1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Perl

In Perl rückte am Freitagabend die Feuerwehr zu einem Wohnhausbrand aus

Kostenpflichtiger Inhalt: Großeinsatz für Hilfskräfte : Feuerwehr löscht Brand im Dachstuhl eines Wohnhauses in Perl (aktualisiert)

Feuerwehrleute aus Deutschland und Luxemburg haben am Freitag gemeinsam einen Dachstuhlbrand in Perl bekämpft.

Wie wichtig offene Grenzen und gute grenzüberschreitende Kontakte sind, haben am Freitagabend die Feuerwehren von Perl und des Centre d’Incendie et Secure Remich (Brand- und Hilfezentrum Remich – das sind die zusammengeschlossenen Feuerwehren von Bous, Remich und Schengen) eindrucksvoll demonstriert. Bei einem mächtigen Dachstuhlbrand in Perl arbeiteten die Wehren von diesseits und jenseits der Grenze erfolgreich und effektiv Hand in Hand – und das nicht das erste Mal.

Als sich die meisten Menschen im Dreiländereck trotz der Corona-Krise am Freitag bereits auf den Feierabend und das Wochenende einstellten, schrillten bei den Feuerwehrleuten rechts und links der Mosel in Perl und Remich die Alarmmelder. Ein kapitaler Dachstuhlbrand in der Maimühle setzte die Löschmannschaften aus Perl und Remich in Marsch. Die Feuerwehren konnten dabei „nach Sicht“ fahren, denn eine mächtige Rauchfahne wies ihnen schon aus der Ferne den Weg zur knapp zwei Kilometer entfernten Einsatzstelle. In unmittelbarer Nähe des alten Bahnhofes brannte in der Maimühle ein mehrstöckiges Wohnhaus lichterloh – nicht, wie so mancher befürchtet hatte, das benachbarte gleichnamige Restaurant auf der anderen Straßenseite.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte schlugen die Flammen meterhoch aus dem Dach. In aller Eile liefen die notwendigen Rettungs- und Löschmaßnahmen an. Vier Anwohner konnten sich selbstständig in Sicherheit bringen, einer fünften Person halfen die Feuerwehrleute auf der Flucht vor den Flammen. Während die Brandbekämpfung von mehreren Seiten her anlief, wurden die Nachbarhäuser von Einsatzkräften der Bundespolizei und der Feuerwehr geräumt. Dabei konnte auch ein Hund in Sicherheit gebracht werden.

Von drei Seiten – vorne, hinten und von der linken Flanke – gingen die Löschmannschaften gegen die Flammen vor. Darüber hinaus erfolgte ein Innenangriff, und vor allem der Hubsteiger aus dem benachbarten Luxemburg – ein Gerät ähnlich einer Drehleiter – leistete von oben wertvolle und wirkungsvolle Hilfe. Die starke Rauch- und Hitzeentwicklung erschwerte die Löscharbeiten.

Der konsequente Löschangriff von mehreren Seiten zeigte Wirkung: Die Feuerwehren hatten den Brand alsbald unter Kontrolle, aber bevor das Feuer endgültig gelöscht war, gingen mehrere Stunden ins Land. Erst nach 23 Uhr konnte der Großteil der Feuerwehren wieder abrücken. Lediglich ein Fahrzeug verblieb mit seiner Besatzung über Nacht als Brandwache an der Einsatzstelle. Am frühen Samstagmorgen konnten auch diese Wehrleute schließlich an ihren Standort zurückkehren.

Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Neben den Feuerwehren aus Perl und dem benachbarten Luxemburg waren auch die Löschbezirke Besch, Borg, Nennig, Tettingen-Butzdorf, die Einsatzwagen-Gruppe, die komplette Perler Wehrführung sowie Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser-Hilfsdienstes im Einsatz. Die Bundespolizei sicherte den Einsatz weiträumig ab. Unterstützt wurde sie dabei von Beamten der saarländischen Landespolizei.

Die Bundesstraße 419 war vor allem in der Anfangsphase der Löscharbeiten für den Durchgangsverkehr voll gesperrt. Neben den Kräften der Feuerwehr, der Polizei und des Rettungsdienstes waren auch Fachleute des Energieversorgers und des Wasserwerks vor Ort.

Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch, der sich in der jüngeren Vergangenheit nur sehr verhalten zu den Grenzschließungen geäußert hatte, dankte den Einsatzkräften und würdigte die erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Feuerwehren. Aus sicherer Entfernung verfolgte der Rathauschef aufmerksam den Verlauf der Löscharbeiten.

Ein Dachstuhlbrand in der Maimühle war der Anlass für den Großeinsatz der Feuerwehren. Foto: Ruppenthal

Die Versorgungseinheit des Roten Kreuzes im Landkreis Merzig-Wadern war ebenfalls vor Ort. Sie unterstützte die Einsatzkräfte vor allem in den späteren Abendstunden mit Verpflegung und Getränken. Inzwischen haben Experten der Polizei ihre Ermittlungen zur Ursache des Feuers aufgenommen, bei dem erheblicher Gebäudeschaden entstanden ist.