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Erhält Lyzeum neue Sporthalle?

Umstritten ist der Bau einer neuen Sporthalle für das Schengen-Lyzeum In Perl. Foto: Rolf Ruppenthal
Umstritten ist der Bau einer neuen Sporthalle für das Schengen-Lyzeum In Perl. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Perl. Am Bau einer neuen Sporthalle am Schengen-Lyzeum scheiden sich die Geister. Geht es nach der Verwaltung und der SPD-Fraktion, soll die Halle realisiert werden. Ein striktes Nein kommt von der CDU-Fraktion. Margit Stark

Erhält das Schengen-Lyzeum seine gewünschte Sporthalle oder nicht? Zig Mal haben die Fraktionen im Perler Gemeinderat über das Projekt, das mit rund drei Millionen Euro veranschlagt wird, die Köpfe heiß geredet. Läuft es nach Wunsch der Verwaltung, wird der Rat in seiner Sitzung am Freitag, 6. März, 18 Uhr, im Schengen-Lyzeum eine endgültige Entscheidung darüber fällen, ob die Gemeinde an der Obermosel die Bauträgerschaft und ihren Obolus übernimmt. Insgesamt 600 000 Euro müsste sie berappen, ebenso viel wie das Land. Der Staat Luxemburg hat 1,5 Millionen Euro zugesagt, der Landkreis 300 000 Euro .

Für die Schulkommission des Kreises steht fest: Der Landkreis, der Träger der binationalen Schule, wird nicht als Bauträger in Betracht kommen. Zu diesem einstimmigen Ergebnis kam das Gremium in seiner Sitzung am 25. Februar. Wie es aus dem Landratsamt heißt, erkennen die Mitglieder dieses Ausschusses an, dass der Neubau einer Halle die Planungen im Fach Sport erleichtern und die angespannte Situation verbessern würde. Einig ist sich die Kommission auch darüber, dass es eine finanzielle Unterstützung gäbe, sollte eine neue Halle hochgezogen werden. Wie zugesichert, werde der Kreis zehn Prozent der Baukosten übernehmen, maximal 300 000 Euro . "Wir vom Kreistag können nicht nur eine Schule im Blick haben, sondern müssen an alle denken", nennt CDU-Fraktionschef Edmund Kütten auf SZ-Anfrage den Grund für das einstimmige Nein. Als Beispiel verweist er auf die beengten Verhältnisse am Gymnasium am Stefansberg in Merzig. "Es gibt zu wenig Klassenräume. Wenn eine Klasse Turnunterricht hat, nutzt eine andere deren Raum", sagt er. "Der Kreis kann nicht noch zusätzlich für Sport am Schengen-Lyzeum investieren, wenn an anderen Schulen die Raumkapazität für normalen Unterricht fehlt." Die Mitglieder des Kreistages müssen sich nach seinen Worten wohl überlegen, wofür sie die Steuergelder ausgeben. Für den Christdemokraten steht fest: Am Schengen-Lyzeum bestehen mehr Möglichkeiten für den Sportunterricht wie an keiner anderen Schule im Kreis.

Ein klares Nein, dass die Gemeinde Perl als Bauträger auftritt, kündigt Christdemokrat Ernst-Rudolf Ollinger für seine Fraktion an. "Wir sind nicht der Schulträger und können den Haushalt der Gemeinde nicht noch damit belasten", sagt der CDU-Fraktionschef im Gemeinderat. Für ihn hat die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Besch ganz klar Vorrang. Seit vergangenem Jahr müssen sich die Einsatzkräfte mit einer Notlösung in einer Firmenhalle begnügen. Und die besitzt laut Ollinger keine Heizung - keine guten Voraussetzungen für die Gerätschaften. Daher nennt er deren Erneuerung des Gerätehauses für dringend notwendig - ebenso wie die an den Grundschulen. Dagegen spricht sich SPD-Fraktionschef Michael Fixemer für einen Neubau der Sporthalle für die Schule, die er ein Symbol für Europa nennt, aus. "Das Projekt darf nicht am kleinkarierten Denken scheitern", sagt der Sinzer Ortsvorsteher, den die SPDler als Bürgermeister-Kandidaten gewählt haben. "Wir haben im Dezember 2013 dafür einen Ingenieur-Auftrag erteilt. Ein Bedarf ist vom Ministerium anerkannt worden." Zudem weist er auf das Geld hin, das im Haushalt dafür eingestellt worden ist. "Wenn die Halle nicht kommt und somit das Versprechen an Schüler und Lehrer nicht eingehalten wird, ist das unverantwortlich. Mit dem Beschluss entscheiden wir über die Zukunft der Schule" - eine Ansicht, die Bürgermeister Bruno Schmitt teilt. "Wir brauchen diese Halle", sagt der Sozialdemokrat. Drei Klassen können nach seiner Ansicht nicht gleichzeitig die Turnhalle nutzen. Und auch Perler Vereine hätten sich gemeldet, um zu trainieren. "Damit ist die Halle auch in den Ferien ausgelastet. Wir haben einen Wahnsinnsbedarf." Der Neubau der Halle bringt nach seiner Ansicht für die Gemeinde nur Vorteile. Den Haushalt sieht er durch die bislang einkalkulierten 300 000 Euro nicht gefährdet. "Er wird ausgeglichen sein", sagt Schmitt.