Europafest im Dreiländereck Saarländer, Luxemburger und Franzosen feiern gemeinsam

Perl/Schengen · Vor zwei Jahren fand zum ersten Mal das grenzüberschreitende Festival „Hoch drei“ im Dreiländereck statt. Und auch die zweite Auflage vor wenigen Tagen sorgte wieder für buntes Treiben im Herzen der Saar-Lor-Lux-Region.

 Viele Attraktionen bot das Festival Hoch3 den Besuchern des Festivals Hoch3. Hier eine Schmied aus Frankreich.

Viele Attraktionen bot das Festival Hoch3 den Besuchern des Festivals Hoch3. Hier eine Schmied aus Frankreich.

Foto: Michael Rauch

Die Sonne wärmt Philippe Rehlinger von oben. Sie bleibt nicht die einzige Energiequelle, auf die sich der Apacher an diesem Morgen verlässt. Der Vorsitzende des historischen Vereins legt sich mächtig ins Zeug, damit vor ihm die Flammen lodern und es neben ihm raucht. „Wir lassen unsere alte Schmiede wieder aufleben“, sagt der Mann in der schwarzen Zunftkleidung. Eigens für den Europatag hat er einen Teil seiner Werkstatt auf der Strecke zwischen Perl und Schengen aufgebaut – einer von 80 Ausstellern beim Festival „Hoch drei“.

Während die Mitglieder des Hundesportvereins aus dem Großherzogtum ihre Vereinskameradin zum Geburtstag hochleben lassen, starten Paula Schaller und Patrick Müller von der Perler Gemeindeverwaltung zu einer Kontrolltour entlang der Stände. Ihr Wunsch: wunschlos glückliche Aussteller und zufriedene Gäste. Zum zweiten Mal zählen die Leute von der Obermosel zu den Organisatoren und Gastgebern der grenzüberschreitenden Fête. Bei der Premiere vor zwei Jahren wurden nach den Worten von Perls Bürgermeister über 10 000 Besucher gezählt – eine Zahl, die laut Verwaltungschef weit übertroffen wurde. „Wir machen das, von dem andere reden – Europa im Kleinen leben“, sagt er und lässt seinen Blick über die schmucken Pavillons schweifen, unter den Leckeres aus der Region angeboten wird. „Die Bürgermeister des Dreiländerecks beweisen, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktionieren kann“ – ein Satz, dem Schengens Bürgermeister Michel Gloden, Sierck-les-Bains Bürgermeisterin Helen Lambard-Hammond oder Apachs Verwaltungschefin Emilie Feltz-Villain zustimmen. Freundschaft liegt ihnen nach ihren Worten ebenso am Herzen wie der Wunsch einer engen Zusammenarbeit und Vorbilder sein.

Perls Ortsvorsteher Werner Lenert lässt sich von dem vielseitigen Angebot ebenso inspieren wie Michael Fixemer, SPD-Fraktionschef im Perler Gemeinderat, CDU-Fraktionschef Hans-Peter Trierweiler, Perls Beigeordneter Andreas Hoffmann und Grünen.Fraktionschef Georg Dillschneider aus Mettlach.

Große Freude beim Festival Hoch3 im Dreiländereck. In Perl, Apach und Schengen wurde gefeiert.

Große Freude beim Festival Hoch3 im Dreiländereck. In Perl, Apach und Schengen wurde gefeiert.

Foto: Michael Rauch

Wie bei der Erstauflage im Mai 2022 ist die Bildergalerie aufgebaut, die die Grenzregion im Wandel der Zeit dokumentiert. Die Fotos, die an 27 Stellen eindrucksvoll die Veränderungen der Moselregion in den vergangenen 100 Jahren darstellen, werden auch dieses Mal von vielen Besuchern neugierig betrachtet. Dazu erklingen jede Menge Melodien – so wie vom Musikverein Perl-Mosel. Das Ensemble ist mit von der Partie, ebenso die sieben Leute der luxemburgischen Band Le Vibe und viele Musiker mehr.

Im Januar 2020 hatten die Verwaltungschefs aus Merzig, Mettlach, Perl, den lothringischen Orten Apach, Contz-les-Bains, Rettel, Rustroff und Sierck-les-Bains sowie den luxemburgischen Orten Dalheim, Remich, Schengen und Mondorf-les-Bains mit ihren Unterschriften die Grundlage der „Europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigung Dreiländereck“ besiegelt – kurz E.W.I.V. genannt. „Die Idee, enger auf interkommunaler Ebene zusammenzuarbeiten, war uns bei einer Bürgermeisterdienstbesprechung im Mai 2019 gekommen“, verrät Uhlenbruch. Ziel dieses Zusammenschlusses mit dem Namen ,i3‘ ist es, die touristischen Ressourcen der einzelnen Gemeinden effektiv zu bündeln und das Zusammenwachsen der Region zu intensivieren.

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