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Blick in die Kochtöpfe der römischen Küche

Borg. In die Töpfe der römischen Küche können Besucher der Villa Borg am Sonntag, 18. September, von 11 bis 15 Uhr schauen. Sklave Jatros zeigt in der Küche der Villa Originale und Repliken rund um das Thema Kochen, Essen und Trinken. Und er offenbart auch so manche Anekdote und Geschichte über Essgewohnheiten und Gelage. mtn

Der Sklave erzählt von seinen Reisen durch das Imperium Romanum und aus der römischen Geschichte. Er sah, wie liegend gegessen wurde, seine Herrn mit acht Gästen speisten und mit dem spitze Ende eines Löffels Fleisch- und Gemüsestückchen aufspießten. Geschichten über römische Orgien mit Gerichten wie "Frittierten Pfauenzungen" und "Gefüllte Giraffenhälse" sind ihm wohlbekannt.



Römische Kaiser neigten ab und an zu solchen Exzessen, die Mahlzeit der normalen Römer war wesentlich einfacher: Sie lebten vom Ackerbau und folgten dem Lauf der Jahreszeiten. Es sind viele Rezepte aus dem antiken Rom überliefert, so dass wir uns ein recht gutes Bild vom Essen der römischen Oberschicht machen können.

Garum, eine salzige Würzsauce aus fermentiertem Fisch, war besonders beliebt und wurde zu fast allen Gerichten gegeben. Einige Nahrungsmittel, die wir heute mit Italien verbinden, gab es damals noch nicht: Tomaten und Kartoffeln schlummerten noch unentdeckt in Amerika, die Pasta war noch nicht erfunden, Reis war ein teures Luxusprodukt. Auch Rohrzucker gab es schon, zum Süßen wurde aber zumeist Honig verwendet. Ein Blick in die römische Küche kostet nichts extra, lediglich der Eintrittspreis in die Villa ist zu zahlen: fünf Euro für Erwachsene, zehn Euro für Familien.

Info: Tel. (0 68 65) 9 11 70.