Matti Schweizer aus Perl schwärmt von seinem Auftritt beim Achtelfinale

Matti aus Perl ist Ballträger : Beim Pokalspiel sind alle Augen auf ihn gerichtet

Balltragejunge Matti Schweizer aus Perl hat seine Aufgabe beim Spiel am Mittwochabend souverän erfüllt.

Irgendwann ist die Kälte doch durch die dickste Winterkleidung gekrochen. Tapfer steckt Matti die Minus-Temperaturen weg, harrt bis zum Schluss, drückt dem 1. FC Saarbrücken die Daumen. Den richtigen Riecher hatte der achtjährige Nachwuchskicker: Wenige Tage vor dem DFB-Pokalspiel hatte der pfiffige Blondschopf auf einen Sieg des Regionalligisten gegen den Karlsruher SC getippt. Auch mit seiner Einschätzung, dass die Partie in die Verlängerung ging, lag er goldrichtig. Die Saarbrücker schickten die Elf, die in der zweiten Bundesliga spielt, nach einem Elfmeterschießen mit 5:3 heim. Doch bevor der junge Fußballer dem Gewinn der Heimmannschaft entgegenfieberte, hatte er eine große Aufgabe zu erledigen: an der Spitze mit dem Schiedsrichter-Gespann den Ball ins Hermann-Neuberger-Stadion tragen. Rotes T-Shirt, rote Stulpen, den Ball in Händen, die Augen geradeaus gerichtet: So als hätte er nie was anderes gemacht, erfüllte der junge Fußballer, der bei der JSG Moseltal auf der Position sechs spielt, seine Aufgabe am Mittwochabend souverän und charmant.

„Es war alles sehr gut“, schwärmt der Drittklässler über seinen Auftritt in Vöklingen. Den hat er Papa Paul zu verdanken, der seinen Filius als Balltragejungen bei der Ergo-Versicherung-Agentur in Merzig angemeldet hatte – heimlich. Das Unternehmen lost als Partner die Balltragekinder aus – von der ersten Runde des DFB-Pokals bis zum Finale.

„In der Schule haben mich viele beneidet“, verrät der Sportfreak aus Perl. Ganz dicht ist der junge Mann den Spielern und den Schiris um Sören Sorks gekommen. „Er hat zu mir gesagt, dass ich mich nicht umdrehen muss, weil hinter mir nichts ist“, lacht der Junge. Autogramme von den Spielern eingeholt hat er keine, wohl hat er aber das Spiel bis zum Abpfiff verfolgt. „Er konnte gar nicht genug davon kriegen“, verraten Papa Paul und Mama Susanne, die den Balljungen in der Vip-Lounge erwarteten. „Es hat ihnen sehr gut gefallen“, kommentiert Matti.

Für den Achtjährigen steht jedenfalls fest: „Das war nicht das letzte Mal, dass ich bei einem solch wichtigen Spiel auf dem Rasen gestanden habe.“ Jetzt setzt er all seine Hoffnung darauf, mit seinen Fußballfreunden von der JSG Moseltal bekannte Kicker bei einem wichtigen Spiel in ein Stadion zu begleiten – als Einlaufkinder. Damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, setzt er all seine Hoffnung auf seinen Vater, der Jugendtrainer der F-Jugend ist. „Der schafft das“, sagt der Blondschopf zuversichtlich.