Chiara Roersch aus Nennig ist Weinkönigin

Chiara Roersch aus Nennig : Prinzessin wird Weinkönigin

Es war kein geringerer als Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), der im August die Krönung von Chiara Roersch zur Saarländischen Moselweinkönigin vollzog.

„Der war als Überraschungsgast da und hat dem Protektor Manuel Andrack regelrecht die Show gestohlen“, erinnert sich die 21-Jährige. Fernsehmann Andrack hatte sie zuvor vom Bürgerhaus zum Festplatz begleitet.

Die Krönung ist in Nennig ein Höhepunkt des Jahres und für Chiara war es immer schon ein Wunsch, mal unter die Krone zu kommen. „Als Kind haben wir beim Weinfest gespielt, als Jugendliche gefeiert, dann war ich ein Jahr lang die Weinprinzessin und habe die letztjährige Königin zu allen Terminen begleitet. Ich wollte dann auch Königin werden“, sagt sie selbstbewusst.

Chiara ist Krankenschwester, nach ihrer Ausbildung in Saarburg zog sie für ein Jahr nach Mainz und arbeitete in der Thoraxchirurgie. „Aber ich hatte Heimweh. Keine Schande für einen Saarländer, dann wieder nach Hause zu gehen“, sagt sie. Sie zog wieder nach Nennig, der Freund ging mit. Heute arbeitet sie in einem Dialysezentrum in Merzig, die Patienten kommen dreimal die Woche, man kenne sich: „Die haben mir alle die Zeitungsartikel ausgeschnitten und mitgebracht. Die sind so stolz. Alle wissen, dass ich Weinkönigin geworden bin und ein Patient kam trotz seiner schweren Krankheit sogar zur Krönung“, erzählt sie.

Das Amt als Weinkönigin bringe jetzt keine Überraschungen, da sie es ja als Prinzessin schon erlebt habe. Auf dem Programm stünden zig Veranstaltungen, von den Kellertagen der Winzer bis zu den Weinfesten und der Grünen Woche in Berlin. Dorthin reist Umweltminister Reinhold Jost (SPD) zusammen mit allen Hoheiten aus dem Saarland im Januar, um für die Region Werbung zu machen. „Ich freue mich sehr auf alles. Als Weinkönigin lernt man sehr viel. Über die Winzer. Über die Weine. Man geht zur Lese und trifft unzählige Menschen. An Weihnachten steht die Weinsegnung an, auch das ist ein Höhepunkt im Weinjahr.“

Da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, verwundert es nicht, dass Chiaras Mama die Weinkönigin 1991/1992 gewesen ist. Und auch der Papa sei enorm stolz. Für viele junge Mädchen aus Nennig sei es doch ein Traum, irgendwann die Königin zu sein. Die lokale Verbundenheit sei da und man spüre sie überall. Irgendwie sei das geradezu normal, wenn man in Nennig aufwachse.

Ebenso normal sei der Konsum von Wein. Während Jugendliche in anderen Regionen eher Bier trinken würden, sei an der Mosel der Wein geradezu gesetzt. „Man muss als Königin nur aufpassen. In das königliche Glas passt eine ganze Flasche Wein. Und beim Weinfest soll man noch überall probieren.“

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