Blick hinter die Kulissen im Munitionsdepot

Blick hinter die Kulissen im Munitionsdepot

Seit Jahren lagern bei Eft-Hellendorf große Mengen an Bundeswehr-Munition. Die Streitkräfte betreiben hier enormen Sicherheits-Aufwand – von Wachhunden bis zur eigenen Feuerwehr. Zum 40. Geburtstag (und auch zum 60-jährigen Bestehen der Bundeswehr in diesem Jahr) öffnete das Munitionsdepot einen Tag seine Pforten und demonstrierte, dass Sicherheit kein Zufall ist. Rund 2500 Menschen blickten hinter die Sicherheitszäune.

Eröffnet wurde das Programm durch einen Feldgottesdienst mit Militärpfarrer Marius Merkelbach, dem mit Heidtrud Henn eine Bundestagsabgeordnete, auch Mitglied des Verteidigungsausschusses, zur Seite stand. Mit von der Partie waren nicht nur Soldaten und Mitarbeiter des Standortes, sondern auch die Schirmherrin, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger , Oberst Uwe Fröhlich, der Leiter Ortsfeste Logistische Einrichtungen aus Wilhelmshaven sowie der Kommandant des Munitions-Depots, Major Matthias Fienhold.

In einem Bekenntnis zur Bundeswehr betonte Rehlinger die besondere Bedeutung friedenssichernder Institutionen gerade in unserer Zeit. "So wie wir Europa brauchen, brauchen wir auch die Bundeswehr ", sagte sie. Kommandant Major Fienhold stellte die 96 Hektar umfassende Einrichtung mit ihren 13 Soldaten, acht Beamten und 72 Arbeitnehmern sowie ihren historischen Werdegang näher vor.

Explosiver Lagerbestand

Auf einer Lagerfläche von etwa 26 500 Quadratmetern mit einem Straßennetz von rund 16,5 Kilometern und einem Außenzaun von sechs Kilometer Länge werden in rund 150 Bunkern 9000 Tonnen Explosivmasse und 3652 Tonnen Munition gelagert. Das Munitionsdepot in Eft-Hellendorf , das einzige in einem Dreiländereck, ist Kerndepot für Bordkanonenmunition mit mehr als Kaliber 20 Millimeter, Lenkflugkörper des Heeres, Artilleriemunition und Mörsergranaten. Eine eigene Bundeswehr-Feuerwache sichert den Tagesbetrieb ab.

Zudem bildet das Depot in Eft-Hellendorf mit der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr in St. Wendel eine feste Größe als Arbeitgeber in der Region. Die zur Einrichtung zählende Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr in St. Wendel hat in den vergangenen Jahrzehnten 25 Landes- und fünf Bundessieger hervorgebracht. Die 128 Ausbildungsplätze verteilen sich auf zwölf Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Maschinenbau und 20 Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Pkw-Technik pro Lehrjahr.

Im Hochsicherheitstrakt

Wie Fienhold ausführte, wird sich im Zuge einer weiteren Umstrukturierung auch dieses Munitionsdepot verändern. Auch der Namen wird sich in Munitionsversorgungszentrum Süd ändern.

Einen Höhepunkt des Jubiläumsprogramms bildeten die geführten Besichtigungsfahrten per Bus in und durch den gefährlichen Betriebsteil. Dabei konnten die Besucher in diesem ansonsten streng bewachten und für die Öffentlichkeit gesperrten Bereich verschiedene Munitionslagerhäuser zu besichtigen. Zu den weiteren Attraktionen zählten die beiden Diensthundevorführungen. Auch die Technik-Freunde kamen beim Tag der offenen Tür auf ihre Kosten. Zahlreiche aktuelle Militär- und Feuerwehrfahrzeuge, zum Teil auch aus anderen Bundeswehreinrichtungen, konnten besichtigt werden