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Edle Tropfen aus dem Saarland im Urteil der Weinkenner

Perl. In Saarbrücken im Forum der Saarbrücker Zeitung sowie in Perl steht am kommenden Wochenende der Proufdach auf dem Terminkalender. Die Winzer aus Perl, Nennig und Sehndorf präsentieren zunächst am Freitag, 27. März, in der Landeshauptstadt bei der SZ (14 bis 18 Uhr) und dann am Samstag und Sonntag, 28. und 29. März, im Schengen-Lyzeum in Perl die Weine des Jahrgangs 2014. Was erwartet die Besucher? Die SZ hat vorab einige Weine des neuen Jahrgangs getestet.


Saarländische Winzer stellen den neuen Jahrgang 2014 in Saarbrücken bei der SZ und in Perl vor
In Saarbrücken im Forum der Saarbrücker Zeitung sowie in Perl steht am kommenden Wochenende der Proufdach auf dem Terminkalender. Die Winzer aus Perl, Nennig und Sehndorf präsentieren zunächst am Freitag, 27. März, in der Landeshauptstadt bei der SZ (14 bis 18 Uhr) und dann am Samstag und Sonntag, 28. und 29. März, im Schengen-Lyzeum in Perl die Weine des Jahrgangs 2014. Was erwartet die Besucher? Die SZ hat vorab einige Weine des neuen Jahrgangs getestet.Von SZ-MitarbeiterMartin Trappen

Der Jahrgang 2014 ist ein Top-Jahrgang", verriet Thomas Schmitt vom Weingut Schmitt-Weber in Perl auf der Jungweinprobe für die SZ-Redaktion im Vorfeld der Probiertage am kommenden Freitag in Saarbrücken sowie am Samstag und Sonntag in Perl. "Der Jahrgang ist deutlich stärker als der 2012er und der 2013er. Zum ersten Mal seit 2011 stimmt jetzt sowohl die Menge als auch die Qualität", lobte auch Winzer Peter Petgen aus Nennig.

"Dank des sehr milden Winters hatten wir einen frühen Austrieb. Da wir zudem noch von Spätfrost verschont wurden, hatten wir auch einen guten Fruchtansatz", erläuerte Helmut Herber vom Weingut Ökonomierat Herber aus Perl die Entwicklung des 2014er-Jahrgangs. "Bei der Nässe und Kälte im August sogen sich die Trauben voll Wasser, wodurch deren Entwicklung gestoppt wurde. Wegen der Nässe hatten wir bei den Trauben auch mit viel Fäule zu kämpfen und mussten daher sorgfältig sortieren", führte Herber weiter aus.

Die Jungweinprobe eröffnete ein trockener Chardonnay Qualitätswein vom Weingut Hartmann aus Perl. Markus Hartmann beschrieb den Wein als "fruchtig" und "gut zu trinken". Der Preis: sechs Euro pro Flasche.

Als zweites stellte Gerd Petgen vom Sekthaus Petgen aus Sehndorf einen trockenen Spätburgunder Blanc de Noir vor: "Das ist eine recht unbekannte Sorte, die bei uns in Deutschland aber immer beliebter wird." Blanc de Noir bedeutet nach den Worten des Winzers nichts weiter, als dass der Wein eine helle Farbe habe, obwohl er aus einer roten Traube gekeltert wird. "Es ist ein leichter Sommerwein mit zwölf Prozent Alkohol und wird am besten an heißen Tagen auf der Terrasse getrunken", empfahl Petgen. Der Wein hat einen Alkoholgehalt von zwölf Prozent und kostet 7,50 Euro pro Flasche.

Weiter ging es mit einem Auxerrois Qualitätswein vom Weingut Schmitt-Weber aus Perl. Thomas Schmitt ergänzte sein Lob zum 2014er-Jahrgang: er sei äußerst gelungen, man könne als Winzer zufrieden sein. "Er hat ein blumiges Bouquet, eine bekömmliche Säure und ist ein typischer Vertreter der Region", beschrieb Schmitt den Tropfen. Außerdem verriet er, dass der Auxerrois erst am vergangenen Montag abgefüllt worden sei. Er hat einen Alkoholgehalt von zwölf Prozent, und pro Flasche sind 6,50 Euro zu zahlen.

