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Gedenken an den heiligen Quirinus

Gedenken an den heiligen Quirinus

Seit 1951 wird dem Perler Schutzpatron zu Ehren ein Ausritt veranstaltet, diesen begleitete auch in diesem Jahr eine Fußwallfahrt.

Quirinus lebt - zumindest die Tradition um den römischen Tribun, der im ersten Jahrhundert in Rom seinen Übertritt zum Christentum mit dem Leben bezahlen musste.

Zu Ehren des heiligen Quirinus - inzwischen auch Schutzpatron der Pferde und Reiter - findet bereits seit 1951 alljährlich der so genannte Quirinus-Ritt in Perl statt, eine Pferdeprozession rund um die Moselgemeinde und zurück durch die Weinberge zur Quirinus-Kapelle, wo traditionell die Segnung der Reiter und Pferde stattfindet.

Und es waren in diesem Jahr immerhin wieder 33 Pferde, deren Reiter sich auch von dunklen Regenwolken und düsteren Wetterprognosen nicht einschüchtern ließen. Pastor Uwe Janssen war aber auch schon beim Start in Nells Park anwesend, als David Hein auf Ritizia als Heiliger Quirinus die über 33 Reiter zur großen Runde um Perl führte. In der Kutsche mit dabei war neben Bürgermeister Ralf Uhlenbruch aber auch Diakon Benno Wolpertinger mit der historischen Quirinus-Reliquie.

Die Segnung der Pferde und Reiter zum Ende des Perler Quirinus-Ritts durfte auch in diesem Jahr nicht fehlen. Und auch das Wetter spielte gut mit. Es schien zwar nicht wie am Tag zuvor die Sonne, aber der befürchtete Regen blieb auch aus, so dass Reiter und Zuschauer einen stimmungsvollen 1. Mai an der attraktiven Obermosel erleben durften.

Stunden zuvor startete ebenfalls zu Ehren des heiligen Quirinus eine Fußwallfahrt nach Perl. Die Teilnhmer flehten dabei den Heiligen um Hilfe bei Halsweh, Bein- und Fußleiden oder Ohrenschmerzen und Hautausschlag an. Am Morgen machten sich bei Nieselregen 21 Wallfahrer nach einem kurzen Einleitungsgebet in der Pfarrkirche St. Gangolf in Oberleuken auf den neun Kilometer langen Fußmarsch nach Perl.

In der Borger Pfarrkirche St. Johannes der Täufer unterbrach die Gruppe den Marsch, um Gedanken zur Fußwallfahrt von Gemeindereferentin Birgit Wolsfeld zu lauschen. Mit Gebeten und Marienliedern zogen die Wallfahrer schließlich weiter durch die Natur bis zur Qurinuskapelle nach Perl.

In dem Gotteshaus wurden die Pilger dann von Pfarrer Uwe Janssen mit einem Gebet empfangen und gesegnet. Der Pfarreienrat Perl überreichte jedem Teilnehmer eine Pilgerurkunde. Zur Erfrischung gabs einen "Quirinus-Wein". Den Abschluss der Fußwallfahrt bildete das feierliche Hochamt anlässlich des Quirinusrittes und der Perler Kirmes in der Pfarrkirche.

Zum Thema:

Warum Sankt Quirinus in Perl gefeiert wird Die Verehrung des römischen Tribuns in der saarländischen Gemeinde Perl geht auf das Jahr 1050 zurück. Als die Gebeine von Quirinus von Rom nach Neuss überführt wurden, machte die Truppe um das Maultier, das zum Tragen der Reliquien bestimmt war, just an dieser Stelle in Perl Rast - genau am 30. April 1050 und just an der Stelle, an der die Quirinuskapelle steht. Schnell eilte die Legende der Gruppe voraus. Aus allen Richtungen kamen Menschen zu der Quelle nach Perl gepilgert, um zu beten und sich mit Quellwasser zu versorgen. Sie genossen das geweihte Wasser aus dem Brunnen und wurden geheilt. Das Datum, an dem die Pilgergruppe, die nach Neuss unterwegs war und in Perl übernachtete, nahmen die Perler zum Anlass, ihr Patronatsfest zu feiern.