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Schulung
Bistum Trier will Energiekosten sparen

Paul Anton aus der Pfarrei St. Remigius aus Tettingen-Butzdorf nahm an der Schulung für Energiebeauftragte teil.
Paul Anton aus der Pfarrei St. Remigius aus Tettingen-Butzdorf nahm an der Schulung für Energiebeauftragte teil. FOTO: Bistum Trier / Julia Fröder
Kreis Neunkirchen/Perl. Hohe Energiekosten machen auch der Kirche zu schaffen. Jetzt sollen Energiebeauftragte dabei helfen, die Kosten dauerhaft zu senken.

Kurz vor den Gottesdiensten rund um das Osterfest fragten sich viele Gläubige: Ist die Kirche gut geheizt oder sitzen wir im Kalten? Das Thema beschäftigt ebenso viele kirchliche Räte, denn hohe Energiekosten stellen eine Herausforderung dar. Das Bistum Trier nimmt sich im Rahmen seiner Klimainitiative dem Energieverbrauch an.


„Wir möchten den Energiebedarf in kirchlichen Einrichtungen dauerhaft senken, um unseren Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, ein Stück näher zu kommen“, erläutert die Klimaschutzmanagerin des Bistums, Charlotte Kleinwächter. Seit September 2016 wurden bereits sechs Schulungen für Energieberater in Kirchengemeinden durchgeführt. 14 Teilnehmer und eine Teilnehmerin erfahren in Pleitzenhausen bei Simmern durch die Klimaschutzmanagerin und durch den Referenten Stephan Zander von ARGE Solar Wissenswertes über die Klimainitiative „Energiebewusst“, die Einflussfaktoren auf den Energieverbrauch und über Heizungen. Sie lernen zudem Möglichkeiten zur Förderung durch den Klima-Fonds des Bistums kennen.

Eine gute Möglichkeit, den Verbrauch der Liegenschaften der Kirchengemeinde im Blick zu behalten, sei die Dokumentation der Verbrauchswerte, rät Zander. „So sieht man schnell, ob etwas aus dem Ruder läuft, und Erfolge, wie aufgrund des Einbaus von LEDs, werden sichtbar.“ Durch einen einfachen Zettel mit der Aufschrift „Bitte das Licht ausschalten und die Heizung zurückdrehen“ könnte ebenfalls viel bewirkt werden. „Diese Dinge werden, beispielsweise nach einer Chorprobe, schnell vergessen.“ Des Weiteren empfiehlt Zander eine Begehung der Gebäude. „Da kann man schon mal erkennen, ob die Dämmung richtig angebracht oder ob die Heizung sinnvoll eingestellt ist.“



Neben dem Weitergeben von Informationen sei der Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmenden wichtig, um von neuen Ideen zu erfahren, sagt Charlotte Kleinwächter. So berichtet Paul Anton aus der Pfarrgemeinde St. Remigius in Tettingen-Butzdorf: „Wir haben ein Windrad auf ein Grundstück der Kirchengemeinde gestellt und können bald unseren eigenen Ökostrom erzeugen.“

Irene Storms-Heib aus der Pfarrei St. Barbara in Altlay (Dekanat Cochem) ist seit 15 Jahren Küsterin. Sie kümmert sich darum, dass vor dem Gottesdienst Heizung und Lampen an- und nach dem Gottesdienst abgeschaltet werden. Die 78-Jährige sieht Probleme: „Die Tipps aus der Schulung anzuwenden, ist schwierig. Wenn ich eine Art Raummiete für die Gemeinderäume vorschlage, um Energiekosten zu begleichen, stoße ich auf Kritik.“

Für Charlotte Kleinwächter gibt es trotzdem einen großen Vorteil, an zukünftigen Schulungen teilzunehmen: „Wer einen Energiebeauftragten benennt, kann vom Klima-Fonds des Bistums profitieren. Hier werden Energie-Checks und die Umsetzung gering-investiver Maßnahmen gefördert.“

Die Schulung für Energiebeauftragte im Bistum Trier wird von der Klimainitiative im Bistum „Energiebewusst“ und der Katholischen Erwachsenenbildung Trier organisiert und durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert, heißt es aus dem Bistum. . „Jeder einzelne, noch so kleine Beitrag, ist wichtig, um das große Ganze zu erreichen“, ermutigt Charlotte Kleinwächter abschließend.

Infos: Charlotte Kleinwächter, Tel. (0651) 7 10 56 54 oder per E-Mail an: energiebewusst@bistum-trier.de.