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Die Liebe zur Schule und zu Frankreich bleibt

Die Liebe zur Schule und zu Frankreich bleibt

Die Leiterin der Perler Grundschule Dreiländereck, Helga Martin, blickt auf 41 Berufsjahre zurück. Besonders wichtig war es ihr stets, den Kindern Sprache und Kultur zu vermitteln. An diesem Samstag wird sie in der Schule verabschiedet.

Um ein Haar wäre sie Dolmetscherin geworden, war bereits an einer Fremdsprachenschule aufgenommen. Dann kam alles anders. Im letzten Moment konnte Helga Martins Vater seine Tochter davon überzeugen, der Familientradition zu folgen und Lehrerin zu werden. "Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe", schwärmt die heute 65-jährige Leiterin der Grundschule Dreiländereck Perl . An diesem Samstag wird sie nach 41 Berufsjahren offiziell verabschiedet. 41 Jahre, in denen die Lehrerin überall im Saarland tätig war und über Generationen hinweg Wissen vermittelte. Zu ihren Stationen gehörten Dillingen, Saarbrücken, Perl , Bietzen und Schwemlingen.

In all den Jahren haben sich die Anforderungen an Lehrer wesentlich geändert. "Anfangs waren in den Klassen 40 Schüler untergebracht, wodurch es schwierig war, allen das Nötige zu vermitteln", weiß Martin. "Heute haben sich die Schülerzahlen halbiert. Durch die zahlreichen Ablenkungen ist es allerdings schwieriger geworden, sie bei der Stange zu halten." Aber nicht nur im Schulischen habe sich ein Wandel vollzogen. Die Lehrerin erinnert sich noch gut an einen kleinen Zwischenfall in ihrer Anfangszeit. "Ich wollte damals mit meiner Klasse nach Apach wandern", schmunzelt sie. "Gleich beschwerten sich einige Eltern und fragten, ob es denn nötig sei, die Grenze zu passieren." Für die junge Frau ein Schock. Schließlich war sie mit einem Franzosen verheiratet und lebt sogar in Frankreich. Ihr sei es immer ein großes Anliegen gewesen, die Beziehung zu den französischen Nachbarn zu pflegen und sogar zu verbessern. Einen großen Beitrag dazu hat sie in ihren sieben Jahren als Schulleiterin geleistet: "Heute besuchen etwa 30 Muttersprachler unsere Schule. Ein Vorteil für beide Seiten."

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die Zusammenarbeit in der Moselgemeinde noch weiter verbessert wird. "Es fehlt ein Gesamtkonzept vom Kindergarten bis zu den Schulen, wie man Sprachen und Kultur vermittelt."