Nummer vier bei der Verkostung war ein weiterer Auxerrois Qualitätswein, allerdings halbtrocken, den Edgar Gales aus Nennig präsentierte. "Schön fruchtig" sei dieser Wein aus seinem Hause, mit zehn Gramm Restzucker, einer Säure von 5,3 und 12,5 Prozent Alkohol. Preis pro Flasche: sechs Euro.

Als nächstes stand der letzte der drei Auxerrois Spätlese des Abends an, den der Präsident des Saarländischen Winzerverbands, Ökonomierat Helmut Herber, von seinem Weingut in Perl mitgebracht hatte. "Es handelt sich hierbei um einen ausgewogenen, typischen Auxerrois, der sich vor allem durch feine Apfel- und Birnen-Aromen auszeichnet", kommentierte Herber den Tropfen. Der bereits im Januar abgefüllte Wein wurde im Februar diesen Jahres bei der 19. Berliner Wein Trophy mit Gold ausgezeichnet. Er hat zwölf Prozent Alkohol und kostet pro Flasche 7,80 Euro.

Auf den Auxerrois folgte ein trockener Grauburgunder Spätlese aus dem Weingut Karl Petgen, Nennig. "Kräftig, nicht zu schwer, mit einer gewissen Frische" ist der Grauburgunder der Beschreibung Peter Petgens zufolge. "Der Wein passt zu allen Gerichten. Er ist aber auch ein angenehmer Trinkwein", meinte der Winzer. Mit 12,5 Prozent Alkohol ist der Wein gut verträglich. Preis: acht Euro die Flasche.

An vorletzter Stelle kam ein feinherber Cabernet Blanc des Weinguts Ollinger-Gelz aus Sehndorf. Über die Rebe sagte Willi Ollinger: "Sie stammt vom Sauvignon Blanc ab, der mit pilzresistenten Reben gekreuzt wurde." Daher benötige man keine Pflanzenschutzmittel. "Das ist für ein ökologisches Weingut wie meines natürlich ideal", verriet der Sehndorfer. Aus demselben Grund sei diese Sorte von allen Bio-Winzern sehr begehrt. "Im Geschmack und im Geruch hat der Wein Noten von Stachelbeere, Holunderblüte und grüner Paprika", charakterisierte Ollinger den Tropfen. Er passe besonders zu asiatischen Gerichten, zu hellem sowie Kalbfleisch. Der Wein hat einen Alkoholgehalt von 12,5 Prozent, und eine Flasche schlägt mit 8,50 Euro zu Buche. "Er passt sehr gut in die Region", fand der Sehndorfer Winzer.

Den Abschluss machte ein Wein aus adligem Hause: Eine feinherbe Sauvignon Gris Auslese von Georg Baron von Hobe-Geltings Schloss Thorn. "Es ist eine sehr anspruchsvolle Rebe, und speziell nach der Auslese haben wir eine starke Nachfrage", erläuterte Christiane Stein, Marketing-Chefin am Schloss. "Im Geschmack hat der Sauvignon Gris eine deutliche Maracuja-Note. Er passt hervorragend zu asiatischen Gerichten, zu Barbecue, Chili und allem, was stark pfeffrig ist", umschrieb Stein den zwölfprozentigen Tropfen. Zwölf Euro kostet die Flasche.

Auf einen Blick
Acht Weingüter und rund 70 Sekte und Weine: Der neue Jahrgang 2014 steht zur Verkostung bereit. Die saarländischen Obermoselwinzer laden zum 18. Weinforum bei der SZ und zum Proufdach in Perl ein. Start ist am Freitag, 27. März, von 14 bis 18 Uhr im Forum der SZ in Saarbrücken in der Eisenbahnstraße. Eine weitere Gelegenheit zum Probieren der neuen Weine bietet sich auch am Samstag, 28. März, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 29. März, von 11 bis 18 Uhr im Schengen-Lyzeum in Perl. Der Eintritt kostet jeweils zehn Euro, enthalten sind ein Weinglas und Brot. mtn