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18. Impulstag
Dehoga: Ausbildung muss attraktiv sein

Borg. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe nimmt weiter ab. In den 3500 saarländischen Hotel- und Gastronomie-Betrieben arbeiten über 15 000 Erwerbstätige. Diese bilden knapp 900 Lehrlinge aus. Zwischen 2010 und 2015 sank die Zahl von 312 auf 191. Das sei ein Rückgang von rund 40 Prozent, erklärt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Saarland.

Wie dieses Problem bekämpft werden kann, das war unter anderem Thema des 18. Impulstages des Verbandes in der Villa Borg in Perl.


So müsse ein vorrangiges Ziel sein, die Ausbildung attraktiver zu gestalten, forderten die Mitglieder. Saarländische Azubis sollen bereits während des regulären Berufsschulbesuches bestimmte Zusatzqualifikationen erwerben können – etwa im Hotelmanagement oder im Bereich der Sprachen. In vielen Bundesländern – wie etwa in Rheinland-Pfalz – sei dies schon lange möglich. „Immer mehr Kollegen stellen daher den Antrag, ihre Azubis in Trier oder Koblenz anstatt in Saarbrücken zur Schule zu schicken“, sagte Michael Buchna, Orscholz, Vize-Präsident des Dehoga Saarland, und meinte: „Das wollen wir ändern. Ein Konzept dafür legten wir bereits vor, und in Gesprächen mit dem Kultusministerium gab es positive Signale.“

Im Fokus stand auch der Fachkräftemangel in der Branche. Um ihm entgegenzuwirken, hat der Dehoga einige Projekte gestartet. Der Verband arbeite gerade mit dem Berufsfortbildungswerk in Saarbücken ein Konzept für einen sechsmonatigen Kurs aus, in dem Quereinsteiger alle nötigen Kenntnisse lernen, um sofort im Betrieb eingesetzt werden zu können. Mit dem Jobcenter in Saarlouis werde versucht, das Potenzial der nach Deutschland geflüchteten Menschen zu nutzen. „Hier suchen wir gezielt Leute, die in ihrem Heimatland schon Gastronomieerfahrung haben und die über die notwendigen Sprachkenntnisse sowie eine Aufenthaltsberechtigung verfügen“, sagte Buchna. Fest in der Planung ist nach seinen Worten ist im Landkreis Saarlouis ein so genanntes Job-Dating.