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Erwin Schmidt kümmert sich seit vier Jahrzehnten um den TuS Nenning

Kostenpflichtiger Inhalt: Erwin Schmidt kümmert sich seit vier Jahrzehnten um den TuS Nenning : „Ich bin halt einfach ein Vereinsmensch“

Erwin Schmidt, Vorsitzender des TuS Nennig und der SG Obermosel, macht seit über 40 Jahren Vorstandsarbeit. Großprojekt steht an.

  In Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern, ist der Nenniger Erwin Schmidt so etwas wie das lebende Gegenmodell. Der 66-Jährige sagt von sich selbst, er sei „überzeugter Vereinsmensch“ und trägt schon mehr als vier Jahrzehnte für seinen TuS Nennig im Vorstand Verantwortung. Begonnen hat alles 1979. Damals wurde er Jugendleiter des TuS und führte diese Abteilung acht Jahre, ehe er 1988 Vorsitzender wurde.

„Damals meinten viele, dass ich nach einem Jahr am Ende wäre. Mittlerweile sind es 32 Jahre geworden, und es läuft – auch dank meines tollen Teams – richtig gut“, sagt Schmidt. Doch nicht nur der TuS Nennig kann auf die Arbeit von Schmidt bauen. 1992 gründeten besagter TuS und der FC Oberleuken-Borg die Spielgemeinschaft Obermosel. Die wurde bis 2004 von Günther Merz, dem damaligen Vorsitzenden von Oberleuken, geführt. „Leider erkrankte Günther damals und musste das Amt abgeben. Ich habe dann den Vorsitz übernommen und mache das seitdem auch“, sagt Schmidt, der somit seit 2004 in einer Doppel-Funktion tätig ist.

„Wir nennen uns zwar SG, doch die Vereine sind eigenständig und separat geführt. Ausgaben und Einnahmen werden hälftig geteilt, das läuft alles ohne Eifersüchtelei“, erklärt Schmidt, der auf ein gut funktionierendes SG-Team verweist. „So ist unser Schriftführer Dietmar Reinardt aus Nennig ebenfalls schon seit 1988 dabei.“

Schmidt hat Landmaschinen-Mechaniker gelernt, aber einen Großteil seines Berufs-Lebens in Luxemburg gearbeitet. „Ich war dort im Stahlbau tätig und habe einige verantwortungsvolle Projekte geleitet. In Hamburg haben wir für Airbus Hallen gebaut, in der jetzt der A 380 montiert wird. Die waren so groß wie ein Sportplatz“, plaudert Schmidt, der seit 2013 im Ruhestand ist.

Der Tagesablauf des Vorsitzenden ist an ein Ritual geknüpft. „Der Tag beginnt mit einem Frühstück und dem ausführlichen Studium der Saarbrücker Zeitung. Das ist morgens Pflicht. So gegen 10 Uhr bin ich dann ansprechbar und für die Vereins-Arbeit zugänglich. Da ist jeden Tag was zu tun: Mails beantworten, Telefonate führen und so einiges mehr“, erzählt Schmidt.

Mit Stolz verweist er auf die Jugendabteilung der SG Obermosel, die unter dem Namen JSG Moseltal vor rund zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. Als dritter Verein ist die SG Perl-Besch dabei. „Wir haben mehr als 250 Jugend-Spieler in allen Alters-Klassen auf dem Rasen. Da macht die JSG mit Uwe Faber an der Spitze einen Super-Job“, lobt Schmidt, der aber auch noch ein großes Projekt auf seinem Zettel hat: „Wir würden gern den Hartplatz in Nennig in einen Kunstrasen umgestalten. Es gab schon Gespräche, doch die Kosten belaufen sich auf mehr als 400 000 Euro. Das muss erst einmal gedeckelt werden. Doch wir arbeiten daran, auch wenn wir wissen, dass es noch einige Jahre dauern kann“, zeigt sich der Vereins-Chef unverzagt.

Schmidt, der sich eingangs als Vereinsmensch outete, hat zudem auch neben dem Fußball in anderen Vereinen noch gut zu tun. So sitzt er, der 1978 als „Zugezogener“ nach Nennig kam, seit 25 Jahren im Ortsrat der Gemeinde. Als Mit-Ideengeber ist er seit 42 Jahren bei der Planung und Ausführung des Saarländischen Mosel-Weinfestes aktiv. „Das ist ein wichtiger Punkt im örtlichen Kalender. Leider muss in diesem Jahr aus bekannten Gründen unser Fest ausfallen“, trauert Schmidt einem Highlight im Moseltal nach.

Auch der Förderverein Schloss Berg kann auf seine Mitarbeit bauen. Dort steht gerade ein Groß-Projekt an. „Die Grillhütte wurde im vergangenen Jahr abgefackelt und wir sind jetzt dabei, sie wieder aufzubauen. Da gibt es noch einiges zu tun, bis das wieder so aussieht, wie es aussehen soll“, meint Schmidt. Er hat eben alle Hände voll zu tun, der Vereinsmensch Erwin Schmidt.