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Eine Pionierin der Kommunalpolitik im Kreis ist tot

Eine Pionierin der Kommunalpolitik im Kreis ist tot

Nennig. Im Alter von 87 Jahren ist die engagierte SPD-Kommunalpolitikerin Elisabeth Hofmann (Foto: SZ) aus Nennig nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Viele Verdienste hat sich die Frau, die 1964 in die SPD eintrat, im Laufe der vielen Jahre um die Partei erworben

Nennig. Im Alter von 87 Jahren ist die engagierte SPD-Kommunalpolitikerin Elisabeth Hofmann (Foto: SZ) aus Nennig nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Viele Verdienste hat sich die Frau, die 1964 in die SPD eintrat, im Laufe der vielen Jahre um die Partei erworben. Sie gründete auf Kreisebene die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und war 20 Jahre lang deren Vorsitzende sowie viele Jahre lang im AsF-Landesvorstand und Delegierte auf Bundesebene. Vier Jahre war sie Ortsratsmitglied und 20 Jahre Kreistagsmitglied, davon fünf Jahre als Kreisbeigeordnete. Politik hätte ihr auch weiterhin Spaß gemacht, "aber da war die Überlegung, dass man besser rechtzeitig aufhören sollte, solange man es noch selbst entscheidet - und nicht, wenn andere es wollen", sagte sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Kreistag 1994. Aktiv in die Politik eingestiegen war sie, als sie schon in Nennig gewohnt habe, verriet sie damals. Ihre Feststellung: Ausschließlich Männer sitzen in den Gremien. Ihr Ziel: Dies muss sich ändern. Daher habe sie den Beweis antreten wollen, dass Frauen das auch können und andere Frauen anregen, es auch zu riskieren, nannte sie ihre Motivation, sich politisch zu engagieren. "Sie hat da Pionierarbeit geleistet", sagt ihr langjähriger politischer Weggefährte Adolf Schmitt, ehemals Ortsvorsteher von Nennig. "Kämpferisch war sie, trotzdem immer umgänglich und loyal. Keine "Emanze", aber eine emanzipierte Frau, die sich nicht so leicht etwas durchgehen gelassen habe. Hart aber fair im Urteil und akzeptiert bei den Parteifreunden und den politischen Gegnern gleichermaßen. "Durch ihr Engagement haben die Sozialdemokraten in Nennig und in der Gemeinde Perl einen großen Aufschwung erlebt", ergänzt Schmitt. Wenn es um Hilfe für andere ging, kannte Hofmann kein Parteibuch. "Sie hatte offene Ohren für jeden." Selten habe er eine Frau getroffen, die so willensstark gewesen sei wie Elisabeth Hofmann. "Sie war willensstark ohne rechthaberisch zu sein." Für ihre Verdienste hat ihr die SPD im Herbst 2005 die Willy-Brandt-Medaille verliehen - die höchste Auszeichnung der Partei für ihre Mitglieder. mst