ist das Mietniveau in den Gemeinden im Kreis Merzig-Wadern? Konkrete Anhaltspunkte hierzu liefert eine aktuelle Erhebnung, die der Landkreis Merzig-Wadern erstellt hat und die jedermann zugänglich sein soll

Merzig-Wadern. Wie hoch ist das Mietniveau in den Gemeinden im Kreis Merzig-Wadern? Konkrete Anhaltspunkte hierzu liefert eine aktuelle Erhebnung, die der Landkreis Merzig-Wadern erstellt hat und die jedermann zugänglich sein soll. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Volker Gräve, Geschäftsführer der Kreis-Gesellschaft für Infrastruktur und Beschäftigung, die mit der Erstellung dieses Mitspiegels betraut war, stellten das Zahlenwerk vor kurzem vor (siehe Info).Eine wichtige Erkenntnis: Die höchsten Quadratmeter-Mieten im gesamten Kreis wurden in der Gemeinde Perl ermittelt. Für Volker Gräve kommt das wenig überraschend, da der Wohnraum in der Obermosel-Gemeinde wegen des starken Zuzugs von Luxemburger Bürgern ohnehin knapp ist. Am günstigsten sind die Mietsätze demnach in der Gemeinde Weiskirchen. Ansonsten schwankt das Mietniveau in den übrigen Kreiskommunen nur unerheblich. Natürlich spielt dabei die Größe der Wohnung eine wichtige Rolle: Je kleiner die Wohneinheit, desto höhere Quadratmetermieten werden verlangt - diese Tendenz lässt sich durchgängig in allen Kreiskommunen feststellen. Besonders krass fällt dies bei der Stadt Wadern ins Auge: Dort liegt die ermittelte Durchschnittsmiete pro Quadratmeter bei kleinen Wohnungen bis 45 Quadratmetern Wohnraum noch über dem Wert der Kreisstadt Merzig. Doch schon bei der nächst größeren Kategorie, den Zwei-Personen-Wohnungen bis 60 Quadratmeter, fällt Wadern deutlich hinter Merzig zurück. Bei den großen Wohneinheiten über 106 Quadratmetern Wohnfläche liegt die Hochwaldstadt dann durchschnittlich zehn Prozent unter dem Merziger Niveau - bei anderen Kommunen ist diese Differenz deutlich niedriger. Rechnet man alle erfassten Mieten in den Kommunen des Kreises zusammen, ergibt sich ein genereller Quadratmeterpreis von 4,52 Euro (Kaltmiete).Den Vorteil des vom Kreis erhobenen Mietspiegels gegenüber ähnlichen, von der Immobilienbranche erstellten Übersichten, beschreibt Volker Gräve so: "Die Mietspiegel, die zum Beispiel von Immonilienportalen im Internet erstellt werden, werten lediglich die dort inserierten Wohnungen aus. Bei unserer Erhebung wurden in großem Umfang tatsächlich bestehende Mietverhältnisse berücksichtigt." Das ist für Gräve auch ein Grund, warum bei anderen Mietspiegeln die Durchschnittssätze durchweg um ein bis zwei Euro höher sind: "Weil diese vor allem Mietangebote auswerten, handelt es sich wohl um Wunschmieten der Vermieter, die später durch Verhandlungensgespräche mit potenziellen Interessenten und Mietern noch nach unten gehen."Dennoch stelle die Erhebung des Kreises keinen offiziellen Mietspiegel dar, betont Gräve. Denn durch die Art der Erhebung, die sich vor allem auf Daten aus dem Bereich der Sozialverwaltung stützt, könnten hochpreisige, exklusivere Wohnungen nicht berücksichtigt sein. Dennoch: "Unsere Erhebung kann und soll Mietern Anhaltspunkte bei Mietverhandlungen liefern, ebenso wie sie Vermietern bei Wohnungsbauvorhaben als Grundlage dienen kann." Der Mietspiegel des Landkreises soll, wie Gräve sagte, auch laufend aktualisiert werden. Die Landrätin ergänzte, dass der Mietspiegel auf dessen Internetseite (www.landkreis-merzig-wadern.de) zum Abruf bereitgestellt ist, außerdem kann die Erhebung bei der Kreis-Gesellschaft für Infrastruktur und Beschäftigung, Tel. (0 68 61) 8 04 60, angefordert werden. "Es wurden tatsächlich bestehende Miet-Verhältnisse berücksichtigt." Volker Gräve

hintergrundDer eigentliche Anlass für die Erhebung des Mietspiegels war die Ermittlung zuverlässiger Daten darüber, welche Mieten in welcher Region als angemessen erscheinen beziehungsweise verlangt werden. Der Landkreis nutzt dieses Daten insbesondere dafür, um bei der von ihm zu leistenden Zahlung der "Kosten der Unterkunft" durch die Kreisagentur für Arbeit und Soziales bei so genannten Bedarfsgemeinschaften (also Hartz-IV-Empfängern) überprüfen zu können, ob die Mieten, die von ihren Klienten verlangt werden, angemessen sind. Um das Mietniveau zu ermitteln, griff der Kreis auf mehrere Quellen zurück: Zum einen wurden bestehende Daten aus Wohngeld- (421 Fälle) und Sozialamtskarteien (321 Fälle) ausgewertet, dazu kam die Auswertung von Wohnungsannoncen in den üblichen Medien (90 Fälle). Daneben wurden auch Vermieter direkt befragt (532 Fälle). Den größten Anteil bildeten die der Kreisagentur vorliegenden Daten aus dem Bereich "Kosten der Unterkunft", also die bestehenden Mietverhältnisse von HartzIV-Empfängern, bei denen der Kreis die Kosten der Unterkunft übernimmt. Dies umfasste 1969 Datensätze. Insgesamt stützt sich der Mietspiegel des Kreises also auf 3375 Datensätze. cbe

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