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FC: Endlich Sportplatzfrage klären

FC: Endlich Sportplatzfrage klären

Die Perler Fußballer fühlen sich vom Gemeinderat im Stich gelassen.

Ein marodes Clubheim, nicht akzeptable Zustände der Club- und Funktionsräume: Christian Henkgen, Chef der Perler Fußballer, und seine Vorstandskollegen sind mit ihrem Latein am Ende. Sie fühlen sich vom Perler Gemeinderat im Stich gelassen, wie er den Streich der Hexen zum 1. Mai (die SZ berichtete) kommentiert. In der Walpurgisnacht kamen Unbekannte - still und leise - und montierten im Schutz der Dunkelheit ihr Banner mit der Kritik. Seit über 15 Jahren wird den Sportlern ein neues Stadion mit modernem Clubheim in Aussicht gestellt. In der Vergangenheit war sogar von einem Leistungszentrum mit mehreren Plätzen die Rede. Die Jahre vergehen, und nichts tut sich - und Clubheim und Sportplatz werden allmählich marode. Ein schlechtes Beispiel für den Perler Fußballnachwuchs, der miterleben muss, wie Heizung und vieles andere immer mehr kaputt gehen, sagen die Kritiker - Tadel, den Henkgen nur unterschreiben kann. "Für den FC Perl wird es immer schwieriger, den Jugend- und Aktivenspielbetrieb auf der in die Jahre gekommenen Sportanlage aufrecht zu erhalten." Reparatur- und Instandhaltungskosten sprengen nach seinem Bekunden zwischenzeitlich den finanziellen Rahmen des Vereins. "Ohne die Mithilfe ortsansässiger Handwerksbetriebe könnten die nötigsten Reparaturen nicht erfolgen." Seine Angst: Durch den maroden Zustand des Clubhauses, dessen Neubau bereits in 2004 beantragt wurde, wird dem Verein die wirtschaftliche Grundlage für die Finanzierung des Jugend- und Aktivenspielbetriebs entzogen. "Die Mitglieder schämen sich mittlerweile für die nicht akzeptablen Zustände der Club- und Funktionsräume. Von den saarländischen Gastvereinen werden wir immer häufiger auf die Missstände angesprochen." Die Vertreter aller Gemeinderatsparteien lassen den FC Perl im Regen stehen - eine Ansicht, die seine Leute teilen. "Trotz mehrfacher Beschlüsse des Gemeinderates wurden immer wieder Vorwände gefunden, diese nicht umzusetzen." Als Beispiele nennt der Fußballchef Lärmgutachten, Entwässerung oder vertragliche Probleme.

"Es wird immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer für den Einsatz auf der maroden Anlage zu motivieren." Der Vorstand des FC Perl sieht laut Henkgen sich nicht mehr in der Lage, die Verantwortung für den zukünftigen Jugend- und Aktivenspielbetrieb unter diesen Gegebenheiten zu übernehmen. Da dem Verein bereits seit dem 31. Dezember 2005 der Gestattungsvertrag für die Benutzung der Sportanlage von der Gemeinde Perl gekündigt worden sei, befinde sich der Verein in einem rechtslosen Raum, und der Vorstand müsse jegliche Haftung für mögliche Sach- und Personenschäden ablehnen.

"Da wir davon ausgehen müssen, dass der Gemeinderat auch in den zukünftigen Sitzungen Gründe gegen eine zeitnahe Umsetzung seiner Beschlüsse findet, möchten wir uns bei allen Vereinsmitgliedern für die eventuell bevorstehende Schließung der Sportanlage entschuldigen", schreibt Henkgen.