Gemeinderat Perl: Feuerwehr Besch bekommt Gerätehaus in Straße "Zu den Mühlen"

Kostenpflichtiger Inhalt: Gerätehaus für Feuerwehr Besch : Perler Rat bringt Heim für Wehr auf den Weg

Das Domizil der Einsatzkräfte soll in der Straße „Zu den Mühlen“ hochgezogen werden. Das haben SPD und Grüne entschieden.

Hätten die Einsatzkräfte aus Besch einen Wunsch frei gehabt, wäre ihr neues Domizil an der Grundschule in der Franzikus­straße hochgezogen worden. Doch die Mehrheit aus SPD und Grünen entschied in den Sitzung des Perler Gemeinderates, dass das neue Feuerwehrgerätehaus seinen Platz in der Straße „Zu den Mühlen“ haben wird. „Das B-Plan-Verfahren soll eingeleitet werden“, mahnte SPD-Fraktionschef Michael Fixemer an. „Alle erforderlichen Maßnahmen zur Beschleunigung des Verfahrens sind zu veranlassen“, sagte er.

Mit 13 Ja, zehn Nein und bei einer Enthaltung hatte der Rat diesen Standort beschlossen. Zwar war der Standort nach den Worten des Perler Gemeindewehrführers Michael Nittler nicht der Favorit, aber man sei von Seiten der Feuerwehr froh, dass das Ganze voran geht. „Jetzt hoffe ich, dass nach der Entscheidung alle Fraktionen an einem Strang ziehen, um das Projekt so schnell wie möglich zu verwirklichen“, wünschte er sich.

Läuft alles nach Plan, werden die Bescher Feuerwehrleute um ihren Löschbezirksführer Christoph Rhein nach den Worten von Michael Fixemer spätestens im Dezember 2021 ihr neues Haus in Besitz nehmen können. Rhein hatte nach seinen Angaben allein schon deshalb den Standort an der Schule favorisiert, „weil man dann schneller zu Potte gekommen“ wäre. „Vor 15 Jahren hat die Bescher Feuerwehr den ersten Antrag auf den Bau eines neuen Gerätehauses gestellt.“ Seit dieser Zeit sind laut Rhein 18 Standorte geprüft worden – den Vorschlag der Sozialdemokraten eingeschlossen.

Wie die Feuerwehr hatte auch die CDU-Fraktion mit dem Standort vor der Schule geliebäugelt – auch, um keine Zeit zu verlieren. Nach den Worten von CDU-Fraktionschef Hans-Peter Trierweiler hatte der ehemalige Bildungsminister Ulrich Commerçon den Bau des Feuergerätehauses unmittelbar vor der Kommunalwahl im Mai genehmigt. Das werde jetzt lächelnd ignoriert. Und die Gemeinde könnte zwei Flächen nicht mehr als Baugrundstücke verkaufen.

Ebenfalls warben seine Partei­freunde Walter Follmann, Alexandra Herzer und Richard Koch für den Standort. Dagegen sieht Fixemer den Standort in der Straße „Zu den Mühlen“ klar im Vorteil – eine Meinung, die sein Fraktionskollege Philipp Anton, Grünen-Fraktionschef Christian Schramm und dessen Fraktionskollege Karl-Heinz Raczek teilen. Derweil verwies ihr Parteifreund Andreas Weber darauf, dass sich auch der Bescher Ortsrat für diese Variante ausgesprochen hatte. Als Beispiele für die Vorteile nannte der Sozialdemokrat die städtebaulichen Entwicklung, die Entschärfung der Parkplatzsituation, die Erweiterung der Möglichkeiten zur Schaffung von Parkflächen im Bereich des Sportplatzes und die Möglichkeit, einen Buswendeplatzes für den Kindergarten oder die Schule anlegen zu können. Das Bürgerhaus würde laut diesem Entwurf in der Nähe der Franziskusstraße entstehen.

„Bei der bauliche Erschließung des Bürgerhauses auf der grünen Wiese könnten unterhalb zur Franziskusstraße die Parkflächen uneingeschränkt und einfach erschlossen werden – inklusive der Zufahrt.“ Dorthin komme man aktuell nur über einen Feldweg.

Fixemer monierte, dass in der Auflistung, die von der Verwaltung vorgetragen worden war, nicht nur Vorteile des Standortes fehlten, sondern auch die Finanzierung und die Bereitstellung des Geldes, abzüglich der Zuschüsse: 50 000 Euro müsste die Gemeinde in 2019 aufbringen, in 2020 420 000 Euro, in 2021 275 000 Euro und in 2022 50 000 Euro.

Zuvor hatten Bürgermeister Ralf Uhlenbruch und Dietmar Ollinger, Leiter der Bauabteilung und der technischen Dienste, die Varianten – wie vom Rat gewünscht – vorgestellt. Nach Darstellung von Ollinger hätte die Variante eins die höchste Förderung gebracht, da sie mit der Kombination von Bürger- und Jugendhaus sowie Feuerwehrgerätehaus den größten Synergieeffekt geboten hätte. Doch hätte das Bescher Schulgebäude weichen müsse. 60 Prozent Förderung seien möglich gewesen, maximal 1,3 Millionen Euro. Als Eigenanteil wurden 1 360 003,12 Euro genannt. Die Baukosten insgesamt hätten 2 660 883,12 Euro betragen. Auf rund 504 158,49 Euro wurde der Eigenanteil der Gemeinde beziffert, wenn das Feuerwehrgerätehaus vor dem Schulgebäude gebaut würde, die Gesamtkosten auf 1 008 316,98 Euro. Die Förderung kann laut Dietmar Ollinger 50 Prozent oder maximal 900 000 Euro betragen. Mit einer gleich hohen Förderung rechnet die Verwaltung laut Ollinger für den Domizils in der Straße „Zu den Mühlen“. Den Eigenanteil der Gemeinde schätzt er auf 502 430,28 Euro, die Gesamtkosten auf 1 004 860,55 Euro.

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