Tour de France Die Region feiert die Tour de France

Schengen · Die vierte Etappe der größten Radsportveranstaltung der Welt führte durch Schengen, direkt an Perl vorbei.

 Im gelben Trikot: Tour-de-France-Fans begrüßen in Schengen die Fahrer.

Im gelben Trikot: Tour-de-France-Fans begrüßen in Schengen die Fahrer.

Foto: Ruppenthal

„Allez Ben“: Samuel, Leo, Joao, Massimo, Sacha, Finn und all die anderen werden nicht müde, ihren Landsmann anzufeuern – auch wenn Ben Gastauer die Schülergruppe aus Remich noch gar nicht hören kann. Lange bevor das Feld der Tour de France in Bad Mondorf  startet, skandieren die Jungs zwischen zehn und zwölf den Schlachtruf, begrüßen jedes vorbeifahrende Auto der Vorhut mit ihrem Gesang, winken, schwenken die Luxemburger Fahne mit dem roten Löwen und eine Fahne mit Fränk und Andy Schleck, den Rad-Idolen aus dem Großherzogtum. „Wir waren Gäste auf dem Ausflugsschiff Marie Astrid, eingeladen von der Großregion“, strahlen die beiden Lehrerinnen Astrid Gros und Jenny Steinmetz mit der Sommersonne um die Wette. Ob Nicolas, Jaimey, Bahir oder Jan:  Von ihrer munteren Rasselbande sind die beiden begeistert. „Sie sind sehr charmant und lieb“, während die quirlige Rasselbande jedes Auto jubelnd begrüßt. Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite feiern die Schengen Grundschüler und deren Lehrer  ganz in Gelb die Vorhut, die Werbekarawane und den Tross. „Schengen is alive – Schengen lebt“ ist auf den T-Shirts zu lesen,  in der gleichen Farbe, die Radprofi trägt,  der aktuell die Tour anführt. „Jetzt noch nicht tuten“, mahnen die Lehrerinnen Mandy Spelz und Mireille Fischer die temperamentvollen Mädchen und Jungen schmunzelnd an.

„Die T-Shirt haben wir von der Gemeinde erhalten, die Rucksäcke mit Getränken und Tröten von der luxemburgischen Regierung.“ Dass die Jungen und Mädchen statt die Schulbank zu drücken, die Tour feiern, fasziniert nicht nur die älteren Grundschülern, sondern auch die Erstklässler. „Wir haben erst in zwei Wochen Ferien“, erzählt Mandy Spelz. Die Gemeinde habe alle  drei Grundschulen zu der Fete an der Mosel eingeladen.„Ich denke, dass die Werbe-Karawane den Kleinen mehr imponiert als die Fahrer“ – enie Vermutung  von Mandy Spelz, die sich bewahrheitet. Ob der Wagen mit der gewaltigen  Mickey  Mouse, von dem es Süßigkeiten regnet, die Enten-Parade eines Wurstherstellers, das kolossale Rad,  der strampelnde Radler und, und, und: Fix sammeln die Jungen und Mädchen die Taschen, Sticks, Bonbons  und all anderen Überraschungen ein, die auf sie niederprasseln – mit Unterstützung ihrer Lehrerinnen. Die Tröten werden für kurze Zeit Nebensache, Einsammeln ist angesagt.

Ein paar Meter entfernt bestaunt Emely den Aufmarsch der fantasievollen Wagen – eingeschlossen  der Sprühkanone einer Wachmittelfirma und der Dusche eines Getränkeherstellers. Das Sammelsurium an Überraschungen hat die 14-Jährige in einer Tasche verstaut, ebenfalls ein Geschenk eines renommierten   Pommes-Fabrikanten. „Für junsere Enkelin ist die Tour de France eine Premiere“, verraten Thesesia und Werner Roschett aus Illingen. Ihr Platz: das Ortsausgangschild von Schengen. Ein Klick auf den Auslöser der Kamera, und schon ist Werner Roschett auf einem Foto verewigt.

Für Heiko Schwarz, Polizeibeamter der Merziger PI, und seine Luxemburger Kollegen gibt es nicht viel zu tun. „Es ist ein wunderschönes Volksfest, bei dem die Region zusammen feiert“, sagt er und lässt seinen Blick über die Masse an Gästen schweifen, die  auf der Schengener Brücke und an der Straße entlang der Brücke einen Platz gesucht haben. Derweil fiebert Luis Greifeldinger mit Begeisterung dem Tross entgegen. „Ich bin begeisterter Radfahrer“, verrät das fünfjährige pfiffige Kerlchen. Opa Klaus und Oma Marliese schmunzeln. Sein größter Traum: auch einmal sich in den Spitzentrupp mit zu radeln und  eines der begehrten Trikots überziehen zu können.