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Keine Antwort auf Briefe vom Minister

Keine Antwort auf Briefe vom Minister

Eigentlich war der Bahnhof Perl schon in ein Landesförderprogramm aufgenommen. Doch jetzt muss die Kommune einen neuen Anlauf nehmen.

Der Bahnhof in Perl, er ist schon seit Jahren ein Schandfleck für die Gemeinde: Das Bahnhofsgebäude ist verwahrlost und heruntergekommen, der bauliche Zustand desolat. Seit Jahren schon wird in der Obermosel-Gemeinde intensiv über eine Sanierung des Bahnhofs diskutiert. Jetzt nimmt die Gemeinde einen neuen Anlauf: In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates beschloss das Gremium, dass die Bahnhofs-Sanierung bei einem EU-Förderprogramm angemeldet werden soll, so dass gegebenenfalls eine Förderung im Rahmen der so genannten "Integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung" möglich wäre. Zu diesem Förderprogramm können nur vergleichsweise kostspielige Vorhaben (ab einem Kostenvolumen von etwa 500 000 Euro) beim Innenministerium angemeldet werden, das die Anträge entgegennimmt und sie an die zuständigen Stellen bei der Europäischen Union weiterleitet. Neben der Sanierung des Perler Bahnhofes soll auch die ebenfalls dringend notwendige Sanierung des Katholischen Vereinshauses in Perl für dieses Programm angemeldet werden. Dies beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Eigentlich waren sowohl der Perler Bahnhof als auch das Katholische Vereinshaus bereits vor fünf Jahren für ein anderes Förder-Programm gemeldet, und zwar in das Landes-Programm "KIWI" (die Abkürzung steht für "kreativ"-"integrativ"-"wirtschaftlich"-"innovativ"). Wie der CDU-Fraktionsvorsitzende und Gemeinde-Beigeordnete Ernst-Rudolf Ollinger in der Ratssitzung erklärt, sei beiden Vorhaben auch die Aufnahme in dieses Programm gelungen - "Perl war die einzige Kommune im Land, die es mit gleich zwei Vorhaben ins KIWI-Programm geschafft hat", betonte Ollinger. Es habe auch bereits vorläufige Förderbescheide des Landes an die Gemeinde für beide Maßnahmen gegeben. Allerdings seien beide Projekte später wieder aus der Förderung herausgefallen - nach den Worten von Ollinger deswegen, weil Schreiben aus dem Ministerium an die Gemeinde schlicht ohne Antwort geblieben seien. Dies habe Saar-Innenminister Klaus Bouillon bei seinem Besuch in der Gemeinde Perl vor wenigen Tagen erklärt. Noch im Dezember 2013 habe das Ministerium die Gemeinde um die Zusendung ergänzender Unterlagen im Zusammenhang mit den Förderanträgen ersucht. Dieses Ersuchen sei bis heute unbeantwortet geblieben. Da das KIWI-Programm zwischenzeitlich ausgelaufen sei, müsse die Gemeinde nach alternativen Fördermöglichkeiten Ausschau halten.

Was eine Sanierung des Bahnhofes an Kosten verursachen wird, darum ging es in der jüngsten Ratssitzung nicht. Der zuletzt im Jahr 2012 beim Land eingereichte Förderantrag ging von einem Kostenumfang von 1,1 Millionen Euro aus. Für Bahnpassagiere ist das Gebäude nicht mehr von großer Bedeutung, seit die Bahn in unmittelbarer Nähe einen Haltepunkt eingerichtet und den alten Bahnhof an die Gemeinde verkauft hat (siehe Info).

Zum Thema:

Bahnhof Perl ist rund 90 Jahre alt Das Bahnhofsgebäude in Perl wurde, ebenso wie das im nahe gelegenen Nennig, Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut. Die Bahnstrecke entlang der Obermosel zwischen Trier und Diedenhofen in Lothringen wurde im Jahr 1878 für den Verkehr freigegeben. Anfang des Jahres 2009 hat die Gemeinde die Bahnhofsgebäude in Nennig und Perl der Deutschen Bahn abgekauft. Start- respektive Zielpunkt ist der Bahnhof der grenzüberschreitenden Fernwanderwege Moselsteig und Saar-Hunsrück-Steig und daher von touristischer Bedeutung für die Gemeinde. Allerdings ist das Haus baufällig, unter anderem durch massive Feuchtigkeitsschäden.