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Gedenken an Schmitt-Nennig
In memoriam Nikolaus-Josef Schmitt-Nennig

 Selbstportrait des Künstlers von 1974
 Selbstportrait des Künstlers von 1974 FOTO: Nikolaus-Josef Schmitt-Nennig
Nennig. Am Montag vor 100 Jahren wurde der Künstler in Besch geboren, bald erinnert eine Retrospektive an sein Werk.

Am Montag waren es genau 100 Jahre, dass er in Besch an der Obermosel das Licht der Welt erblickte, exakt am 16. Juli 1918. Sein guter Freund Wolfgang Massing aus Saarbrücken erinnert an an ihn. Bekannt wurde er als Maler Nikolaus-Josef Schmitt-Nennig. Den Namenszusatz hatte er sich geschickterweise schon früh zugelegt – vielleicht weil „Schmitt“ alleine nicht markant genug war für einen Künstler. Außerdem drückte er damit seine Verbundenheit mit seinem langjährigen Wohn- und Heimatort aus. Nach einer Lehre in einem „ordentlichen Beruf“ als Maler und Anstreicher besuchte er die Meisterschule des deutschen Handwerks in Trier (1936 – 1944), wo er erst in der Dekorationsklasse bei Professor Paul Mariel und später in der Malklasse von Martin Mendgen und Jean-Pierre Calteux eine solide und vielseitige Ausbildung genoss..


Ab 1949 erhielt Schmitt-Nennig  die ersten öffentlichen Aufträge. Insgesamt sind circa 50 größere Auftragsarbeiten im kirchlichen Bereich und 32 Werke im Bereich profaner Bauten dokumentiert.

Wichtige Werke seines Schaffens befinden sich zum Beispiel am Amtsgericht in Wadern (Sgraffito), im Peter-Wust-Gymnasium in Merzig (großes Wandbild), in den Pfarrkirchen in Mondorf/Saar (zehnteiliges Altarbild),in Urexweiler (großes Deckengemälde) und in Brotdorf (Chorgestaltung). Buntglasfenster entwarf er für die Pfarrkirchen von Reimsbach, Besch, Nennig und Tettingen. In der freien Malerei sowie in den von ihm meisterlich gehandhabten graphischen Techniken (Linol- und Holzschnitt, Radierung) überwog als Hauptthema der Mensch in all seinen Ausdrucksformen.



Die bekanntesten expressiven Holzschnittserien, die zwischen 1965 und 1970 entstanden sind, waren sein „Moseszyklus“ und der „Totentanz“. Neben seinen biblischen Motiven malte er ausdrucksstarke Porträts, vor allem Selbstporträts. Sein geliebtes Moseltal mit den Weinbergen und den kleinen Dörfern waren immer wieder Motiv für Zeichnungen, Ölbilder und Aquarelle im naturalistischen Stil.

Die Expressionisten der Künstlergruppe „Die Brücke“ (Nolde, Heckel, Kirchner, Pechstein) inspirierten Schmitt-Nennig in seinen graphischen Arbeiten. Matthias Grünewald und El Greco waren ihm in seinen sakralen Werken Quelle der Inspiration. Als Mitinitiator der Künstlergruppe Untere Saar (gegründet 1974) nahm er regelmäßig an den Gruppenausstellungen teil. In Einzelausstellungen zeigte er seine Werke in Brüssel, Luxemburg, Saarbrücken, Kaiserslautern, Saarlouis, Merzig und  vielen anderen Orten. Nikolaus-Josef Schmitt-Nennig starb am 15. 0ktober 1995 nach kurzer schwerer Krankheit in Saarburg. Im Gedenken an den 100. Geburtstag des Malers findet im Rahmen des Perler Wein- und Kellerfests vom 26. bis 29. Oktober im Vereinshaus in Perl eine Retrospektive statt.