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Perl
Auch der Sport kennt keine Grenzen

Auch die anspruchsvolle Boulderwand erforderte Mut und Geschick von den jungen Kletterkünstlern.
Auch die anspruchsvolle Boulderwand erforderte Mut und Geschick von den jungen Kletterkünstlern. FOTO: Dieter Ackermann
Perl. Dass Sport die Menschen auch über Landesgrenzen hinweg verbindet, wurde beim ersten „Sportfestival der Großregion“ in Perl eindrucksvoll bestätigt. Von Dieter Ackermann

Tapfer stapelt die siebenjährige Melanie Bierkasten auf Bierkasten, um sich darauf – gesichert durch ein Seil des Technischen Hilfswerks – immer weiter in die Höhe zu arbeiten. Dann trifft Ministerpräsident Tobias Hans am Deutsch-Luxemburgischen Schengen-Lyzeum ein. Prompt kracht der Bierkasten-Turm ein, und die Siebenjährige schwebt nach dem ersten Schreck lächelnd am Sicherungsseil langsam wieder der Erde entgegen. Klar: Der Ministerpräsident war’s nicht schuld. Er war als Schirmherr dieser zweitägigen Sport- und Spaßveranstaltung gekommen, um mit seinem Besuch zu unterstreichen, für wie wichtig er den grenzüberschreitenden Sport in der Großregion hält.


Mit diesem Ziel vor Augen war 1996 der „Europäische Sportpool der Großregion“ (kurz: Eurosportpool) gegründet worden, in dem das Saarland im Januar 2017 für zwei Jahre den Vorsitz übernommen hat. Nachdem er den Ministerpräsidenten begrüßt und zu einem kleinen Rundgang eingeladen hatte, fand Frank Wagner, CDU-Landtagsabgeordneter aus Merzig, als einer der Väter des Eurosportpools am Rande die Zeit, der SZ diese Organisation kurz vorzustellen. „Dieser Pool umfasst Vereine und Verbände aus dem ganzen Saarland, aus Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Grand Est, Wallonien und Ostbelgien.“

Nach dem Ziel dieses zweitägigen Sportfestivals in Perl gefragt, antwortete Wagner: „Wir wollten zum Ende des zweijährigen Vorsitzes noch einmal einen attraktiven Akzent setzen. Und wo könnte das besser geschehen als an dieser Schule, die schließlich ein Leuchtturm-Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit darstellt?“ Das sah der Ministerpräsident genauso: „Das ist letztlich der Grund, warum ich mich heute besonders gerne als Schirmherr bei dieser Veranstaltung umschaue.“



Während der Freitag für Wettkämpfe, Workshops und Sportstationen für Schüler aus der Großregion – Rheinland-Pfalz, Saarland, Belgien und Luxemburg – reserviert war, stand der Samstag insbesondere Familien und Besuchern jeden Alters offen. Aus der Vielzahl der Angebote können hier gar nicht alle aufgezählt werden. So startete der öffentliche und kostenfreie Familien-Sporttag mit einer Barmer-Firmen- und Familienwanderung sowie einer Drei-Länder-Radtour. In der Sporthalle kämpften junge Schülerinnen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Frankreich während eines internationalen Handballturniers um sportliche Lorbeeren. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bot Schwimmkurse an, außerdem gab es überall Mitmachangebote wie Klettern, Soccer und Hüpfburg. Auch der Naturpark Saar-Hunsrück war mit einem Angebot zum Thema Umwelterziehung vertreten. Das Familienzentrum Perl-Mettlach erwies sich vor allem für die kleinen Besucher als interessante Anlaufstelle, ebenso wie die Laufrädchenstation des Sport- und Spielmobils des LSVS.

Auf dem Gelände lockte ferner der große Barmer-Event-Truck mit tollen Mitmachangeboten und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm. Und damit Tobias Hans sowie die weniger prominenten Besucher die vielen Attraktionen gut gestärkt genießen konnten, boten die Saar-Landfrauen hausgemachten Kuchen an. Natürlich rundeten ferner herzhafte Speisen und Getränke das leckere Angebot ab.

Das grenzüberschreitende Sportfestival endete schließlich im Rahmen des Kultur-Sommers mit einem Knaller: Die Band Oku & the Reggaerockers spielte auf. Dabei wurden die acht Musiker um Sänger Oku erneut mit ihrer besonderen Musik ihrem Ruf gerecht – inspiriert durch die Gruppe Beatsteaks und Sänger Jan Delay –, ein Garant für mitreißende Musik zu sein.

Da kracht der Bierkästenturm zusammen, und die tapfere Kletterin schwebt noch etwas erschrocken der Erde entgegen.
Da kracht der Bierkästenturm zusammen, und die tapfere Kletterin schwebt noch etwas erschrocken der Erde entgegen. FOTO: Dieter Ackermann
Frank Wagner (links) und Tobias Hans bewundern die Kletterkünste der jungen Besucher.
Frank Wagner (links) und Tobias Hans bewundern die Kletterkünste der jungen Besucher. FOTO: Dieter Ackermann