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Die Container-Zeit ist nun vorbei

Die Container-Zeit ist nun vorbei

Neun Monate dauerte es, bis die Sparkasse Perl nach Umbau und Renovierung wieder öffnen konnte. Nach der Sprengung eines Geldautomaten musste das komplette Gebäude saniert werden. In der Zwischenzeit fungierte ein Container als provisorische Filiale.

Die Sparkasse Merzig-Wadern hat innerhalb von zwei Wochen gleich zwei Geschäftsstellen an den bisherigen Standorten neu eröffnet. Nachdem die Filiale in Bachem Ende Mai offiziell an die neue Geschäftsstellenleiterin Madelaine Mary übergeben wurde (die SZ berichtete), erfolgte jetzt die feierliche Neueröffnung der Räumlichkeiten in Perl . In knapp neunmonatiger Umbauzeit, auch bedingt durch die Zerstörung der gesamten Gebäude-Infrastruktur nach der Sprengung des Geldautomaten (GA), wurde die Geschäftsstelle auf Basis der aktuellen Vertriebsphilosophie der Sparkasse komplett neu konzipiert.

Mit Hinweis auf den GA-Anschlag und die Weisheit von den beiden Kehrseiten einer Medaille begann Vorstandsvorsitzender Frank Jakobs seine Begrüßung: "Alles Schlechte hat auch immer ein Gutes. In unserem Falle konnten wir dadurch die Geschäftsräume hier in Perl nach modernen und zeitgemäßen Überlegungen anpassen. So können wir in Zukunft deutlich besser auf die berechtigten Erwartungen unserer Kunden eingehen und damit unseren eigenen Qualitätsanspruch noch besser erfüllen". Geschäftsstellenleiter Martin Hensgen ging auf die Zeit in den provisorischen Räumlichkeiten ein: "Eine spezielle 'Freude' gilt dem Container. Auch wenn er uns bei der täglichen Arbeit gute Dienste geleistet hat, wir werden ihn nicht vermissen."

Nach der Einsegnung durch Pfarrer Uwe Janssen von der katholischen Kirchengemeinde Perl stellte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich als Vorsitzende des Sparkassen-Verwaltungsrates die Belegschaft in den Fokus ihrer Rede. "Ich bin überzeugt, dass die gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Garant für den Erfolg unserer Sparkasse sind und wir eigentlich nur durch sie die Möglichkeit haben, uns von den Wettbewerbern zu differenzieren", sagte sie. Gemeinsam wolle man gemäß dem Leitbild "MZG - Menschen Zukunft Geben" die Herausforderungen gestalten und zum Gemeinwohl der Region beitragen.

Als einen "besonderen Tag" für die Gemeinde Perl bezeichnete Bürgermeister Bruno Schmitt die Wiedereröffnung der Geschäftsstelle, was in heutiger Zeit keine Selbstverständlichkeit sei. Die Kommune sei stolz auf ihre Sparkasse, weil sie nicht nur auf Automatisierung, moderne Medien und Internetnutzung setze, sondern vor allem auf Bürgernähe und Kundenorientierung. Die Sparkasse gehe einen guten Weg. Ältere Mitbürger kämen ohne eine Bank mit Schalter nicht zurecht, und "diese Menschen können wir nicht hängen lassen", sagte der Verwaltungschef und dankte für die "vorzügliche Ausstattung der Räume" und die immer kundenfreundlichen Mitarbeiter. Er gehe davon aus, dass der Teller der Gemeinde "bei der Sprengung zerstört wurde", und überreichte deshalb ein neues Exemplar an Frank Jakobs. Nach der symbolischen Schlüsselübergabe durch den Vorstand mit Landrätin und Bürgermeister an Geschäftsstellenleiter Hensgen konnten sich die geladenen Gäste der Einweihungsfeier von den funktionellen Räumlichkeiten überzeugen. Seit gut einem Jahr beschäftigt sich die Sparkasse mit der Zukunft ihrer Filialen und damit der dezentralen Flächenpräsenz. Einer repräsentativen Untersuchung zufolge suchten fast alle Kunden - und gerade auch junge Menschen - neben kompetenter, passender und individueller Beratung, nach Möglichkeit vor Ort. "Filialbanken sind weiterhin erster Ansprechpartner der Kunden und - dies ist besonders wichtig und auffallend - das unabhängig von Wohnort und Lebensalter", nannte Jakobs ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Gerade in einer globalisierten Welt sei das Bedürfnis nach Heimat und Nähe groß. Und dieses Bedürfnis "können wir durch ein intaktes und gutes Filialsystem bedienen", betonte Sparkassenchef Frank Jacob.

Bewährtes Erfolgsrezept

Auch Sparkassendirektor Wolfgang Fritz freute sich, dass das Interesse an der "Geschäftsstelle vor Ort" ungebrochen sei. Er bezeichnete die Filialen und damit den gesamten Privatkundenmarkt als "DNA der Sparkasse". Obwohl sich Technik und Aussehen der Geschäftsräume im Laufe der Jahrzehnte verändert hätten, bleibe ein zentraler Punkt immer bestehen: "Das Gefühl von Sicherheit, Vertrautheit und 'Wir-kennen-uns-doch-schon-so-lange'" ist die Basis des Erfolges der Sparkassen ", sagte das Vorstandsmitglied und erläuterte Ausstattung und Funktion der neugestalteten Räume.