Kein Hotel mehr auf Sportplatz

Perl · Seniorenresidenz und betreutes Wohnen: Perler Rat stellt neuen Bauleitplan auf.

Neue Wendung in dem umstrittenen Projekt, das die Victor's Gruppe auf dem Perler Sportplatz hochziehen will: Auf das Hotel verzichtet das Unternehmen von Hartmut Ostermann. Der jüngste Plan sieht für den Hammelsberg in Perl eine Seniorenresidenz und betreutes Wohnen vor. Daher erhielt das Projekt einen neuen Namen: "Seniorenresidenz und betreutes Wohnen am Hammelsberg." Am Dienstag wurden die überarbeiteten Pläne im Gemeinderat vorgestellt und ernteten große Zustimmung: Nur eine Gegenstimme gab es zum Vorschlag von Bürgermeister Ralf Uhlenbruch, dem Aufstellungsbeschluss für die neue Bauleitplanung zuzustimmen. In der März-Sitzung hatten die Fraktionen auf Vorstoß von Hauptamtsleiter Wilfried Steffes den alten Aufstellungsbeschluss ad acta gelegt und das Verfahren neu gestartet. Denn der Beschluss hat nach seinem Dafürhalten nichts mehr mit den neuen Vorhaben der Victor's-Gruppe zu tun. "Wir machen nichts kaputt, wenn wir dazu Ja sagen", kommentierte CDU-Fraktionschef Ernst-Rudolf Ollinger. "Das heißt noch lange nicht, dass auch gebaut wird."

Nach Worten von Perls Ortsvorsteher Werner Lehnert, zugleich SPD-Ratsmitglied, hatte der Perler Ortsrat für das Vorhaben in seiner Sitzung am Montag grünes Licht gegeben - allerdings einige Bedingungen daran geknüpft - zum Beispiel eine Bürgerinformation vor den Beratungen über die Bauleitplanung, ebenso ein enges Zeitfenster. "Und die Planungsvorgaben sind mit dem Bauherren abzusichern." Auch SPD-Fraktionschef Michael Fixemer befürwortete den Vorstoß der Verwaltung. Seine Forderung: eine Bürgerinformation vor der nächsten Gemeinderatssitzung. Ein klares Nein kam von Franz Keren. Der neue Plan missachtet nach Worten des FDP-Fraktionsvorsitzenden alles, wovon vorher die Rede war. "Es bleibt nur noch ein Altersheim. Und der FC Perl hat nichts." Er vermisse einen Durchführungsvertrag, ebenso ein Entwässerungskonzept, auch verbindliche Termine fehlten. Er forderte dazu auf, über das Gelände bei Sehndorf, auf dem die Gemeindeverwaltung Sportplätze vorgesehen habe, neu zu beraten. Daher sein Antrag: einen Abbruch der Verhandlungen mit dem Investor, das Gelände wird nicht mehr verkauft, das Clubhaus des FC Perl wird saniert und das auf Kosten der Gemeinde. Doch Kerens Vorstoß scheiterte. Die Mehrheit votierte dagegen - bei einer Enthaltung und seiner Ja-Stimme.

Wie in der März-Sitzung beschlossen, habe der Verwaltungschef mit einem Rechtsanwalt einen Entwurf eines Kaufvertrages, Erbbaurechtsvertrages und eines Durchführungsvertrages ausgearbeitet, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Ollinger. "Wir haben den Beschluss gefasst, dass die Verträge auf den Tisch kommen." Diese Kontrakte lägen jetzt der Victor's Gruppe vor. Fragezeichen bei dem Investor zu setzen, sei richtig. In den Verträgen werden nach Bekunden von Verwaltungschef Uhlenbruch Dinge geregelt - unter anderem der Termin, wann zu zahlen ist. Er könne sich beispielsweise vorstellen, dass beim Abschluss des Kaufvertrages ein Teil der Summe zu zahlen ist, bei der Erteilung des Bauantrages der Rest. Wegen Urlaubs habe sich die Sache verzögert.

"Nach einer Vielzahl von Varianten ist der Plan jetzt angepasst worden", sagte SPD-Fraktionschef Fixemer. Ausschüsse und Rat würden jetzt darüber diskutieren - nach einer Bürgerinformation.

"Was aber ist, wenn die Bürger die jetzige Planung auch ablehnen?", fragte Karl-Heinz Raczek (Grüne). Die Einwände der Bürger werden nach Worten des Bürgermeisters in dem Verfahren berücksichtigt.

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