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Charmantes Dorf im Herzen Europas Bauland wird dringend gebraucht

Charmantes Dorf im Herzen Europas Bauland wird dringend gebraucht

Unser Dorf ist naturgemäß eng verflochten mit Perl", bekundet Oberperls Ortsvorsteher Günter Gelz. Das betreffe die wirtschaftliche wie die kulturelle Seite. Damit tendiere auch das Vereinsleben eher zum Nachbarort. "Wir haben hier einen Heimatverein mit rund 120 Mitgliedern, der in jedem Jahr ein großes Dorffest auf die Beine stellt", betont Gelz

Unser Dorf ist naturgemäß eng verflochten mit Perl", bekundet Oberperls Ortsvorsteher Günter Gelz. Das betreffe die wirtschaftliche wie die kulturelle Seite. Damit tendiere auch das Vereinsleben eher zum Nachbarort. "Wir haben hier einen Heimatverein mit rund 120 Mitgliedern, der in jedem Jahr ein großes Dorffest auf die Beine stellt", betont Gelz. Hauptattraktion sei der traditionelle und weit über die Grenzen der Region bekannte "Ochs am Spieß". "Dieses Fest machen wir mittlerweile seit 30 Jahren", stellt der Ortsvorsteher klar. In Zukunft werde man infolge der Sanierungsmaßnahmen in der Ortsmitte den Festplatz noch schöner gestalten. In dem Zusammenhang dankt Gelz dem Amt für Landentwicklung, deren Unterstützung man sicher sei.Oberperl zeichne sich hauptsächlich als Wohnort aus, unterstreicht der Ortsvorsteher. "Es gibt im Dorf noch einen haupterwerblichen Winzer und einen Weinerzeuger, der diese Arbeit nebenerwerblich verrichtet", sagt er. Mit dem vor wenigen Jahren geschaffenen Neubaugebiet habe man einen erheblichen Zuzug, überwiegend luxemburgischer Bürger, verzeichnet. Geschäfte hat der 483 Einwohner zählende Ort nicht mehr vorzuweisen. "Die Bürger nutzen für ihre Einkäufe die gut ausgestattete Einkaufsmeile in Perl", weiß Gelz.

Man ist in dem kleinen Ort sehr rege, wie der Ortsvorsteher zu berichten weiß. Neben der Kirmes stehen auf dem Programm Rübenschnitzen für Kinder, Nikolausfeier und Neujahrsbegrüßung. Den Sportverein sowie den Kirchenchor gebe es nur in Perl. Da nutze man die kulturelle Verbindung zum unmittelbar an das Dorf angrenzenden Hauptort im Gemeindeverbund. "Noch ist unsere Feuerwehr eigenständig, sie wird allerdings im Zuge der neuen Rettungswache in die dann neu organisierte Feuerwehr eingegliedert werden", sagt Gelz.

Touristisch, so zählt der Ortsvorsteher auf, habe man eine Kneippanlage und einen oberhalb des Dorfes entlangführenden Panoramaweg. Beliebtes Ausflugsziel sei auch die Friedenskapelle, die auf den Fluren zwischen dem französischen Merschweiler und Perl erbaut wurde.

"Im übrigen sind diese beiden Orte seit Jahrzehnten eng miteinander verbunden", unterstreicht Gelz. Die gute Tradition Oberperls als Standort von unzähligen Kirschbäumen gebe es leider nicht mehr. "Die ehemaligen großen Obstbauern werden älter, und die jungen Leute zeigen an der aufwendigen Arbeit wenig Interesse", findet der Ortsvorsteher. Dass sich die wohl älteste Bürgerin, nämlich die 99-jährige Magdalena Weber, bei den Perler Dorfgesichtern der SZ-Reihe fürs Gruppenfoto eingefunden hat, findet Gelz besonders lobenswert.

Oberperl. Hauptberuflich arbeitet Günter Gelz (56) in der Personalabteilung einer bekannten Bauunternehmung der Gemeinde Perl. Zur Kommunalpolitik sei er recht früh gekommen, verrät er der Saarbrücker Zeitung. "Schon in jungen Jahren habe ich mich für die Politik unseres Ortsteiles interessiert", sagt er. Als stellvertretender Ortsvorsteher sei er beim Ausscheiden seiner Vorgängerin nachgerückt und habe das Amt des Ortsvorstehers angetreten. "Nach Ablauf dieser ersten Amtsperiode wurde ich wiedergewählt", sagt Gelz, der nun die zweite Amtszeit absolviert. Sehr am Herzen liegt ihm die Dorferneuerung mit der Sanierung alter Gebäude. Auch der Endausbau des Oberperler Neubaugebietes stehe an. "Das wollen wir allerdings auf das nächste Jahr verschieben, um im Ortskern nicht überbelastet zu sein", erläutert Gelz.

Er freue sich über die gesunde Struktur des Ortes. Man profitiere - wie alle Dörfer des Umlandes - stark von den finanziellen Luxemburger Einflüssen. "Man muss schauen, dass man nicht überfremdet", meint Gelz. Noch seien die Dinge im Lot. Was noch dringend gebraucht werde, sei Bauland. "Im Flächennutzungsplan haben wir Bauerwartungsland ausgewiesen", sagt Gelz. Jetzt hoffe man, dass dieses vom Gemeinderat abgesegnet und umgesetzt werde. owa

Foto: Norbert Wagner

"Unser Dorf ist naturgemäß eng verflochten mit Perl."

Günter Gelz, Ortsvorsteher

von Oberperl

Auf einen Blick

Das Ortsfoto aus der SZ-Aktion gibt es zum Herunterladen unter der Adresse www.sztipp.de/dorffoto, Preis: 0,99 Euro. Abzüge können Sie nur schriftlich bestellen: SZ, Im Wertchen 7, 66663 Merzig, per E-Mail: redmzg@sz-sb.de (Preis: ein Euro). red

Stichwort

Weil Oberperl sehr eng mit Perl verwoben ist, teilt es auch seine Geschichte mit dem Nachbarort. 1712 legte ein großer Sohn des Ortes, Pastor Matthias Bieringer, den Grundstein zur Perler Quirinuskapelle und begann 1716 mit der Errichtung der völlig zerstörten Pfarrkirche. Biringer war 1680 in die Pfarrstelle Perl eingewiesen worden. Große Verdienste hatte er um den Wiederaufbau der im 30-jährigen Krieg zerstörten Dörfer Oberperl, Perl und Sehndorf erworben. owa