Diskussion in Perl über grenzüberschreitende Berufsorientierung

Perl : Berufliche Orientierung ohne Grenzen

Um Chancen und Möglichkeiten für eine berufliche Zukunft in den europäischen Grenzregionen ging es im Schengen-Lyzeum.

Chancen und Möglichkeiten grenzüberschreitender Berufsorientierung haben Unternehmer und Lehrer dieser Tage am Deutsch-Luxemburgischen Schengen-Lyzeum Perl diskutiert. Im Rahmen des Interreg V-A Projektes Sesam’GR der Europäischen Union trafen sich über 60 Vertreter aus Unternehmen und Bildungseinrichtungen der Großregion.

In dem Projekt Sesam‘GR arbeiten über 20 Partner aus allen Teilen der Großregion zusammen, darunter das Département Moselle, Partner aus Belgien, die Bildungsministerien aus Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die Landkreise Trier-Saarburg und Merzig-Wadern, die Lehrerfortbildungsinstitute und grenzüberschreitende Organisationen. Mit einem Finanzvolumen von über sieben Millionen Euro hat sich das Projekt als Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche von Anfang an mit Schlüsselkompetenzen für ihren Lebensalltag, ihre Weiterentwicklung und ihr Berufsleben in der Großregion auszustatten. Die Schwerpunkte sind dabei die Stärkung der Mehrsprachigkeit vom Kindergarten bis zur Sekundarschule, die Vermittlung von interkultureller Kompetenz im Hinblick auf eine gemeinsam gelebte europäische Bürgerschaft sowie die Vorbereitung von Jugendlichen und zukünftigen Erwerbstätigen auf die beruflichen Perspektiven in der Großregion.

Moderiert von Michael Weiand und Sabine Petit, standen – unterstützt von einer interaktiven Präsentationssoftware – die Erfahrungen der Teilnehmer im Hinblick auf Betriebspraktika und Berufsorientierung auf dem Plan.

Mit Smartphone und Tablets wurden die Erfahrungen eingegeben, die  sofort in einer Cloud für alle Beteiligten sichtbar wurden. In fünf Workshops wurden die Herausforderungen und offenen Fragen thematisiert: „Zu welchem Zeitpunkt sollte berufliche Orientierung beginnen?“ „Welche Inhalte sind wann im Rahmen der Berufsorientierung zu besprechen?“ „Wie können und wollen Unternehmen sich in diesen Prozess einbringen?“ „Wie kann die Kommunikation zwischen Schulen und Unternehmen optimiert werden?“ Und „Wie muss sich das Handwerk präsentieren, um für Jugendliche attraktiver zu werden und wie kann Schule dabei helfen?“ Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden den Teilnehmern ebenfalls per Cloud vorgestellt, so dass alle Teilnehmer über eine gemeinsame Plattform verfügen, auf deren Basis in Zukunft weiter gearbeitet werden kann.

Als gemeinsame Ziele für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Schulen in der Region wurden herausgearbeitet: die Schaffung einer gemeinsamen Plattform für Betriebe und Bildungseinrichtungen, die Intensivierung der Zusammenarbeit und der Kommunikation, die Vermittlung von Kenntnissen über die Bildungswege und die Ausbildung in den verschiedenen Regionen durch entsprechende Fortbildungen und den Erfahrungsaustausch vor Ort, ebenso die Umsetzung von individuellen Projekten und Austauschprogrammen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es in der Großregion möglich sein müsse, durch Pilotprojekte die Berufsorientierung zu stärken und dass es durch Einbeziehung der politisch Verantwortlichen gelingen sollte, Hürden abzubauen und eine Harmonisierung der Vorschriften herbeizuführen. Die Großregion könnte so zu einem Labor für die Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung werden.

„Die Veranstaltung war ein großer Schritt, um Unternehmen und Schulen der Großregion näher zu bringen. Wir werden die Anregungen und Ideen aufnehmen, um die Ziele des Projektes Sesam GR’ weiter zu forcieren“, betonten die Moderatoren Petit und Weiand.

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