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Wallfahrt
Einige Rosenkränze wurden auf der Wallfahrt gebetet

Die Pilgerschar unterwegs, anfangs noch bei trübem Wetter.
Die Pilgerschar unterwegs, anfangs noch bei trübem Wetter. FOTO: Kurt Petry
PERL.

Die ehemalige Zisterzienserinnenabtei Marienfloss in Sierck-les-Bains wurde 1238 gegründet. Von 1415 bis 1431 war sie Kartäuserkloster, dann Kollegialstift; 1792 wurde sie zerstört, die Ruine wurde 1963 restauriert und eine schöne Marienkapelle mit Außenanlagen angelegt. Und zu dieser Marienkapelle pilgerten am vergangenen Sonntag auf Einladung des Perler Pilgerstabes wieder 33 Gläubige aus der Pfarreiengemeinschaft Perl.


Pfarrer Uwe Janssen verabschiedete die Pilger mit einem Eröffnungsgebet und dem Segen am Morgen in der Quirinuskapelle in Perl auf ihren Pilgerweg, der zunächst bei neblig-trübem Wetter durch die Weinberge nach Apach führte.

In der Kirche zu Apach machte man Station zu einer inneren Einkehr mit einer Marienintention und Marienliedern. Entlang der Mosel ging es bei mittlerweile herrlichem Sonnenschein weiter bis nach Sierck und zur Marienkapelle Marienfloss, wo man gemeinsam mit den lothringischen Gläubigen ein feierliches Hochamt zu Ehren der Mutter-Gottes im Freien und anschließend dann „dreiländerübergreifend“ das Kapellen-Fest der Pfarrei Notre-Dame de Marienfloss feierte. 1415 gründete Adolf von Essen auf Wunsch des lothringischen Herzogspaares Karl II. und Margarethe von der Pfalz die Kartause Marienfloss. Adolf von Essen nahm seinen Schüler Dominikus dorthin mit, wo er als Vikar des Klosters wirkte. Da Dominikus von Preußen Schwierigkeiten hatte, sich beim Gebet selbstständig die Heilsgeheimnisse vor Augen zu führen, verfasste er 50 Schlusssätze, so genannte clausuale, mit einem kurzen Betrachtungsaspekt, von denen man jeweils einen an dass Ende eines jeden „Gegrüßet seist du Maria“ anhängte. Nach und nach bürgerten sich dann aber nur die 15 markantesten davon fest ein und sind noch heute für das Rosenkranzgebet gebräuchlich.



Auf Adolf von Essen und Dominikus von Preußen sollen auch die Unterteilungen in feste Abschnitte des Rosenkranzes mit einer bestimmten Anzahl von „Gegrüßet seist du Maria“ und schließlich auch die Auswahl und regelmäßige Benutzung der 15 heute noch gebräuchlichen Schlusssätze zurückgehen.

Hiervon konnten sich die 33 Pilger auf ihrer Marienfloss-Fußwallfahrt sehr eingehend überzeugen, denn einige der „Rosenkränze“ wurden auf den rund zehn Kilometern gebetet.

Die Marienkapelle im lothringischen Marienfloss. Foto: Kurt petry
Die Marienkapelle im lothringischen Marienfloss. Foto: Kurt petry FOTO: Kurt Petry