Mehr als nur Schuhe

Lisa Klein und ihre Tochter Vanessa vom Schuhhaus „Euroschuhe" in Perl übergaben rund 200 Paar Schuhe für bedürftige Kinder in Uganda. Ingbert Dawen war viele Jahre vor Ort und unterstützt heute noch die Menschen in Lwala.

Mit jeder Menge Schuhen aus Perl im Gepäck wird Ingbert Dawen im Januar nach Uganda fliegen. Erhalten hat der ehemalige Entwicklungshelfer aus Serrig die Spende von Lisa Klein und deren Tochter Vanessa von "Euroschuhe" in Perl . Wegen des Umbaus des Traditionsgeschäftes und eines anstehenden Generationenwechsels hatten die beiden Frauen mehr als 200 Paar Schuhe für einen guten Zweck übergeben. Sie sind sich sicher: Viele Kinder in Uganda werden sich darüber freuen. Nach 40 Jahren Berufsleben war bei Lisa Klein die Entscheidung gereift: "Die Zeit ist gekommen. Voller Freude werde ich mich in neue Abenteuer stürzen und mich langsam aus dem Geschäftsleben zurückziehen."

Tochter Vanessa steht als Nachfolgerin bereit. Das Geschäft in der Trierer Straße 1 ist seit 110 Jahren, in der vierten Generation, eine Adresse für Markenschuhe und Schuhe für Problemfüße. Bevor es in neue Hände übergeht, stehen Sanierungen ins Haus - inklusive einer neuen Ladeneinrichtung, wie Mutter und Tochter verraten. Bevor der große Umbau startet (kleinere Arbeiten im Inneren wurden bereits in Angriff genommen), findet bis zum 15. Januar ein großer Räumungsverkauf statt. Das ganze Sortiment an Damen-, Herren-, Kinder- und Sportmarkenschuhen sowie Taschen, Gürtel und Accessoires ist radikal reduziert: "Es gibt alles zum halben Preis", sagen die Kleins. Für beide war das Präsent an Dawen eine Herzensangelegenheit. Der Serriger, der nach seinem Bekunden Menschen in Not helfen will, hatte das Hilfsprojekt "Ziegen für Lwala" ins Leben gerufen. Im Januar will er nach seinem Bekunden mit zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern der Aktion wieder nach Uganda reisen, um sich von dem Fortgang seines Projektes zu überzeugen und die Spende der Kleins zu verteilen. "Vor allem die Kinder freuen sich über Schuhe, weil sie normalerweise dort mangels Schuhen barfuß laufen müssen", sagt er. Amüsiert lauschen die Zuhörer, als der Entwicklungshelfer die Episode über Gummistiefel zum Besten gab. Anlass für das Präsent: der Bau des Krankenhauses. "Sie haben diese Gummistiefel nicht mehr ausgezogen; zu allen Gelegenheiten, selbst zu Festen, wurden sie von ihnen getragen."

Von August 2014 bis Februar 2015 weilte er in Lwala, um als Bauleiter für die Organisation Cap-Anamur das Krankenhaus zu sanieren und die Infrastruktur zu verbessern. "Wieder zurück zuhause war es mir immer ein Bedürfnis, den Menschen, die ich während meiner Zeit in Lwala kennen und lieben gelernt habe, zu helfen", gesteht er. Deshalb hat er mit Vater Denis, Priester in Lwala, im September 2015 das Projekt "Ziegen für Lwala" ins Leben gerufen, um weiter Hilfe zu leisten, wo sie am nötigsten ist. "Ich erzähle Denis von meiner Idee, bei meinen Freunden und Bekannten Geld zusammeln, womit er in Lwala Ziegen für die Ärmsten der Armen kaufen soll." Auf dem Land sind nach Dawens Worten Ziegen und Hühner der lokalen Währung gleichgestellt, Bargeld gibt es in den ländlichen Regionen kaum. Daher werde manches Geschäft in Uganda mit Hühnern oder Ziegen abgeschlossen.

Dank vieler Sachspenden gelingt es Dawen nach seinem Bekunden, während des Jahres Hilfspakete mit Kinderkleidung und -schuhen für die in Not lebenden Kinder von Lwala zusammenzustellen und zu verschicken - so wie vor einigen Wochen, als er ein 31 Kilo schweres Paket nach Uganda abschickte.

Wer mehr über Uganda, das Leben als Entwicklungshelfer und Lwala erfahren möchte, dem empfiehlt Ingbert Dawen seine Bücher "Geschichten aus dem Busch", ISBN 9783734772221, oder "Ziegen für Lwala", ISBN 9783741251245.