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Auszeichnung
Für Verdienste um Europa ausgezeichnet

Ehrung des Europaverbandes der Selbständigen Deutschland (ESD) in Nennig: Michael Chamier (links) übergab die Auszeichnung an Kuni Ludwig Both, Präsident des ESD.
Ehrung des Europaverbandes der Selbständigen Deutschland (ESD) in Nennig: Michael Chamier (links) übergab die Auszeichnung an Kuni Ludwig Both, Präsident des ESD. FOTO: Ruppenthal
Nennig. Die Stiftung Mérite Européen verlieh dem Europaverband der Selbständigen Deutschland das „diplôme d’honneur“. Von Teresa Bauer

Der Europaverband der Selbständigen Deutschland (ESD) mit Sitz in Neunkirchen und Berlin wurde für seine Interessenvertretung von Selbstständigen, Freiberuflern sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland und Europa ausgezeichnet. Die Stiftung Fondation du Mérite Européen – eine in Luxemburg ansässige gemeinnützige Organisation – verlieh dem Unternehmerverband bei einer Feierstunde im Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg in Nennig das „diplôme d’honneur“ (Ehrendiplom).


Eigentlich sollte Jacques Santer, der Präsident der Fondation du Mérite Européen und ehemalige Premierminister von Luxemburg sowie ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, die Auszeichnung übergeben. Er musste seine Teilnahme an der Feier allerdings kurzfristig absagen. Die Vertretung übernahm Michael Chamier, Mitglied des Verwaltungsrates und Präsident des Vorstandes. In seiner Ansprache ging Chamier auf die Bedeutung der kleinen und mittelständischen Unternehmen für die Volkswirtschaften der 28 EU-Mitgliedsstaaten ein. Mehr als 22 Millionen Unternehmen (99,8 Prozent) entsprächen der EU-Klassifizierung als KMU, die nach seinen Worten europaweit 67 Prozent aller Arbeitnehmer beschäftigen und über 50 Prozent zur Bruttowertschöpfung beitragen.

„Wer hätte gedacht, dass wir, mit Blick auf die USA und China, heute wieder vor einem Handelskrieg stehen. Gerade deshalb ist es wichtig, zusammenzuarbeiten und entsprechende Verbindungen zu suchen. Denn nur gemeinsam können Wohlstand und Frieden erhalten werden“, sagte Kuni Ludwig Both, Präsident des ESD, der das Diplom entgegennahm. Als Interessenvertreter der Klein- und Kleinstbetriebe wisse er um die Herausforderungen, vor der diese stehen. „Aber nicht die Großkonzerne bestimmen unsere Gesellschaft. Deren Steueraufkommen ist im Verhältnis zu dem, was die vielen kleinen Firmen und Freiberufler zu unserem Wohlstand beitragen, absolut gering. Von 100 Arbeitnehmern sind über 50 in Betrieben unter zehn Mitarbeitern tätig. Deshalb werden wir weiter an der Idee Europa arbeiten.“ Europa sei zwar „nicht perfekt“. Es gebe Vorbehalte, es sei zu unübersichtlich, zu bürokratisch. „Aber was wäre die Alternative? Keine gemeinsame Währung, kein freier Handel?“, betonte Both. Unter Boths Präsidentschaft hat der Verband eine intensive Zusammenarbeit mit der in Brüssel sitzenden europäischen Dachvereinigung der Verbände der Klein- und Kleinstunternehmer, der UEAPME, begonnen, die europaweit zwölf Millionen Mitgliedsfirmen vertritt.



„Diese Auszeichnung gehört Euch allen. Die Qualität des Verbandes basiert auf der Qualität unserer Mitarbeiter“, sagte Vizepräsident des ESD Peter Spary und las anschließend Auszüge aus einem Brief, den Jacques Santer dem Preisträger zukommen ließ. „Sie haben sich mit Ihrem Verband über viele Jahre in besonderer Weise für ein Wachsen der Wirtschaft in Europa engagiert und sich entsprechend dem Motto der Fondation du Mérite Européen für die Vereinigung und Verständigung der europäischen Völker in Freiheit, Frieden und Brüderlichkeit eingesetzt. Wir freuen uns sehr, Ihren Verband als Anerkennung für dieses Engagement mit dem diplôme d’honneur auszuzeichnen“, schreibt Santer. Der Deutsche Freundeskreis der Mérite Européen habe dem Verwaltungsrat in Luxemburg diese Ehrung vorgeschlagen, „und er hat unter Federführung von Herrn Chamier den Vorschlag natürlich einstimmig genehmigt“, so Santer. Europa brauche Mitstreiter wie den Verband, die weiter an der Entwicklung eines europäischen Bewusstseins arbeiten. Das sei nach Santers Worten Voraussetzung für die Gestaltung eines „freien, demokratischen und geeinten Kontinents“.