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Der Glasofen wird angefeuert

In der rekonstruierten römischen Glashütte in der Villa Borg werden verschiedene Gläser nach antiken Techniken hergestellt. Foto: rolf ruppenthal
In der rekonstruierten römischen Glashütte in der Villa Borg werden verschiedene Gläser nach antiken Techniken hergestellt. Foto: rolf ruppenthal FOTO: rolf ruppenthal
Borg. Glastechnik steht im Mittelpunkt von zwei Themen-Wochenenden in der Römischen Villa Borg. Dabei sind Glasmacher aus England, Frankreich und den Niederlanden zu Gast. Besucher sind willkommen. red

Am 30. und 31. Mai sowie am 6. und 7. Juni werden im Archäologiepark Römische Villa Borg wieder Gläser im Rahmen eines römischen Glasofenprojektes geblasen. Für dieses Projekt in der rekonstruierten Glashütte konnten erneut die "Roman Glassmakers" Taylor und David Hill aus England gewonnen werden.

Spezialität: römisches Glas

Taylor und Hill beschäftigen sich seit 1989 mit der Erforschung antiker Glastechnik. Sie sind weltweit als Spezialisten für die verschiedensten Herstellungstechniken und insbesondere für ihr römisches Glas anerkannt. Sie werden unterstützt vom französischen Glasmacher François Arnaud, der die Glasmacherkunst verschiedenster Kulturkreise studiert hat und seit mehreren Jahren ein eigenes Glasstudio mit Namen "PiVerre" betreibt, sowie von Torsten Rötzsch vom LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim.

Der Schwerpunkt des "Borg Furnace Project 2015" genannten Forschungsprojekts liegt auf hellenistischem und römischem Mosaikglas, Rippenschalen und römischem Fensterglas. Selbst heute sind noch viele Detailfragen bezüglich der Herstellung ungeklärt. Das von Mark Taylor nach römischer Rezeptur speziell angemischte Glas wird hierzu mehrere Tage lang bei einer Temperatur von über 1000 Grad im römischen Glasofen der Villa Borg geschmolzen und geläutert. Außerdem werden in diesem Jahr erstmals eigene Versuche zur Rohglasherstellung durchgeführt. Der hierzu genutzte Ofen ist ein Nachbau eines römischen Glas-Schmelzofens aus Trier. Die Rekonstruktion und der Probebetrieb dieser Glashütte ist in der Publikation "Experimentelle Archäologie : Römische Glasöfen. Rekonstruktion und Betrieb einer Glaswerkstatt nach römischem Vorbild. Borg Furnace Project 2013" nachlesbar. Das in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Institut für Alte Geschichte der Universität des Saarlandes und dem Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie der Universität des Saarlandes durchgeführte Glasofenprojekt der Villa Borg ist in seiner Konzeption weltweit einzigartig.

Versuche zu Mosaikglas

Unter der Projektleitung von Frank Wiesenberg werden außerdem von der niederländischen Glasspezialistin Marianne Stern angestoßene Forschungen zum geblasenen Mosaikglas sowie Schmelzversuche von der Universität Brüssel durchgeführt.

Am Samstag und Sonntag, 30. und 31. Mai, finden bereits während des Läuterns des Rohglases kleinere Vorführungen statt. Für Samstag und Sonntag, 6. und 7. Juni, sind fast durchgehend von etwa 11 bis 17 Uhr vielfältige Glasmacher-Vorführungen geplant. Diese Sonderveranstaltungen sind im Eintrittspreis der Villa enthalten.

Kontakt: Archäologiepark Römische Villa Borg , Im Meeswald 1, 66706 Perl-Borg, Telefon (0 68 65) 91 17-0, E-Mail info@villa-borg.de, sowie im Internet:

villa-borg.de

glasofenexperiment.de

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