Impressionen vom 44. Wein- und Kellerfest in Perl

Kostenpflichtiger Inhalt: Unterwegs beim Wein- und Kellerfest in Perl : Von Keller zu Keller, von Wein zu Wein

Beim 44. Wein- und Kellerfest in Perl erwarteten die Besucher Musik und allerlei Leckeres zu trinken und zu essen.

Was für die Merziger ihr Viezfest ist, ist für die Perler ihr Wein- und Kellerfest: Mit Freunden und Bekannten ziehen Luxemburger, Deutsche und Franzosen durch den kleinen Ort an der Mosel, treffen sich mitten in der Grenzregion und schlendern von einem Keller in den nächsten, um die Weinsorten der Region zu testen.

Kurz vor 19 Uhr am Samstag herrscht bei Thomas Schmitt, Winzer vom Weingut Schmitt-Weber, noch wenig Andrang. „Es ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagt er, „später geht hier mächtig die Post ab.“ Er kennt den Ablauf des Perler Weinfestes. „Ich bin mit dem Weinfest aufgewachsen“, erinnert er sich. Vor 44 Jahren kam den Winzern in der Region die Idee, den regionalen Wein zu stärken. „Damals hieß das Fest noch Wein- und Werbetage“, rekapituliert Schmitt, der den Charme des Weinfestes in Worte fasst: „Man wandert von Ort zu Ort mit weinseligen Menschen und genießt die ungezwungene Atmosphäre in den Kellern.“

In ebendiesen Kellern finden sich besonders zum späteren Abend hin bereits viele Menschen, die sich zum Wein trinken verabredet haben. Dabei trifft man auch viele Bekannte, weiß Schmitt. „Es kommen sogar welche extra aus Kanada, die ich seit 30 Jahren nicht mehr gesehen habe.“ Warum das Weingut mitmacht? „Wir feiern den Höhepunkt des Weinjahres und den Jahrgang“, der dieses Jahr zwar klein, aber von sehr guter Qualität sei, sagt er. „Wir sind sehr zufrieden.“

Als eine schöne Veranstaltung empfindet auch Katharina Schmitt das Fest, sie arbeitet hinterm Tresen und kam eigens für das Weinfest früher aus Österreich zurück. „Es gehört wie Weihnachten dazu“, sagt sie. Zum ersten Mal ist Sabine Lutenberger beim 44. Weinfest, sie begleitet eine Freundin. „Wir kamen mit dem Bus aus Saarbrücken“, erzählt sie. Was sie erwartet, weiß sie noch nicht – aber dafür, was sie am liebsten trinkt: „Weißwein und Sekt.“

Wie Lutenberger kommen viele Besucher aus der Region mit Bussen in den Weinort, manche von ihnen buchen in weiser Voraussicht schon ein Hotelzimmer im Ort. So auch Alfons Graf mit seinen beiden Söhnen und seinem Schwager aus Spiesen-Elversberg. „Meine Söhne schenken mir jedes Jahr zu Weihnachten einen Besuch bei einem Event“, sagt er. „Diesmal war es das Weinfest“, erzählt Matthias Graf. Wo sie schon waren? „Bei Gerd Petgen und Dr. Matzinger“, erzählt Sebastian Graf, sie wollen noch weiterziehen.

An insgesamt elf Standorten in ganz Perl und Sehndorf warten Vereine und Winzer auf zahlreiche Besucher, die meist zu Fuß die Wege gehen und dabei die frische Nachtluft genießen. Begleitet wird das Weinfest von Live-Musik und regionaltypischer Küche, in jedem Keller wird eine andere Atmosphäre angeboten.

Als einziger Gewölbekeller hat Dr. Matzinger geöffnet. „Wir bieten drei eigene Weine an und Weine von Ollinger-Gelz“, erzählt der Macher hinter der Weinmarke, Matthias Jacoby. Erst seit sieben Jahren gibt es ihre Weine. Für ihn und seine rund 40 Helfer geht es beim Weinfest um die Bildung der Gemeinschaft und um die regionale Entwicklung. „Wir lassen die Weine ohne viel menschliches Eingreifen reifen“, sagt Jacoby, der eine hauseigene Spezialität im eigenen Glas mit Firmenlogo im Angebot hat: Gris de pommes. „Das ist Apfelmost mit Traubenmost“, erklärt er. Ein Geschmack, der auch bei Mina Schmidt ankommt: „Der hat‘s mir angetan“, sagt sie. Warum sie durch den Ort zieht? „Weil ich finde, dass das Perler Weinfest ein tolles regionales Fest ist, bei dem sich Besucher egal welchen Alters amüsieren und guten Wein in geselliger Runde genießen können.“

Mit drei eigenen Weinen ist das junge Unternehmen Dr. Matzinger beim 44. Wein- und Kellerfest dabei (von links): Jakob Gebler, Malte Giesenow und Matthias Jacoby. Foto: leis

Der Keller von Dr. Matzinger in Perl und das Sekthaus Karl Petgen in Sehndorf sind auch am Montag, 29. Oktober, noch einmal geöffnet. Los geht es dann um 17 Uhr.

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