| 20:31 Uhr

Dogshow
„Give us a voice“: Wie misshandelte Hunde ein neues Zuhause finden

Natalie Michel mit ihrer Husky-Hündin Kira, welche die Tierschutzorganisation aus Rumänien retten konnte.
Natalie Michel mit ihrer Husky-Hündin Kira, welche die Tierschutzorganisation aus Rumänien retten konnte. FOTO: Tina Leistenschneider
Nennig. Zahlreiche Hunde und ihre Adoptiv-Eltern kamen vergangenes Wochenende zusammen. Von Tina Leistenschneider

Wie Müll in einer Plastiktüte weggeworfen, lag die Mischlingshündin Susi in Rumänien in einer Gasse, als Tierschützer sie fanden. „Sie stand unter Drogen und konnte nicht mehr richtig gehen“, erzählt ihre jetzige Besitzerin, Liliane Schartz. Vor drei Jahren adoptierte die Luxemburgerin über die Facebook-Seite der luxemburgischen Tierschutzorganisation „Give us a voice“ (Gib uns eine Stimme) die Mischlingshündin und war gleich ganz verliebt in sie. Zuvor hatte  die gemeinnützige Organisation den Vierbeiner wieder aufgepäppelt, bis er Ende April 2015 zu Liliane Schartz kam. Kaum einen Monat im neuen Zuhause, wurde die Mischlingshündin immer dicker. „Sie war schwanger, und das wohl schon, als sie weggeworfen und gefunden wurde“, berichtet Schartz von der ungeahnten Überraschung. Daraufhin habe „Give us a voice“ ihr angeboten, den Hund zurückzunehmen, doch Liliane Schartz wollte Susi nicht wieder abgeben und half ihr bei der Geburt ihres Nachwuchses, von dem ein Welpe nach der Geburt starb. Die anderen wurden zu neuen Mitgliedern in Schartz‘ Familie. „Als die Jungen da waren, war sie sehr aggressiv und hat niemanden an sich herangelassen“, erzählt Frauchen. Sie vermutet, dass die Hündin schon einmal Nachwuchs bekommen hat, der ihr aber weggenommen wurde.


Ihre Vergangenheit hat Susi mittlerweile gut verkraftet, „sie ist sehr lebhaft, liebt die Sonne und springt gerne nach Vögeln“, sagt ihre Besitzerin, die großen Respekt für die Arbeit der Organisation hat.

So wie Susi ergeht es vielen Tieren in Europa, die hier ein neues Leben beginnen können. Um die Fortschritte der geretteten Hunde zu würdigen und die Besitzer für ihren Einsatz zugunsten der Vierbeiner zu ehren, startete der Verein am vergangenen Wochenende zum ersten Mal ein Defilee. Dazu war jeder adoptierte Vierbeiner samt Frauchen oder Herrchen eingeladen, sich beim Rundgang auf dem Showparkett zu präsentieren – egal ob dick, dünn, groß oder klein. So reihten sich auf dem Parkett Border Collies, Huskys, Terrier und Chihuahuas aneinander.



Mit dabei war auch Natalie Michel mit ihren beiden Hunden Nola und Kira. Sie wuchs mit Hunden auf, daher war immer für sie klar, selbst einen tierischen Begleiter zu bekommen. Für eine Adoption über „Give us a voice“ entschied sie sich, um einer Fellnase ein neues Zuhause zu geben. Ihre fast drei Jahre alte Hündin Kira, ein Siberian Husky, konnte in Rumänien aus einer Tötungseinrichtung gerettet werden. An dem Defilee, von dem sie ebenfalls über Facebook erfuhr, machte sie mit, um Kontakte zu anderen Hundebesitzern zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Über eine Wiederholung der Dogshow im nächsten Jahr würde sie sich sehr freuen. „Die Idee ist, diese Veranstaltung jährlich zu veranstalten“, sagt Daniele Frères, Präsident der Tierschutzorganisation, dem es ein Herzensanliegen ist, dass Tiere wie Menschen behandelt werden.

Auf die 49 Vierbeiner, die seit ihrer Rettung die beste Entwicklung durchmachten und am Defilee teilnahmen, wartete am Ende eine kleine Prämie sowie ein großes Lob der Jury. Am Ende sicherte sich die kleine Mischlingshündin Susi den ersten Platz.